2002 Detroit Red Wings DE

In der NHL stehen derzeit die beiden Conference Finale 2023 auf dem Programm. In jedem Jahr ist es eine besondere Herausforderung die begehrte Trophäe zu erringen. Doch wer sind eigentlich die besten Teams aller Zeiten? Dieser Frage ist NHL.com/de in der neuen Serie 'Champion of Champions', die in sechs Teilen präsentiert wird, nachgegangen.

In dieser Folge: Rang 1 - Die Detroit Red Wings der Saison 2001/02
Den Stanley Cup Champion 2001/02, die Detroit Red Wings, zu beobachten war ein wahrer Augenschmaus. Mit 116 Punkten erzielten sie 15 Punkte mehr als die zweitplatzierten Boston Bruins (101 Zähler), und gewannen folglich die Presidents' Trophy. In ihrem Kader standen seinerzeit zahlreiche NHL-Legenden, die entscheidend mit dazu beitrugen, die zehnte Meisterschaft in der Geschichte der Organisation zu gewinnen. Im Stanley Cup Finale setzten sich die favorisierten Red Wings gegen den Außenseiter, die Carolina Hurricanes, mit 4:1-Siegen durch. Es war die dritte Meisterschaft des Klubs innerhalb von sechs Spielzeiten, nach 1997 und 1998. Zuvor setzte sich das Team in der K.o.-Phase gegen die Vancouver Canucks (4:2), St. Louis Blues (4:1) und Colorado Avalanche (4:3) durch.
Erfolg im Mannschaftssport beginnt im Regelfall an der Spitze, wie man so passend sagt. Im Falle der Red Wings dieser Spielzeit war das unter anderem Trainer Scotty Bowman. Der Coach war das einzige Mitglied der Meistermannschaft von 2002, das bereits zuvor, im Jahre 1991, in die Hockey Hall of Fame in Toronto aufgenommen wurde. Seine aktive Eishockeykarriere wurde aufgrund einer Verletzung früh unterbrochen, so dass er sich rasch und sehr erfolgreich der Trainertätigkeit zuwandte, wo er 1967 bei den Blues debütierte. Bowman gewann in seiner Trainerkarriere in Summe neun Stanley Cups, mit den Montreal Canadiens (5), den Pittsburgh Penguins (1) und den Red Wings (3). Seine 1.244 Siege als NHL-Coach sind ein Ligarekord.
Insbesondere im Offensivbereich musste der Kader der Red Wings aus dem Jahre 2002 keinen Vergleich scheuen, was ihn im Rückblick besonders spektakulär anmuten lässt. Legenden wie Brendan Shanahan, Sergei Fedorov, Brett Hull, Luc Robitaille, Steve Yzerman und Igor Larionov spielten die Hauptrolle in einem Team, das dem Gegner auf dem Eis oft seinen Willen aufzwang. Zusammen sammelten die sechs Stürmer in dieser Meisterschaftssaison 347 Punkte (152 Tore, 195 Assists).
Ein kurzer Blick auf die herausragenden Karriereleistungen einiger der namhaftesten Protagonisten zeigt, mit was für einer Ansammlung von Top-Stars wir es hier zu tun haben: Shanahan wurde 2013 in die HHOF aufgenommen, nachdem er in seiner Karriere 1.524 Spiele, 656 Tore und 698 Assists erreicht hatte. Er war nie jemand, der vor einer sportlichen Herausforderung zurückschreckte. Shanahan führte das Team 2002 mit 75 Punkten an. Er gewann im Laufe seiner Karriere eine King Clancy Memorial Trophy, wurde dreimal in das erste oder zweite All-Star-Team gewählt und gewann in seiner Karriere drei Stanley Cups.
Yzerman, der Kapitän der Mannschaft, war das Herz und die Seele des Teams. Seine Leistung in den Playoffs 2002 war beeindruckend, denn er spielte, wie hinterher bekannt wurde, die gesamte Postseason mit einem Knie, das eigentlich hätte operiert werden müssen. Dennoch führte er das Team in der K.o.-Phase mit 23 Punkten an. Yzerman beendete seine Karriere letztendlich mit insgesamt drei Stanley Cups, einem Ted Lindsay Award (früher Lester B. Pearson Award), einem Bill Masterton Memorial Award, einer Selke Trophy und einer Conn Smythe Trophy.
Fedorov, der 2015 in die Hall of Fame aufgenommen wurde, war in dieser Saison mit 68 Punkten der zweiterfolgreichste Spieler des Teams. Als dreimaliger Stanley Cup Champion gewann er unter anderem zwei Selke Trophies, einen Ted Lindsay Award und eine Hart Memorial Trophy.
Larionov, der liebevoll "Der Professor" genannt wurde, ist 2008 zum Hall of Famer berufen worden und war in den Playoffs 2002 für einen damals 42-jährigen Stürmer unglaublich produktiv. Der dreimalige Stanley-Cup-Sieger erzielte in dieser Saison elf Punkte in 18 Playoff-Spielen und schoss in dem rückblickend wohl vorentscheidenden Spiel 3 gegen die Hurricanes im Stanley Cup Finale das siegbringende Tor in der dritten Verlängerung (3:2). Er beendete seine 14-jährige NHL-Laufbahn mit 644 Punkten in 921 Spielen.

