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Ottawa euphorisch aber auch realistisch

Senators freuten sich auch heute noch über ihren Sieg in Spiel 3, bleiben aber am Boden

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Noch so ein Spiel wie am Mittwochabend am Freitag und die Ottawa Senators stehen mit einem Bein, zum zweiten Mal nach 2007, in einem Stanley Cup Finale. Die Senators feuerten in Spiel 3 des Eastern Conference Finales, angetrieben von ihren Fans, gegen die Pittsburgh Penguins ein Offensivfeuerwerk ab, das die Spieler des Gegners, inklusive dessen Torhüter Marc-Andre Fleury, ob 13 Minuten lang im Kasten oder anschließend von der Spielerbank, nur noch staunen ließ.

Die Freude über ihre gestern gezeigte Leistung war auch heute Mittag auf der Pressekonferenz der Senators noch allgegenwärtig. Center Derick Brassard, mit einem Tor und einem Assist einer der Aktivposten im Offensivspiel der Hausherren, blickte gerne auf diese Partie zurück: "Wir haben alle an einem Strang gezogen, sind alle gelaufen und haben hart gekämpft. Auch das Publikum hat uns einen zusätzlichen Schub gegeben. Alles in allem war es eine klasse Vorstellung vom gesamten Team."

Er sah auch nicht die Gefahr, dass die Mannschaft nun zu zuversichtlich die nächste Begegnung angehen wird: "Das ist eine Einstellungssache. Man weiß heute ist ein anderer Tag und morgen gibt es ein weiteres Spiel. Wir müssen auf das Gezeigte aufbauen, alles geben und unser Spiel durchziehen."

Bobby Ryan, der beim NHL Draft 2005 hinter Pittsburghs Teamkapitän Sidney Crosby an Nummer 2 von den Anaheim Ducks gedraftet wurde, äußerte seine Erwartungen für Spiel 4 noch präziser: "Ich glaube, dass sie [Pittsburgh] wieder einen Zahn zulegen können. Nach Spiel 1 sind sie zurückgekommen und haben alles von uns gefordert. So ähnlich wird es auch morgen sein. Aus vielerlei Gründen möchte ich keine Wiederholung [von Spiel 2]."

Das Spiel der Senators lebt von der Defensive. In allen drei Partien dieses Conference Finales haben sie jeweils in den ersten zwei Dritteln keinen Gegentreffer zugelassen, in der Summe waren es nur deren zwei. Eine große Stütze im Defensivverbund der Senators ist ihr erfahrener Verteidiger Dion Phaneuf, der mit seinem Körpereinsatz und seinen Checks dem Gegner den Nerv ziehen kann.

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"Er kann einem Spiel mit einem Check seinen Stempel aufsetzen und die Richtung vorgeben. Gestern Abend war es ein Check gegen Phil [Kessel]. Danach waren sie alle hinter ihm her", beschrieb Ryan wie wertvoll Phaneuf für ihr System ist.

Zack Smith, Torschütze des 4-0 Führungstreffers am Mittwochabend bestätigte, dass die Art, wie sie ihr Spiel aufziehen, für den Gegner entmutigend sein kann: "Ob sie frustriert waren oder nicht, kann ich nicht sagen, aber wir sind eine Mannschaft gegen die schwer zu spielen ist. Wir brauchen nicht viele Torchancen und minimieren die des Gegners. Das kann für diesen dann schon frustrierend sein. Ich bin mir aber auch sicher, dass es nichts ist, was die Penguins nicht kennen. Sie werden sich daran anpassen und bereit sein."

Smith hegte auch keinen Zweifel daran, dass es den Penguins weder an Frische fehle, noch dass sie physisch abgebaut hätten: "Gestern war nur ein Spiel. Die Partie zuvor haben sie klasse gespielt und auch gewonnen [1-0]. Sie sind eine gute Mannschaft und haben viele Jungs, die im Kader Lücken füllen können. Allerdings sind wir auch bereit. Wir haben Achtung vor diesem Team. Sie sind der Stanley Cup Champion. Sobald wir anfangen würden sie zu unterschätzen oder glauben würden, dass sie physisch nicht mehr 100 Prozent fit sind, dann würden wir uns ins eigene Fleisch schneiden."

Trotz aller Euphorie angesichts der Führung in der Serie, bleiben die Senators auf dem Boden, zeigen aber auch das notwendige Selbstbewusstsein, um die Sensation in Form eines Stanley Cup Finaleinzugs perfekt zu machen. "Wir wollen Sechs", skandierten die Fans im weiten Rund und meinten damit sechs Siege bis zum Titelgewinn. Umsetzen müssen den Wunsch ihre Helden auf dem Eis und die wissen ganz genau, dass ein solch hehres Ziel kein Selbstläufer ist.

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