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Shattenkirk liefert wie gewünscht

Die Erwartungen an Kevin Shattenkirk waren hoch und Capitals Neuzugang enttäuscht nicht

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Für Kevin Shattenkirk war es eine Reise mit der sportlichen Zukunft in seine sportliche Vergangenheit. Am Mittwochabend trat er mit seinem neuen Team, den Washington Capitals, in Denver gegen die Colorado Avalanche an, also an jenem Ort, an dem vor sieben Jahren seine NHL-Karriere begonnen hatte. Für die Avalanche, die ihn beim NHL Draft 2007 in der ersten Runde an 14. Stelle gedraftet hatten, bestritt der mit 1,83m nicht gerade großgewachsene Verteidiger 46 Partien in der Saison 2010/11, ehe er am 19. Februar 2011 an die St. Louis Blues abgegeben wurde.

Als Shattenkirk am 28. Februar dieses Jahres, zum Ende der NHL Wechselfrist, von den Blues zu den Washington Capitals getradet wurde, war völlig klar, was sich die sportliche Leitung der Capitals von ihrem neuen Verteidiger erhofft - er soll vor allem seine Powerplayqualitäten und seine Playofferfahrung in das Team von Cheftrainer Barry Trotz einbringen. In 424 Partien bei den Blues waren Shattenkirk 59 Tore und 197 Assists geglückt. In den vergangenen drei Spielzeiten brachte er es in St. Louis jeweils auf 25 oder mehr Powerplaypunkte pro Saison. Die Capitals holten Shattenkirk auch aus diesem Grund in die US-Hauptstadt. Ihr Überzahlspiel sollte für den Gegner unberechenbarer werden.

Ist diese Rechnung aufgegangen? Ohne Zweifel ja!

Bevor Shattenkirk zu den Capitals stieß, betrug deren Powerplayquote in 61 Partien 21,8 Prozent. Sie belegten damit ligaweit den sechsten Platz. Die Capitals konnten in ihren darauffolgenden 14 Auftritten im Monat März 27,4 Prozent ihrer Überzahlsituationen mit einem Torerfolg abschließen. Sie waren damit das zweiteffektivste aller 30 Teams hinter den Buffalo Sabres (41,7 Prozent). In den zwei Partien, in denen Shattenkirk aufgrund einer Suspendierung pausieren musste, am 12. März bei den Anaheim Ducks und am 14. März gegen die Minnesota Wild, erzielten die Capitals zwei Powerplaytreffer bei zehn Überzahlsituationen (20 Prozent). Bei den anschließend sieben Siegen, Shattenkirk stand wieder im Aufgebot, waren es 9 von 20 (40 Prozent). Für den US-amerikanischen Blueliner bedurfte es nur einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase, was, wie die Vergangenheit gezeigt hat, nicht vielen Spielern gelingt. Auch wenn ihm bisher noch kein Treffer für seinen neuen Arbeitgeber gelungen ist, sieben Vorlagen in den letzten fünf Partien, darunter vier Assists bei Überzahl sind ein klares Ausrufezeichen. Seit seiner Ankunft in Washington war Shattenkirk an sechs Powerplaytreffern mit einem Assist beteiligt. Der einzige Verteidiger des Tabellenersten in der Eastern Conference , der in diesem Zeitraum mithalten konnte, war John Carlson mit fünf Powerplaypunkten in 15 Spielen.

Capitals General Manager Brian MacLellan hatte Ende Februar den Deal mit den Blues damit begründet, dass Shattenkirk 'einer der besten Powerplay-Spieler in der Liga sei und dass er bei Überzahl Onetimer auflegen könne, wie kaum ein anderer Spieler.

Er hat mit dieser Aussage Recht behalten.

Wird auch MacLellans Strategie bezüglich der Playoffs aufgehen? Ihm war es wichtig einen weiteren Playoff-erfahrenen Verteidiger mit Führungsqualitäten in seinen Reihen zu wissen, wenn es in der Postseason um Alles oder Nichts geht.

Shattenkirk ist auf jeden Fall schon einmal ein Spieler, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Selbst wenn das Endergebnis stimmt, erinnert er daran, was es seiner Ansicht nach noch zu verbessern gäbe. Nach dem gestrigen 5-3 Erfolg in Denver bemängelte er gegenüber NHL.com, die laxe Spielweise nach einer Führung: "Wir müssen herausfinden, warum wir eine 4-1 Führung noch hergegeben haben [die Avalanche kamen zwischen der 34. und 45. Spielminute noch auf 4-3 heran]. Man darf nicht zu nachlässig werden. Wir müssen sicherstellen, dass so etwas nicht noch einmal passiert."

2016 schieden die Capitals als Presidents' Trophy Gewinner in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs der Eastern Conference in sechs Spielen gegen die Pittsburgh Penguins aus. Im Kader der Capitals standen zu Playoffbeginn mit Dmitry Orlov (0 Playoffspiele), Nate Schmidt (0 Sp), Taylor Chorney (5 Sp) und Mike Weber (5 Sp) vier Spieler, die über nur wenig oder sogar keinerlei Playofferfahrung verfügten.

Zum Start der kommenden Playoffs hat jeder Spieler im Defensivverbund der Capitals schon mindestens zehn Playoffpartien in seiner Laufbahn bestritten, und Shattenkirk, mit seiner Routine aus 47 Playoffauftritten, wird jenen, die mit kritischen Situationen in einer Playoffpartie noch nicht so vertraut sind, helfen ihr Spiel zu verbessern.

In diesem Punkt steht der Beweis noch aus, doch hegt daran jemand Zweifel?

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