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Die Colorado Avalanche stehen zum dritten Mal in ihrer Franchise-Geschichte in einem Stanley Cup Finale. 1996 bezwangen sie mit einem Sweep (4:0-Siege) die Florida Panthers und 2001 rangen sie in sieben Spielen die New Jersey Devils nieder, nachdem sie in der Serie zwischenzeitlich mit 2:3 hinten gelegen hatten. NHL.com/de vergleicht die zwei Siegermannschaften der Avalanche mit jener in diesem Jahr.

Die Topscorer
1996: Joe Sakic, Valeri Kamensky und Peter Forsberg, 22, waren in den Stanley Cup Playoffs 1996 die erfolgreichsten Scorer der Avalanche. Für alle drei Stürmer war es die erste Finalteilnahme ihrer NHL-Karriere. Sakic sammelte als Colorados Kapitän 34 Punkte (18 Tore, 16 Assists) in 22 Playoff-Spielen, gefolgt von Kamensky mit 22 Zählern (10 Tore, 12 Assists) und dicht dahinter Forsberg mit 21 Punkten (10 Tore, 11 Assists). Schließlich wurde Sakic als wertvollster Spieler der Playoffs mit dem Gewinn der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet.

Bourque_Sakic

2001: Sakic führte auch beim zweiten Stanley Cup Triumph der Avalanche die teaminterne Scorerwertung an. Auf 26 Punkte (13 Tore, 13 Assists) kam der mittlerweile 31-jährige Center in 21 Playoff-Partien. Zwei Spiele mehr absolvierten Rechtsaußen Milan Hejduk und Linksaußen Alex Tanguay, denen 23 Zähler (7 Tore, 16 Assists) und 21 Punkte (6 Tore, 15 Assists) gelangen. Für Forsberg waren nach zwei Runden verletzungsbedingt die Playoffs vorzeitig beendet. Dem schwedische Ausnahmestürmer waren in den elf Partien gegen die Vancouver Canucks und Los Angeles Kings 14 Punkte (4 Tore, 10 Assists) gelungen. Als zweitbester Torschütze zeichnete sich Center Chris Drury mit elf Treffern aus.
2022: Die diesjährigen Topscorer der Avalanche stehen ihren namhaften Kollegen aus der Vergangenheit in nichts nach. Mit Cale Makar führt ein Verteidiger die Punktewertung nach 14 Partien an. Der 23-jährige Abwehrspieler kommt auf 22 Zähler (5 Tore, 17 Assists). Ebenfalls einen Punkteschnitt von über 1,00 weisen Center Nathan MacKinnon mit 18 Punkten (11 Tore, 7 Assists), Linksaußen Gabriel Landeskog mit 17 Zählern (8 Tore, 9 Assists), Rechtsaußen Mikko Rantanen mit 17 Punkten (5 Tore, 12 Assists) und Center Nazem Kadri mit 14 Punkten (6 Tore, 8 Assists) in 13 Auftritten aus. Im Durchschnitt erzielten die Avalanche 4,64 Tore/Spiel und damit deutlich mehr als die Sieger von 1996 (3,64) und 2001 (3,00)
Die Defensive
1996: Als echter Glücksgriff sollte sich für die Avalanche die Verpflichtung von Sandis Ozolinsh erweisen. Der gebürtige Lette kam während der Saison 1995/96 von den San Jose Sharks nach Denver und wurde mit 19 Punkten (5 Tore, 14 Assists) ihr bester Verteidiger in den Playoffs. Nur drei Zähler weniger sammelte der Kölner Uwe Krupp, dem vier Tore, darunter der Siegtreffer zum Cup-Gewinn in Spiel 4 gegen die Panthers, sowie zwölf Assists gelangen. Verteidiger Alexei Gusarov wies mit +13 den besten +/-Wert aller Spieler der Avalanche aus.
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2001: Gnadenlos kompakt standen Colorados Abwehrreihen im Siegerjahr 2001. Mit Rob Blake (zweite Finalteilnahme nach 1993), Ray Bourque (dritte Finalteilnahme nach 1988 und 1990) und Adam Foote sowie Jon Klemm, die bereits beim Titelgewinn 1996 dabei waren, konnte Colorado mit einem erfahrenen Defensivverbund aufwarten, der kaum etwas anbrennen ließ. Im Schnitt ließen die Avalanche in den Playoffs nur 1,78 Tore pro Spiel zu. Zum Vergleich: 1996 waren es 2,32 Tore/Spiel und 2022 sind es 2,86 Tore/Spiel. Punktbester Verteidiger der Avalanche war Blake mit 19 Zählern (6 Tore, 13 Assists).

