Sky Deutschland ist seit Ende September 2021 offizieller, neuer Fernsehpartner der NHL in Deutschland. Der Abo-TV-Anbieter erwarb umfangreiche Übertragungsrechte an der National Hockey League (NHL) und wird die Liga in den Saisons 2021/22 bis einschließlich 2024/25 in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol live übertragen. Mit der Live-Übertragung von rund 300 Spielen pro Saison wird Sky seinen Kunden in den kommenden vier Spielzeiten mehr Begegnungen der NHL anbieten als jemals zuvor im deutschen Fernsehen gezeigt wurden.
"Ich kann es kaum erwarten, dass wieder die Playoff-Bärte wachsen!"
Nicht nur bei den Fans ist die Vorfreude auf die K.o.-Phase in der NHL groß, auch die Sky-Kommentatoren Olivier Zwartyes und Marcel Meinert sind aufgeregt

Außerdem überträgt Sky regelmäßig den NHL Saturday und NHL Sunday, in dessen Rahmen Spiele an den Wochenenden zur europäischen Abendzeit stattfinden. Bei den Übertragungen in Deutschland kommen regelmäßig auch deutsche Kommentatoren zum Einsatz. Mit zwei der prominentesten von ihnen haben wir im Laufe der Hauptrunde 2021/22 gesprochen und sie den Lesern von NHL.com/de einmal etwas näher vorgestellt. Jetzt, am Ende der regulären Saison, haben wir noch einmal mit Marcel Meinert und Olivier Zwartyes Kontakt aufgenommen, um uns mit ihnen über die größten Überraschungen der vergangenen Monate auszutauschen und einen Ausblick auf die kommenden Stanley Cup Playoffs 2022 von ihnen zu bekommen.
Hallo ihr zwei! Schön, dass ihr euch heute noch einmal die Zeit für uns nehmt. Was war für euch die größte positive Überraschung der regulären Saison 2021/22?
Olivier Zwartyes:Die größte Überraschung waren für mich die Florida Panthers. In der vergangenen Saison haben sie in der Discover Central Divison zwar schon gut ausgesehen. Dass die Cats aber eine so überragende Saison spielen, hätte ich nicht erwartet. Und das, obwohl Bundestrainer Toni Söderholm zu Saisonbeginn bei Sky Sport News im Talk gesagt hat, dass Florida für ihn zu den Topfavoriten gehört. Das zeigt, welch gutes Auge Toni hat. Gut, dass er dem DEB noch länger erhalten bleibt 😉 Die Panthers waren so unglaublich konstant und hatten eine Heimstärke die unangefochten ist. Die Auftritte im eigenen BB&T Center waren beeindruckend.
Marcel Meinert: Dass die Nashville Predators mit ihrer jungen Truppe tatsächlich um die Stanley Cup Playoffs mitspielen könnten, hätte ich nicht gedacht. Zudem haben sich auch Minnesota und St. Louis sehr stabil präsentiert. Außerdem freut es mich, dass bei den Rangers der Umbruch geglückt ist, und sie sich sicher für die K.o.-Phase qualifiziert haben.
Und welche Mannschaft ist aus eurer Sicht am meisten hinter den Erwartungen zurückgeblieben?
Marcel Meinert:Wenn man, wie die Montreal Canadiens, vom Vorjahresfinalisten zur schlechtesten Mannschaft der Liga wird, ist das natürlich ein echtes Desaster. Es gibt aber noch andere Mannschaften von denen ich mir deutlich mehr versprochen habe. Dazu gehören zum Beispiel die Philadelphia Flyers und auch die Premierensaison der Seattle Kraken. Selbst wenn sie unter schwierigen Bedingungen stattfand, ist die Saison für mich enttäuschend verlaufen. Und dann sind da noch die Vegas Golden Knights… Ein mögliches Aus nach der Regular Season hatte dort niemand ernsthaft auf der Rechnung.

Olivier Zwartyes: Ganz klar die Montreal Canadiens. Vom Stanley Cup Finalisten zum Tabellenschlusslicht, das hätte ich so nicht erwartet. Die Habs haben in meinen Augen in der vergangenen Saison und vor allem in den Playoffs über ihre Verhältnisse gespielt. Deshalb hatte ich nicht mit einer starken Saison gerechnet. Dass Montreal aber so abstürzt, ist schon extrem. Die Voraussetzungen waren aber mindestens genauso extrem. Wenn du in einer Saison auf die beiden wichtigsten Spieler verzichten musst wird es schwer. Carey Price im Tor und Kapitän Shea Weber kann man sportlich wie menschlich in der Kabine nicht ersetzen. Ein Nick Suzuki alleine reicht dann nicht aus.
Welcher deutschsprachige Spieler hat euch am meisten positiv überrascht?
Olivier Zwartyes:Ganz eindeutig Moritz Seider. Was er in dieser Saison für die Detroit Red Wings geleistet hat sucht seines Gleichen. Und das vom ersten Spieltag an. Acht Punkte in seinen ersten neun NHL-Spielen ist eine unfassbare Statistik für einen Rookie-Verteidiger. Er spielt so abgeklärt, erwachsen und physisch hart, ohne dabei unfair zu agieren. Es macht jede Sekunde Spaß ihm zuzuschauen. Wenn man seine Übersicht und seine Routine sieht, vergisst man jedes Mal wieder die Tatsache, dass es seine erste NHL Saison ist. Die Saison in Schweden bei Rögle BK hat ihm so viel mitgegeben auf seinem Weg in die NHL. Der Name Moritz Seider wird in den kommenden Jahren ein ganz großer in der NHL, da bin ich mir ganz sicher. Nicht umsonst schwärmen zahlreiche Red-Wings-Legenden von Moritz. An dieser Stelle möchte ich aber auch Timo Meier nennen. Er spielt bei den Sharks natürlich nicht um die Playoff-Plätze mit, aber der Schweizer ist so effektiv. Allein seine fünf Tore gegen die LA Kings waren geschichtsträchtig. Nicht zu vergessen, dass er dafür nur zwei Drittel gebraucht hat. Schade, dass wir ihn in den Playoffs nicht mehr sehen werden.
