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Streit und Eisenschmid kämpfen um ihren Platz

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: Der Schweizer und der Deutsche müssen im Trainingscamp der Canadiens Gas geben.

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste ist, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?

Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die Montreal Canadiens:

Für Mark Streit ist die Vorfreude auf die kommende Saison besonders groß. Nicht nur, dass er mittlerweile ein Stanley Cup Champion ist, sondern die NHL-Karriere des bald 40-jährigen Schweizers findet seine Fortsetzung und zwar an einem ganz besonderen Ort, nämlich bei den Montreal Canadiens, wo er 12 Jahre zuvor in Nordamerika begann durchzustarten.

"Montreal hatte immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich dort angefangen habe", erzählte Streit der Zeitung Montreal Gazette kürzlich. "Ich kenne die Verrücktheit, die vielen Medien und die vielen großartigen Fans. Was ich immer vermisst habe, war im Bell Centre zu spielen. Es ist eine besondere Fläche, mit besonderen Fans und einer besonderen Atmosphäre."

Video: TBL@PIT: Streit verwertet Crosbys Zuspiel im Debüt

Streit trifft in Montreal auf alte Bekannte, wie Torhüter Carey Price und Tomas Plekanec, die damals 2005 bis 2008 schon mit ihm gespielt hatten oder Trainer Claude Julien, der auch in seiner Rookie-Saison dort tätig war.  

General Manager Marc Bergevin wurde sich schnell mit Streit einig, denn mit einem prognostizierten Jahresgehalt von 700.000 US-Dollar und seiner Erfahrung ist er als Schnäppchen zu bezeichnen. Die Canadiens erhalten dafür einen topmotivierten Verteidiger, der keine Berührungsängste haben wird, weil er und seine Frau perfekt Französisch sprechen. Außerdem ist die Flugverbindung von Montreal nach Europa eine der kürzesten aus Nordamerika überhaupt.

Rein sportlich winkt Streit ein weiterer Anlauf auf den Stanley Cup bei einem Spitzenteam. Andererseits muss er sich starker Konkurrenz um die sechs Startplätze in der Verteidigung stellen, wie es zuletzt bei den Pittsburgh Penguins der Fall war.

Doch er scheut diese Aufgabe ebenso nicht wie Markus Eisenschmid. Der 22-jährige Deutsche kämpft in dieser Saison um seine Chance im Sturm der Canadiens sein Debüt in der NHL geben zu dürfen, nachdem er im Januar in Montreal einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieb.

"Ich habe bis jetzt einen super Sommer und fühle mich gut vorbereitet, um im Camp Vollgas zu geben", betonte Eisenschmid gegenüber NHL.com/de. "Ich war bis Ende Juli zu Hause und bin dann nach Minneapolis geflogen, um hier weiter zu trainieren. Im Camp werde ich natürlich mein Bestes geben und einen guten Eindruck machen. Dann werden wir ja sehen was möglich ist."

Das Trainingscamp der Canadiens ab Anfang September wird ein wichtiger Leistungstest für ihn werden. Es wäre eine Überraschung, wenn sich Eisenschmid einen Platz im Kader zum Saisonauftakt verschaffen könnte, doch die Saison ist lang und Spieler aus dem Farmteam haben ab der neuen Saison einen großen Vorteil. Ihre Mannschaft zog von St. John in Neufundland nach Laval vor die Tore Montreals um. Somit findet die Spieler mehr Beachtung und können leichter nach oben geholt werden.

"Wenn ich gut spiele und verletzungsfrei bleibe, bekomme ich dieses Jahr vielleicht meine Chance", weiß auch Eisenschmid zu berichten. "Aber wie gesagt, die muss ich mir verdienen."

Ziele hat der junge Allgäuer, die vor allem seine körperliche Verfassung betreffen, denn er musste zuletzt einige Verletzungen wegstecken. "Ich möchte eine Saison gesund bleiben", verdeutlichte er. "Die letzten beiden Jahre waren frustrierend, weil ich viel verletzt war. Ich habe aber den ganzen Sommer daran gearbeitet, damit ich das in den Griff bekomme."

"Offensiv ist bei mir noch Potenzial nach oben vorhanden, aber das hängt natürlich auch davon ab, wie man eingesetzt wird. Ich habe mir aber am Ende der letzten Saison vorgenommen stärker, schwerer und schneller zu werden. Dieses Jahr möchte ich auch mehr und besser meine Schnelligkeit nutzen."

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