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In der NHL kann das ganz fix gehen. Spielerwechsel werden manchmal innerhalb von wenigen Stunden vollzogen. Insbesondere rund um die NHL Trade Deadline kann es hektisch werden für die Protagonisten. So erging es vielen Aktiven auch in diesem Jahr. Am Montag endete das Transferfenster in der Liga für die laufende Saison 2020/21.

Ein extremer Fall spielte sich am letzten Tag der Trade Deadline ab. Victor Mete, der noch am Vormittag mit den Montreal Canadiens trainiert hatte, feierte am Abend sein Debüt in Reihen der Ottawa Senators. Mete gewann mit seinem neuen Team mit 4:2 gegen die Winnipeg Jets. Er bekam 9:43 Minuten Eiszeit, ohne auch nur ein einziges Mal mit den neuen Mannschaftskollegen trainiert zu haben, das ist schon ungewöhnlich.
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"Es war verrückt", befand Mete hinterher im für ihn noch ungewohnten Trikot der Senators. "Ich hatte am Morgen noch Training in Montreal und bin danach mit den Reservisten aufgelaufen. Am Mittag wurde mir mitgeteilt, dass mich Ottawa verpflichtet hat. Ich bekam einen Anruf von Senators-GM Pierre Dorion und Trainer D.J. Smith, die mich fragten, ob ich zum Spiel kommen könnte. Meine Verlobte und ich haben dann schnell gepackt und sind direkt zur Eishalle gefahren."
Nicht ganz so hektisch ging es für die Spieler zu, die am Dienstag ihren Dienst in neuer Umgebung antraten und dabei unterschiedlich erfolgreich waren. Von gelungenen Premieren bis zu verhagelten Auftaktspielen war alles dabei.
Anthony Mantha sammelte bei seinem Debüt für die Washington Capitals zwei Punkte. Nach seinem Wechsel von den Detroit Red Wings in die US-Hauptstadt fertigte er mit seinem neuen Team die Philadelphia Flyers mit 6:1 ab.

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Die Capitals gaben Stürmer Jakub Vrana, einen Erstrundenpick und einen Zweitrundenpick ab, um Mantha aus Detroit zu holen und sich mit ihm im Hinblick auf die Stanley Cup Playoffs noch besser aufzustellen. Mantha verbuchte im ersten Drittel einen Assist und schoss im zweiten Durchgang sein zwölftes Saisontor.
"Ich kann mir nichts Besseres für mein erstes Spiel wünschen", sagte Mantha. "Wenn ein Team kommt, um dich zu verpflichten, willst du natürlich so gut wie möglich aussehen. Ich denke, heute Abend war ein Schritt nach vorne."
Ein Erfolgserlebnis gab es auch für Taylor Hall bei den Boston Bruins mit dem 3:2 n. P. gegen die Buffalo Sabres. Neben Hall feierte auch Curtis Lazar sein Debüt für Boston gegen sein vormaliges Team aus Buffalo.
Bostons Trainer Bruce Cassidy sagte bereits nach dem morgendlichen Training, dass die Spieler durch die Verpflichtung von Hall neuen Schwung bekommen hätten. "Ich denke, dass es für unsere Jungs sehr wichtig ist, einen Spieler von Taylors Größe zu bekommen, um zusätzliche Punkte zu machen", sagte er. "Unsere Jungs sind sehr offen. Sie werden dafür sorgen, dass er sich sofort wie zu Hause fühlt."
Weniger gut lief es am Dienstag hingegen für David Rittich. Zu seinem Leidwesen musste er bei seiner Premiere für die Toronto Maple Leafs eine Niederlage quittieren. Der Torhüter, der am Sonntagabend von den Calgary Flames erworben wurde, unterlag mit seinem neuen Arbeitgeber am Dienstagabend in der Scotiabank Arena in der Verlängerung nach einem Treffer von Flames-Angreifer Johnny Gaudreau mit 2:3.

Gaudreau OT goal vs Rittich

"Das war eine harte Nummer", offenbarte Rittich hinterher seine Gefühle. "Ich musste gegen mein altes Team spielen, zu dem ich vier Jahre lang gehörte. Und das Schlimmste war, dass wir in der Overtime verloren haben."
"Ich fand, dass er wirklich gut aussah. Er hat einige starke Paraden gezeigt. Ich glaube nicht, dass er bei den Gegentoren eine Abwehrchance besaß", lobte Leafs-Trainer Sheldon Keefe den Neuzugang.
Rittich, der seit dem 4. April nicht mehr gespielt hatte, begegnete dem bitteren Spielausgang mit Humor. "Im ersten Drittel hatte ich noch etwas Angst vor den Spielern in den blauen Trikots", scherzte er über seine neuen Kollegen. "Aber danach habe ich zu meinem Spiel gefunden. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, in diesem großartigen Team zu spielen."
David Savard, der neue Verteidiger Tampa Bay Lightning, wird vermutlich mehr als nur ein paar Tage brauchen, um sich einzugewöhnen. Er kam von den Columbus Blue Jackets, für die er zehn Jahre auflief und mit denen er ein anderes System spielte als beim amtierenden Stanley Cup Champion. Das mag der Hauptgrund gewesen sein, weshalb sein Debüt misslang. Bei den Nashville Predators setzte es für Tampa Bay eine 2:7-Niederlage. Savard beendete die Partie mit einer Plus-Minus-Bilanz von -4.
"Es war ein komisch, hier reinzukommen. Es fühlte sich an, als wäre es wieder mein erstes Jahr in der Liga", bestätigte Savard seine Eingewöhnungsschwierigkeiten. Dennoch freut er sich darüber, nun für die Lightning aufzulaufen. "Es ist eine tolle Mannschaft mit tollen Typen. Ein paar von den Jungs kannte ich ja schon. Sie haben es mir einfach gemacht."