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Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Philipp Grubauer von den Seattle Kraken

Manch einer war in der Saison 2024/25 womöglich dazu geneigt, Philipp Grubauer abzuschreiben. Der deutsche Routinier war zwischenzeitlich in die AHL heruntergeschickt worden und hatte sieben Saisonspiele für die Coachella Valley Firebirds absolviert. Für einen Stanley Cup Champion wie Grubauer war dies ein herber sportlicher Abstieg. Umso wichtiger ist es für den 34-Jährigen gewesen, sich in der Saison 2025/2026 eindrucksvoll zurückzumelden. 

Grubauer stand im teaminternen Ranking zwar hinter Joey Daccord, kam aber dennoch auf 32 Einsätze. Er wurde nicht nur gebraucht, wenn Daccord verletzungsbedingt fehlte, was im November 2026 der Fall war. Vielmehr bildeten die beiden ein ausgeglichenes Torwart-Gespann. Man könnte auch sagen: Grubauer war nicht die Nummer 2, sondern eher die Nummer 1B. 

Mit einer Save-Quote von 90,9 Prozent schnitt er statistisch sogar besser ab als der 29-Jährige Daccord, der 89,7 Prozent aller Schüsse parierte. Bemerkenswert: Grubauer verbuchte die persönlich höchste Fangquote seit der Saison 2020/21, als er noch bei der Colorado Avalanche unter Vertrag stand und 92,2 Prozent erreichte.

Schaut Euch die besten Saves von Philipp Grubauer in 2025/26 an

Schlüsselspieler bei Erfolgsserie der Kraken

Es gab viele Spiele, in denen er die Gegner regelrecht zur Verzweiflung brachte. Großen Anteil hatte er an der längsten Erfolgsserie der Kraken Ende Dezember und Anfang Januar, als Seattle in zehn Spielen hintereinander punktete und acht davon gewann. Der Rosenheimer stand in fünf Partien davon im Tor, viermal erreichte er eine Save-Quote von mindestens 96 Prozent. Mit Grubauer als Starter erreichten die Kraken eine Bilanz von 13-12-4.

Rückblickend kann sich Grubauer allerdings nur bedingt darüber freuen, denn die Kraken haben die Playoffs mit einer Bilanz von 34-35-11 klar verpasst. „Vielleicht kann ich sagen, dass ich stolz auf mich bin“, erklärte Grubauer direkt nach Saisonende, schon dann aber hinterher: „Ich bin nicht zufrieden.“ Seine eigene Leistungssteigerung erklärte er mit dem Vertrauen der Trainer und der höheren Spielpraxis: „Es hat definitiv geholfen, mehr Einsätze zu bekommen. Genau das hat mir letztes Jahr gefehlt. Es ging nie um Selbstvertrauen, sondern darum, die Situationen zu sehen und regelmäßig zu spielen.“

SEA@CGY: Grubauer rettet gegen Huberdeau mit einer tollen Parade

Olympia war eine gute Erfahrung, aber nicht erfolgreich 

Auch bei der deutschen Nationalmannschaft war Grubauer gefordert und stand sowohl bei den Olympischen Winterspielen wie auch bei der Weltmeisterschaft im Tor. Bei Olympia hatte er eine Save-Quote von 91,2 Prozent, bei der WM kam er auf 88,9 Prozent. Dennoch blieb die DEB-Auswahl mit dem 10. Platz bei der WM und dem Viertelfinal-Aus bei Olympia hinter den Erwartungen. 

Olympia bleibt dennoch als unvergessliche Erfahrung in Erinnerung: „Ich war vorher noch nie bei Olympia dabei. Von daher war es ein ereignisreiches Erlebnis im olympischen Dorf zu sein und andere Sportler von anderen Sportarten zu erleben. Auch die Vielfalt der Nationen zu sehen, die vertreten waren, war beeindruckend. Eine gute Erfahrung, die sportlich leider nicht so verlaufen ist, wie es sich andere das vorgestellt haben. Aber wir haben gekämpft bis zum Schluss und können uns diesbezüglich nichts vorwerfen.“

Letztes Vertragsjahr, junger Konkurrent

Wie sieht nun die Zukunft von Grubauer aus? Klar ist, dass er sich angesichts seines Alters im Spätherbst seiner Karriere befindet. Sein Vertrag über sechs Jahre und 35,4 Millionen US-Dollar, den er im Jahre 2021 unterzeichnet hatte, als Seattle in den Spielbetrieb der NHL einstieg, endet nach der kommenden Saison. Das bedeutet: Grubauer spielte um seine Zukunft in der stärksten Eishockey-Liga der Welt. Sein Goalie-Kollege Daccord hingegen steht noch bis 2030 unter Vertrag. 

Zudem rückt jüngere Konkurrenz nach. Der 22-jährige Finne Niklas Kokko wurde beim NHL Draft 2022 in der 5. Runde an Position 58 von Seattle gepickt. Er kam bislang viermal in der NHL zum Einsatz, davon dreimal in der zurückliegenden Spielzeit. Kokko erreichte vergangene Saison eine Save-Quote von 89 Prozent. Nun geht auch er in sein letztes Vertragsjahr, ehe er zum Restricted Free Agent (RFA) wird. Kokko steht somit genauso auf dem Prüfstein wie Grubauer, der 2027 ein Unrestricted Free Agent (UFA) sein wird und somit frei über seine Zukunft entscheiden kann. 

Auf den Spuren von Hašek, Fleury & Co.?

Grubauer wird am 25. November 35 Jahre alt. Für einen Torwart ist es möglich, auch in diesem Alter noch mehrere Jahre auf Top-Niveau zu agieren. Ikonen wie Dominik Hašek, Martin Brodeur oder Marc-André Fleury, um nur drei Beispiele zu nennen, haben dies eindrucksvoll bewiesen. Auch Grubauer ist zuzutrauen, noch lange ein sicherer Rückhalt zu sein - ob nun in Seattle oder woanders.

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