2022: Unter den Defensivkräften sticht Makar hervor, und das nicht nur wegen seiner 22 Punkte, die er bereits erzielen konnte. Colorados Topscorer ist mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 27:05 Minuten omnipräsent. Neben Devon Toews mit 13 Zählern (5 Tore, 8 Assists) in 14 Spielen beeindruckt Rookie Bowen Byram (7 Assists) vor allem durch sein gutes Stellungsspiel und konsequente Defensivarbeit (+/-Wert: +12).
Die Torhüter
1996: Die unangefochtene Nummer 1 der Avalanche im Tor war Patrick Roy. Der dreifache Vezina Trophy-, zweifache Conn Smythe Trophy-Gewinner und zweimalige Stanley Cup Champion mit den Montreal Canadiens absolvierte alle 22 Playoff-Partien, erreichte hierbei eine Bilanz von 16-6 mit einer Fangquote von 92,1 Prozent, einem Gegentrefferschnitt von 2,10 und drei Shutouts. Als Roys Backup fungierte Stephane Fiset. Er stand in Spiel 5 der ersten Runde gegen die Canucks für 40 Sekunden im Tor.
2001: Erneut setzten die Avalanche auf Roy im Kasten, der noch nichts von seiner Dominanz verloren hatte und sich mit 35 Jahren im besten Eishockeytorwart-Alter befand. Für Roy waren es die 15. Playoffs seiner Karriere und es sollten mit einer Gegentrefferschnitt von 1,70, einer Fangquote von 93,4 Prozent und vier Shutouts seine besten werden. Ihm den Rücken frei, hielt der Schweizer David Aebischer. Er kam am 4. Mai 2001 gegen die Los Angeles Kings zu einem Kurzeinsatz von 32 Sekunden, musste aber keinen Torschuss parieren.

2022: Pavel Francouz oder Darcy Kuemper? Wer wird in Spiel 1 des Stanley Cup Finales im Kasten der Avalanche stehen. Trainer Jared Bednar lässt die Antwort auf diese Frage noch offen. "Es ist eine schwierige Entscheidung. Es wird Gespräche darüber geben. Wir werden eine Entscheidung treffen und von dort aus weitermachen", erklärte Bednar am Donnerstag. Mit Kuemper im Tor gegen die Nashville Predators waren die Avalanche in die Playoffs gestartet. Francouz war der Starting Goalie in Spiel 4. In der zweiten Runde gegen die St. Louis Blues setzte Bednar erneut auf Kuemper. Der 32-Jährige verletzte sich jedoch in Spiel 1 des Western Conference Finales gegen die Edmonton Oilers und mit Francouz als Nummer 1 zog Colorado ins Stanley Cup Finale ein. Weder Francouz (GAA 2,86; SV%: 90,6%; 1 SO) noch Kuemper (GAA 2,65; SV%: 89,7%) können mit den Werten der Torwart-Legende Roy mithalten, obwohl sich ein 1:1-Vergleich angesichts der Entwicklung des Eishockeysports verbietet.
Das Fazit
Die Champions der Jahre 1996 und 2001 verfügten über deutlich mehr Erfahrung als der jetzige Kader der Avalanche, der jedoch über eine enorme Tiefe in der Offensive verfügt und dadurch für den Gegner schwieriger auszurechnen ist. Ein Pluspunkt des aktuellen Teams ist ebenso dessen enorm gefährliches Überzahlspiel. Fast ein Drittel ihrer Powerplays schließen die Avalanche mit einem Tor ab (31,1 Prozent). 1996 (21,8 Prozent) und 2001 (19,8 Prozent) waren sie bei nummerischer Überlegenheit auf dem Eis weniger effektiv. Ein dritter Stanley Cup Triumph ist den Avalanche des Jahres 2022 auf jeden Fall zuzutrauen!