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Während eine spannende reguläre Saison langsam ihrem Ende entgegengeht, stehen noch einige Entscheidungen aus, die das ganze Jahr über hart umkämpft waren. Die enge Tabellensituation verspricht in den letzten Tagen der Spielzeit 2020/21 einige interessante Begegnungen. So warten etwa die Montreal Canadiens noch darauf, ihr Ticket für die Stanley Cup Playoffs zu lösen. Das könnte ihnen in ihrer nächsten Partie am Samstag (7 p.m. ET; NHL.tv; So. 1 Uhr MESZ) gelingen. Dabei treffen sie ausgerechnet auf ihren ältesten Rivalen, die Toronto Maple Leafs.

Doch während dieser außergewöhnlichen Saison sorgen nicht nur die traditionellen Rivalitäten für ein unterhaltsames Kräftemessen. Die Tatsache, dass die Mannschaften mindestens acht Mal gegeneinander spielen, entfachte neue Konkurrenzkämpfe.
In den meisten Divisionen gibt es auf der Zielgeraden ein hartes Ringen um die endgültige Platzierung für die Playoffs. In der Honda West Division machen sich die Vegas Golden Knights, Colorado Avalanche und Minnesota Wild berechtigte Hoffnungen auf den ersten Platz. Vegas führt derzeit mit 76 Punkten (37-13-2), gefolgt von Colorado mit 72 Punkten (34-13-4) und Minnesota mit 71 Zählern (33-14-5) Während die Wild und Golden Knights jeweils noch vier Spiele vor sich haben, müssen die Avalanche fünf Partien bestreiten, eine davon gegen die Golden Knights. Alle drei Teams sind bereits am Freitag im Einsatz, um wertvolle Punkte zu sammeln.
Der Zweikampf zwischen den Golden Knights und den Wild nahm in dieser Saison und dabei vor allem in den vergangenen Partien an Fahrt auf. Während Minnesota und Colorado schon seit Jahren regelmäßig in der Central Division gegeneinander antreten, sind die Golden Knights aufgrund der Umstrukturierung der Divisionen in der verkürzten Corona-Saison ein neuer Stammgast in St. Paul. Hinzu kommt, dass die Wild die wohl beste Saison der Franchise-Geschichte spielen und damit eine ungewohnte Rolle als Konkurrent um die Spitzenplätze einnehmen.

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Sechs der acht Spiele zwischen beiden Teams wurden mit nur einem Tor Differenz entschieden, sie gingen in die Verlängerung oder ins Penaltyschießen. Vor allem beim letzten Aufeinandertreffen, einem 3:2 n. V. für die Golden Knights, kam echte Playoff-Stimmung auf. Beide Mannschaften zeigten ein intensives Spiel mit viel körperlicher Härte und Kampfgeist.
"Es hat sich definitiv eine Rivalität zwischen uns entwickelt", bestätigte Minnesotas Trainer Dean Evason. "Das ist schon der Fall, seit sie in die Liga gekommen sind. Aber egal gegen wen man spielt: Wenn man mehrere Spiele in Folge gegeneinander hat, meistens sind es zwei, manchmal sogar drei oder vier, fühlt sich das nach Playoffs an. Die Spiele haben automatisch mehr Intensität."
Diese Rivalitäten dürften nicht mit der regulären Saison enden, denn in den ersten beiden Runden der Playoffs werden die Teams erneut ausschließlich auf die Konkurrenz aus der eigenen Division treffen. Nach dem aktuellen Tabellenstand würden die Golden Knights in der ersten Runde gegen die St. Louis Blues antreten, die Wild müssten gegen die Avalanche ran. Die Sieger der beiden Serien würden dann gegeneinander antreten. Umso mehr bietet das die Gelegenheit für alle Beteiligten, die während der regulären Saison entwickelten Konkurrenzgefühle weiter auszuleben.
"Wenn man in die Playoffs kommt, sind das immer harte Spiele, egal gegen wen", erklärte Evason. "Das wird intensives Eishockey. Weil man sich in der Division so oft gesehen hat, hat sich eine Rivalität aufgebaut, da haben sich persönliche Abneigungen entwickelt, das wird von Beginn jeder Serie an da sein."
Die Honda West bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Die Teams aus den anderen Gruppen erleben in dieser Saison ähnliche Situationen. In der Discover Central Division führten die Carolina Hurricanes, Tampa Bay Lightning und Florida Panthers über weite Strecken der Saison einen Dreikampf um die Spitzenplätze. Die Lokalrivalen Panthers und Lightning lieferten sich dabei einen ausgeglichenen Schlagabtausch. Von bisher sechs Partien gewann jedes Team drei.

Die letzten beiden Begegnungen der regulären Saison tragen beiden Mannschaften gegeneinander aus. Danach stehen sie sich voraussichtlich erneut mehrere Mal am Stück gegenüber. Die Hurricanes haben den ersten Platz in der Division fast sicher, die Lightning und die Panthers belegen punktgleich Platz zwei und drei. Das bedeutet, dass sie in der ersten Runde der Playoffs aufeinandertreffen dürften.
"Das macht die Sache wahrscheinlich einfacher. Und zwar in dem Sinne, dass sie uns kennen und wir sie kennen", meinte Tampas Trainer Jon Cooper. "Wenn man in eine Playoff-Serie geht, ist das erste Spiel oft ein erstes Abtasten. Das Videostudium bringt einen nur bis zu einem bestimmten Punkt weiter. Man weiß aber nie, wie das Match läuft, bis man auf dem Eis steht. Nachdem wir so oft gegen sie gespielt haben und wir uns in den letzten beiden Partien der Saison erneut über den Weg laufen, gibt es keine Geheimnisse mehr."
Sowohl bei Evason als auch bei Cooper schwingt bei dem Gedanken an die Playoffs gegen die Rivalen aus der Division eine gewisse Vorfreude mit. Cooper machte deutlich, dass er die Auseinandersetzung mit einem bekannten Gegner dem Duell mit einem unbekannten Konkurrenten vorzieht.
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"Ich will nicht sagen, dass es dadurch einfacher wird, weil in den Playoffs nichts leicht ist", gab Tampas Coach zu Protokoll und verglich die aktuelle Lage mit den vergangenen Playoffs. "Vorige Saison hatten wir beispielsweise nur einmal gegen die Columbus Blue Jackets gespielt und trafen dann in den Playoffs auf sie. Gegen Florida hatten wir jetzt eine Menge Spiele. Wir wissen daher, was auf uns zukommt."
In der Postseason dürfte die Intensität zwischen neuen und alten Rivalen weiter zunehmen. Denn in den Playoffs geht es um alles oder nichts gegen einen Gegner, gegen den man zuvor jede Menge Checks eingesteckt, Zweikämpfe ausgefochten und Schüsse geblockt hat. Die Spieler haben deshalb reichlich Anlass zu motivierten Auftritten im Kampf um den Stanley Cup.