DET@CAR: Seider verwandelt einen Pass von Larkin
Marcel Meinert: Wir wussten alle, was Moritz Seider drauf hat. Aber dass er in seiner ersten NHL-Saison quasi zum Herzstück der Defensive in Detroit wird, hätte ich nicht erwartet. Er agiert schon in seinem ersten NHL-Jahr in vielen Elementen wie ein alter Hase und ist auch in der Kabine der Red Wings auf Anhieb ein Leader geworden. Der Junge bringt auch die nötige Demut mit, um eine große Karriere hinzulegen.
Und welcher internationale Akteur hat euch am meisten begeistert?
Marcel Meinert:Ich finde es ganz schwer, dort einen Akteur herauszugreifen, weil es so viele unterschiedliche Typen auf den verschiedensten Positionen gibt, die alle zurecht in der besten Liga der Welt ganz vorne mitspielen. Am meisten beeindrucken mich aber immer wieder die Spieler, die schon über viele Jahre als Gesichter ihrer Franchises auf höchstem Niveau mitspielen. Der Stellenwert, den Altstars wie Alex Ovechkin oder Sidney Crosby führ ihre Mannschaften noch immer haben, ist enorm hoch. Abgesehen davon kann man vom Torriecher eines Auston Matthews natürlich nur begeistert sein - das ist absolute Weltklasse.
Olivier Zwartyes:Kirill Kaprizov. Er ist mit 25 kein echter Youngster mehr, aber es ist erst seine zweite NHL-Saison. Der Russe hat einen sehr großen Anteil am guten Abschneiden der Minnesota Wild. Er überzeugt mit einer so unglaublichen Technik, Kreativität und Torgefahr.
Gibt es ein Team, mit dem vielleicht nicht jeder rechnet, dem ihr in den Stanley Cup Playoffs eine Überraschung zutraut?
MIN@STL: Kaprizov setzt mit dem 43. einen Wild-Rekord
Olivier Zwartyes:Die Playoffs haben stets ihre eigenen Gesetze. Es kann so viel passieren. Überraschungen sind keine Seltenheit. Wer hätte zum Beispiel in der letzten Saison damit gerechnet, dass die Canadiens in die Finals einziehen? Seit 30 Jahren wartet Kanada auf Lord Stanley, noch viel länger wartet Toronto. 1967 ist lange her. Auston Matthews zeigt seit Jahren sein begnadetes Talent. Aber in dieser Saison geht er noch einen Schritt weiter. Es würde mich nicht wundern, wenn er zusammen mit seinem Team in den Playoffs weit kommt. Eine echte Überraschung wäre das aber bei den Leistungen zuletzt nicht mehr.
Marcel Meinert: Die Leistungsdichte in der NHL ist so hoch, dass man vor den K.o.-Spielen fast alle Mannschaften sehr ernst nehmen muss. Da es in den Playoffs vor allem auf die geballte Ladung Erfahrung und eine gute Defensive (inklusive Torwart) ankommt, werde ich einen genauen Blick auf die New York Rangers mit Igor Shesterkin werfen. Viel Routine gibt es auch bei Boston, Pittsburgh und Washington, die auf den Plätzen sechs bis acht im Osten einlaufen werden. Im Westen bin ich darauf gespannt, ob Marco Sturm mit den Los Angeles Kings den einen oder anderen Favoriten ärgern kann.
Das bringt uns zur alles entscheidenden Frage: Welche Mannschaft gewinnt eurer Einschätzung nach am Ende den Stanley Cup?
Marcel Meinert: Colorado und Florida waren die besten Mannschaften der Hauptrunde und sind für mich auch die ersten Aspiranten auf den Titel. Am Ende tippe ich aber auf die Avalanche, weil ich sie defensiv für etwas stabiler halte. Außerdem würden wir uns doch sicherlich alle freuen, wenn Nico Sturm Lord Stanleys Cup wieder nach Deutschland bringen würde.
Olivier Zwartyes:Aus deutscher Sicht würde ich mir wünschen, dass die Edmonton Oilers oder die Colorado Avalanche den Cup gewinnen. Dann hätte es entweder Leon Draisaitl oder Nico Sturm gepackt. Entscheidend in den Playoffs wird aber die qualitative Tiefe des Kaders und da sehe ich Florida ganz oben. Unabhängig davon, dass sie Stand jetzt das beste Team der Regular Season sind. Die unglaubliche Heimstärke der Cats wird ihnen dabei auch helfen. Aber zum Glück sind die Playoffs unberechenbar. Das macht es so spannend! Ich kann es kaum erwarten, dass bei den NHL-Spielern wieder die Playoff-Bärte wachsen und es auch bei Sky Sport bald heißt: It´s Playoff time!
Vielen Dank euch beiden, dass ihr euch für uns noch einmal etwas Zeit genommen habt! Freuen wir uns jetzt gemeinsam auf die kommenden Wochen, die den Höhepunkt des Eishockeyjahres für uns alle bereithalten werden!

