Larionov beendet Spiel 3 mit seinem Treffer

Hull, ein zweifacher Stanley Cup Champion, wurde 2009 in die HHOF aufgenommen. Er war auch maßgeblich am Sieg in Spiel 3 gegen die Hurricanes in Raleigh beteiligt, als er eine Minute vor Schluss den Ausgleich erzielte. In der Saison 1990/91 wurde er mit der Hart Trophy und dem Ted Lindsay Award ausgezeichnet, eine Saison zuvor mit der Lady Byng Trophy. Er beendete seine lange und erfolgsverwöhnte Karriere mit 1.391 Punkten in 1.269 Spielen.
Robitaille, der ebenfalls 2009 in die Ehrenhalle in Toronto aufgenommen wurde, gewann seinen einzigen Stanley Cup als aktiver mit den Red Wings im Jahre 2002. Obwohl er nicht so viele Meisterschaftsringe wie die anderen Stürmer im Team dieser Tage vorzuweisen hat, wurde er in seiner Karriere achtmal in die erste oder zweite Mannschaft der All-Star-Auswahl berufen und gewann 1987 die Calder Memorial Trophy, nachdem er in 79 Spielen 84 Punkte erzielt hatte. Er beendete seine beeindruckende Karriere schlussendlich mit 1.394 Punkten in 1.431 Spielen. Der Titel 2002 war dabei für ihn das Highlight.
Diese kurze Aufzählung der herausragenden Stürmer im Kader zeigt, mit welch ungewöhnlich hochkarätig besetztem Top-Team wir es hier zu tun haben. Doch nicht nur im Angriff waren die Red Wings des Jahre 2001/02 konkurrenzlos gut. Auch in der Defensive ließen die Leistungen der Aktiven die Augen vieler Fans glänzen.
Nicklas Lidstrom ist einer der am meisten ausgezeichneten Spieler der Red Wings in der Geschichte des Klubs. Er wurde 2015 in die Hockey Hall of Fame in Toronto aufgenommen, gewann sieben Norris Trophies, vier Stanley Cups, eine Conn Smythe Trophy (2002) und wurde zwölf Mal in die erste oder zweite All-Star-Mannschaft gewählt. Er war außerdem im Jahre 2008 der erste in Europa geborene Kapitän, der den Stanley Cup gewann, und beendete seine Karriere mit 1.142 Punkten in 1.564 Spielen.
Chris Chelios, der 2013 in die HHOF aufgenommen wurde, hatte eine beeindruckende 26-jährige Karriere, in der er von 1983/84 bis zur Saison 2009/10 in der NHL spielte. Als dreimaliger Stanley-Cup-Champion gewann er auch dreimal die Norris Trophy. Seine 1.651 gespielten Partien untermauern seinen Platz in der NHL-Geschichte. Außerdem wurde er 2007 mit dem erstmals vergebenen Mark Messier Leadership Award ausgezeichnet.
Torhüterlegende Hasek sorgte für viel Aufsehen in der Eishockeywelt, als er vor der Saison 2001/02 von den Buffalo Sabres frisch in Detroit ankam. Er hat die zahlreichen Red Wings-Fans in aller Welt auf dem Weg zum Cup nicht enttäuscht. Der 2014 in die Ruhmeshalle aufgenommene Torhüter gewann im Laufe seiner Glanzzeit in Nordamerika zwei Stanley Cups (2002 und 2008), zwei Hart Trophys, zwei Lindsay Awards, drei Jennings-Trophäen, sechs Vezina Trophys. Er beendete seine große Karriere nach 735 Einsätzen in der regulären Saison mit einer durchschnittlichen Fangquote von 92,2 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,20. Hinzu kamen für ihn 119 Einsätze in den Stanley Cup Playoffs mit einer durchschnittlichen Fangquote von 92,5 Prozent. Am Titel im Frühsommer 2002 hatte auch er entscheidenden Anteil.
Jede Meisterschaft der Red Wings war auf ihre eigene Art und Weise etwas Besonderes, aber die Fans, die die Saison 2001/02 miterlebten, hatten den Luxus, einige der besten Spieler in der Geschichte des Eishockeys gemeinsam auf ihrem Weg zum ersehnten zehnten Stanley Cup der Klubgeschichte begleiten zu dürfen. In Zeiten des Salary Caps wäre es inzwischen sehr unwahrscheinlich bis unmöglich einen solchen, mit unzähligen Superstars gespickten Kader zusammenstellen zu können, doch die Erinnerung an die Red Wings des Jahres 2002 wird auf ewig in den Köpfen vieler Eishockeyfans bleiben. Deshalb ist das Team in dieser Serie auch unser 'Champion of Champions'!
Bisher erschienen in dieser Serie:
Rang 2 - Die Montreal Canadiens der Saison 1976/77
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344601368?tcid
Rang 3 - Die New York Islanders der Saison 1981/82
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344555382
Rang 4 - Die Edmonton Oilers der Saison 1983/84
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344512982
Rang 5 - Die Pittsburgh Penguins der Saison 2016/17
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344467050?tcid
Das Verfolgerfeld - Die Ränge 6 bis 10
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344433168?tcid