Rossi Retro 7-24

Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Marco Rossi von den Vancouver Canucks

Erst die Vertragsverlängerung, wenige Monate später der Trade. Marco Rossi hat in der vergangenen Saison erlebt, wie schnelllebig Eishockey sein kann. Im August 2025 unterzeichnete der Österreicher bei den Minnesota Wild einen Dreijahresvertrag über 15 Millionen US-Dollar. Nachdem er 17 Spiele (vier Tore, neun Assists) für die Wild absolviert hatte, wurde er im Dezember zu den Vancouver Canucks getradet. Minnesota bekam Star-Verteidiger Quinn Hughes und gab dafür neben Rossi auch noch Zeev Buium, Liam Öhgren und ein Erstrunden-Pick für den NHL Draft 2026 ab. 

Vom Top-Team zum Schlusslicht der NHL

Plötzlich war Rossi nicht mehr bei dem Top-Team aus Minnesota, sondern beim schlussendlich punkteschwächsten Team der Liga. Für den 24-Jährigen war es zunächst merkwürdig, sich ein anderes Trikot überzustreifen. „Es ist schon komisch, vor allem wegen der veränderten Routine. Die Aufsteh- und Besprechungszeiten sind natürlich andere. Aber ich bin echt froh, hier zu sein“, sagte er. Nicht nur im Team fühle er sich wohl, sondern auch in der kanadischen Metropole: „Mir gefällt die Stadt, die Lage am Wasser und so weiter.“

Rossis Top-5-Tore der Saison 2025/26

Der Center kam im Dienst von Vancouver in 33 Spielen auf acht Tore und 14 Assists. Dies ergibt über die komplette Saison eine Bilanz von 50 Spielen, zwölf Toren und 23 Assists. Eine insgesamt ordentliche Ausbeute also, die noch besser ausgefallen wäre, wäre er nicht wiederholt vom Verletzungspech heimgesucht worden. „Es war eine verrückte Saison. Ich war verletzt, wurde getradet und habe mich bei meinem neuen Team erneut verletzt“, sagte der Stürmer nach Saisonende. 

Rossi glänzte gegen Nashville und Florida

Rossi stellte immer wieder seine Scoring-Qualitäten unter Beweis. Im März gab es innerhalb von fünf Tagen gleich zwei Partien, in denen er dreifach scorte. Beim 4:3 nach Penaltyschießen gegen die Nashville Predators gelangen ihm ein Tor und zwei Assists. Auch gegen den damals noch amtierenden Stanley Cup Champion Florida Panthers trumpfte er mit einem Tor und zwei Assists auf, sodass Vancouver 5:2 gewann. Danach jedoch zeigte Vancouver wieder ein anderes Gesicht und verlor sechs Partien in Folge bzw. zehn der darauffolgenden elf Spiele. 

Die Konsequenz der damaligen Negativserie: Als erste Mannschaft in der regulären Saison 2025/26 wurde Vancouver aus dem Rennen um die Stanley Cup Playoffs eliminiert. Rossi musste damit umgehen, in einer Mannschaft zu spielen, für die Niederlagen eher die Regel als die Ausnahme sind. „Wir haben viel Potenzial in der Truppe“, sagte er trotzdem. „Momentan ist es hart, denn verlieren macht keinen Spaß. Aber wir müssen den Weg akzeptieren, auf dem wir uns gerade befinden. Wir müssen uns voll reinhängen, aus jedem Spiel lernen und versuchen, besser zu werden.“

Privates Glück mit Partnerin Stefanie

Nach einer sportlich schwierigen Saison gab es zumindest privat Grund zur Freude: Der 24-jährige Vorarlberger und seine Freundin Stefanie gaben sich das Ja-Wort – erst vor dem Standesamt, dann in der Kirche. Rossi postete bei Instagram Fotos, die ihn vor dem Altar im feinen Zwirn zeigen. Zudem widmet er sich der Nachwuchsarbeit. Rossi wird am 17. August einen Trainingstag in St. Pölten mit den Nachwuchsteams der Lower Austria Stars verbringen und seine Erfahrungen weitergeben.

Bald richtet sich der Fokus auf die neue Saison. Mit Manny Malhotra haben die Canucks einen neuen Trainer. Der 46-Jährige war in den zurückliegenden beiden Spielzeiten als Trainer von Abbotsford, dem Farmteam der Canucks in der American Hockey League, tätig und soll für Aufbruchstimmung in Vancouver sorgen. 

Spielmacher Rossi will die Mitspieler besser machen

Rossi weiß, welche Qualitäten er dazu einbringen kann. „Ich mache die Spielzüge mit dem Puck. Ich bin ein Spielmacher mit einer guten Beinarbeit, egal in welchem Bereich. Ich gewinne die Zweikämpfe, ich gehe vorne ans Netz und versuche, meine Mitspieler besser zu machen.“ 

Er ist überzeugt davon, dass die Zukunft der Canucks erfolgsreich sein wird. „Wir sehen, dass es sich hier um eine junge Truppe handelt. Das gefällt mir wirklich sehr“, erklärte er. „Ich denke, dass wir in der Zukunft ein richtig gutes Team sein können. Es gibt noch einiges, was wir verbessern müssen. Aber das Team ist jung und alle lernen viel. Deshalb ist es wichtig, zusammenzuhalten und zu versuchen, ein Schritt in die richtige Richtung zu machen.“

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