Palat, Vasilevskiy helfen Lightning zu 3:2 in Spiel 5

Diese Tampa Bay Lightning darf man nie abschreiben. Am Freitag meldete sich das Team von Trainer Jon Cooper mit einem 3:2-Erfolg in der Ball Arena von Denver zurück. Mit dem Rücken zur Wand stehend, verkürzten sie den Rückstand im Stanley Cup Finale auf 2:3 und die Serie findet in Tampa ihre Fortsetzung, wo am Sonntag in der Amalie Arena Spiel 6 ausgetragen wird (Montag, 2 Uhr MESZ, NHL.tv, Sky Sport, ProSieben MAXX, Puls24, MySports).

"Ich kann gar nicht sagen, wie gut diese Jungs reagiert haben. Wir liegen in der Serie hinten, dann kommt man in diese Arena mit all diesen Fans und muss unbedingt gewinnen. Dann geben sie alles, was man bieten muss, und das bei jedem Shift. Wir haben gut verteidigt und waren stark im Powerplay. Wir haben alle zusammengehalten", freute sich Cooper über die Reaktion der Mannschaft.
Die Lightning zeigten das Herz eines Champions und gingen dreimal in Spiel 5 in Führung, wobei mit Jan Rutta ein nicht gerade für seine Torgefahr bekannter tschechischer Verteidiger nach einer guten Viertelstunde das 1:0 markierte. Für den 31-Jährigen, der bereits 2020 und 2021 mit den Lightning den Cup gewinnen konnte, war es das erste Playofftor seit Spiel 3 des Stanley Cup Finales 2021. Sein Schlagschuss aus Höhe des rechten Bullykreises landete unter der Fanghand von Colorados Schlussmann am kurzen Pfosten vorbei im Netz.

TBL@COL, Sp5: Rutta trifft mit Slapshot ins kurze Eck

"Wir sind halt echte Kämpfer, haben aus diesem Grund das Spiel gewonnen und bleiben in der Serie", fasste Linksaußen Patrick Maroon den Sieg kurz und bündig zusammen.
Für den zwischenzeitlichen 2:1-Vorsprung und den Endstand zum 3:2 waren ebenso zweifache Stanley Cup Champions verantwortlich. Nur drei Minuten nachdem Valeri Nichushkin für die Avalanche ausgleichen konnte, nutzte Nikita Kucherov Mitte des zweiten Drittels das zweite Überzahlspiel der Gäste in dieser Partie zur erneuten Führung. Auf Zuspiel von Kapitän Steven Stamkos bei 4-gegen-3 schweißte Kucherov mit einem Onetimer den Puck an den Pfosten und von dort zu seinem ersten Tor in der Finalserie unhaltbar rein.

TBL@COL, Sp5: Kucherov trifft bei 4-gegen-3

Den Sieg bescherte den Lightning Ondrej Palat mit seinem elften Tor in diesen Playoffs, als noch knapp sechseinhalb Minuten auf der Uhr standen. Die Gäste ließen die Scheibe im Angriffsdrittel laufen, über die Verteidiger Mikhail Sergachev und Victor Hedman, landete sie bei dem gebürtigen Tschechen, der sie völlig freistehend durch die Schoner von Kuemper reinschoss.
Mit viel Geschick, indem sie die Räume eng machten, und mit einem solide und besonnen agierenden Andrei Vasilevskiy im Tor retteten die Lightning ihren Vorsprung über die Zeit. Zugute kam Tampa Bay, dass sich die Avalanche 163 Sekunden vor Spielende einen Wechselfehler leisteten und für zwei Minuten in der Schlussphase mit einem Mann weniger auf dem Eis auskommen mussten.
Tampa Bay lag in der ersten Runde der Eastern Conference mit 2:3-Siegen gegen die Toronto Maple Leafs und im Eastern Conference Finale mit 0:2-Siegen gegen die New York Rangers zurück.

TBL@COL, Sp5: Palat zur 3:2-Führung der Lightning im

"Blätter nach dem Spiel eine Seite weiter. Wir sind hier gewesen. Lagen wir schon einmal 1:3 hinten? Nein. Aber wir waren schon in Situationen, in denen wir das Gefühl kennen, in einem Entscheidungsspiel zu stehen. Wir haben auf beiden Seiten gestanden. Wir wissen also, wie es auf beiden Seiten zugeht. Ja, es bricht einem das Herz, wenn man in der Overtime verliert [Spiel 4: 2:3 OT]. Vor allem zu Hause, wenn man so nah dran ist, die Serie auszugleichen, dass es nur noch zwei von drei Spielen sind, die man gewinnen muss. Aber wenn man so etwas schon erlebt hat, braucht man mentale Stärke, um in einem solchen Umfeld nicht zusammenzubrechen und so zu spielen, wie wir es getan haben. Das ist der Grund, warum wir ein paar Stanley Cup Ringe an unseren Fingern haben", erklärte Cooper.
Corey Perry war an den ersten zwei Treffern der Lightning mit einem Assist beteiligt und zeigte sich begeistert von dem Auftritt der ganzen Mannschaft.
"Wir haben heute richtig gut gekämpft und klasse gespielt. Sie haben natürlich auch Druck gemacht, doch wir sind damit recht gut zurechtgekommen und sind überglücklich. Wir haben in der Kabine vor dem Spiel darüber gesprochen, wie wir unser Spiel aufziehen möchten, und das haben wir weitestgehend so umgesetzt. Letztendlich haben wir ausreichend Pucks aufs Tor gebracht und dementsprechend auch gewonnen", so der 37-Jährige, der sich mit den Anaheim Ducks bereits vor 15 Jahren schon einmal auf dem Stanley Cup verewigen konnte.