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Spielerperformances erinnern an 1992/93

Leon Draisaitl, Connor McDavid und David Pastrnak lassen die Vergangenheit neu aufleben

von Stefan Herget @NHLde / Freier Chefautor NHL.com/de

Klangvolle Namen wie Mario Lemieux (Pittsburgh Penguins), Steve Yzerman (Detroit Red Wings), Teemu Selanne (Winnpeg Jets), Luc Robitaille (Los Angeles Kings), Mats Sundin (Quebec Nordiques), Jeremy Roenick (Chicago Blackhawks), Joe Sakic (Quebec) oder Brett Hull (St. Louis Blues) erscheinen im vorderen Bereich, wenn man die Topscorer-Liste der Saison 1992/93 betrachtet. Aber auch weniger erwartete Kandidaten wie Kevin Stevens (Pittsburgh), Rick Tocchet (Pittsburgh), Craig Jenney (St. Louis) oder Joe Juneau (Boston Bruins) sind dabei, wenn es um die Liste der 21 Spieler geht, die vor 27 Jahren für die wohl einmalig bleibende Besonderheit sorgten, dass sie 100 oder mehr Punkte in einer Saison erzielen konnten.

Die Krone sicherte sich Lemieux mit 160 Punkten (69 Tore, 91 Assists) in nur 60 Spielen. Sein Punkteschnitt pro Spiel lag bei fantastischen 2,67, dem drittbesten Wert in der NHL-Geschichte nach Wayne Gretzky 1983/84 (2,77) und 1985/86 (2,69). Zehn Spieler kamen auf über 120 Punkte. Mark Recchi (Philadelphia Flyers) landete mit 123 Punkten (53 Tore, 70 Assists) auf dem zehnten Platz. Rookie Selanne stellte mit 76 Toren den bis heute gültigen Rekord für NHL-Neulinge auf und stand durch zusätzliche 56 Assists mit 132 Punkten auf dem fünften Platz.

 

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Alle Mannschaften erzielten im Schnitt 3,63 Tore und 1,03 Powerplay-Treffer pro Spiel. Zum Vergleich: In der laufenden Saison liegen nur die Bruins (3,79) und Tampa Bay Lightning (3,76) über dem Gesamtdurchschnittswert von damals. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, welch besondere Saison es war, in der die Stürmer zur Hochform aufliefen, in der es galt die Strafbank möglichst zu vermeiden und die Torhüter äußerst bemitleidenswert waren.

Die Statistiken aus der Saison 1992/93 können zum Ende der regulären Saison 2019/20 im April 2020 kaum erreicht werden, doch einzelne Performer schicken sich an, die Bestwerte von Anfang der 90er Jahre anzugreifen.

Zu allererst sei hierbei David Pastrnak von Boston erwähnt, der mit seinem zweiten Hattrick in dieser Spielzeit und sechsten seiner Karriere am Dienstag beim 8:1-Erfolg im Bell Centre der Montreal Canadiens sein Torkonto auf 23 Treffer in 24 Spielen ausbaute. Eine Besonderheit: Es war der erste Hattrick eines Bruins-Spielers in Montreal seit dem 30. November 1987, als Steve Kasper bei der 4:6-Niederlage drei Mal traf.

Pastrnaks 23 Tore, inklusive zwölf im Powerplay, sind die meisten eines NHL-Spielers in den ersten 24 Spielen einer Saison seit Lemieux in besagter Spielzeit 1992/93 26 erzielen konnte. Bostons tschechischer Stürmer liegt mit seiner Powerplay-Ausbeute erstmals seit Dave Andreychuk, natürlich aus 1992/93, gleichauf. Der ehemalige Kapitän der Lightning hatte am Ende der Saison 32 Powerplay-Tore zu Buche stehen.

Video: BOS@MTL: Pastrnak gelingt sein sechster NHL-Hattrick

Pastrnak bleibt trotz seiner Erfolgsserie bescheiden. "Um ehrlich zu sein, ich habe mich absolut schlecht gefühlt", sagte er nach der Begegnung am Dienstag. "Die ersten paar Shifts habe ich mich sogar richtig schlecht gefühlt. Manchmal fühlt man sich gut und er geht nicht rein. Aber so ist Eishockey. Es geht immer auf und ab und ich habe nur versucht, mein Spiel zu spielen."

Wie sich sein Teamkollege Brad Marchand gefühlt hat, ist nicht überliefert, aber auch er sammelte mit einem Tor und zwei Assists weitere Zähler und schraubte seine Saisonbilanz auf 42 Punkte (17 Tore, 25 Assists). Er ist der erste Bruins-Spieler seit Adam Oates (na wann schon?) in der Saison 1992/93 und der vierte in den vergangenen 45 Jahren, der in den ersten 24 Spielen einer Saison die 40 Punkte-Marke erreichen konnte. 

Marchand ist in der Scorerwertung Dritter hinter den Stürmern Leon Draisaitl und Connor McDavid von den Edmonton Oilers, die mit 48 bzw. 47 Punkten die Rangliste derzeit anführen. 1992/93 ist eine von nur zwei Spielzeiten, in denen zwei Spieler 147 oder mehr Zähler für sich verbuchen konnten. Neben Lemieux übertrumpfte Pat LaFontaine (Buffalo Sabres) mit 148 Punkten (53 Tore, 95 Assists) diesen Wert. Draisaitl und McDavid befinden sich mit ihrem Punkteschnitt auf dem Weg, dass dieses Ereignis zum dritten Mal in der NHL-Geschichte eintritt.

Video: EDM@VGK: McDavid verwertet Draisaitls Pass im PP

Der deutsche Stürmer käme am Ende auf 151 und der Kanadier auf 148 Punkte. Natürlich sind diese Zahlen nur Hochrechnungen, nachdem noch nicht einmal ein Drittel der regulären Saison absolviert ist, doch bereits die Tendenz hat eine große Aussagekraft. Es ist zumindest so, dass man schon kurz staunend innehalten darf, welche Leistungen insbesondere Pastrnak, Draisaitl und McDavid abrufen.

Eine schlechte Nachricht in Anführungszeichen gibt es aber dennoch für die drei Ausnahmestürmer. Unter den 21 Top-Scorern mit 100 oder mehr Punkten in der regulären Saison 1992/93 stand kein einziger Akteur des späteren Stanley Cup Siegers 1993, den Montreal Canadiens. Deren Topscorer war Vincent Damphousse mit 97 Punkten (39 Tore, 58 Assists) auf dem insgesamt 24. Platz.  

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