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New Jersey befindet sich im Abwärtsstrudel

Nach einem starken Saisonstart sehen sich die Devils den Widrigkeiten eines Abwärtstrends ausgesetzt

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Klar kann man auch einmal auswärts bei den Winnipeg Jets verlieren, es ist auch nichts Ungewöhnliches, wenn man zu Gast bei den Toronto Maple Leafs beide Punkte liegen lässt oder an einem schlechten Abend, an dem einfach nichts gelingen will, von den Ottawa Senators sieben Tore eingeschenkt bekommt. Doch wenn das einem Team hintereinander passiert, auf einer Auswärtstour innerhalb von sechs Tagen, dann ist es bedenklich.

Widerfahren ist es den New Jersey Devils, die diese drei Niederlagen einstecken mussten und dabei in der Summe auf ein desaströses Torverhältnis von 6:18 kamen. Mit einer Bilanz von 2-8-1 aus ihren vergangenen elf Auftritten, rutschte die Mannschaft von Trainer John Hynes auf den letzten Tabellenplatz in der Eastern Conference. Und dass, nachdem sie mit vier Siegen in die Saison gestartet war.

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Die Misere der Devils begann mit einer 3:5-Heimniederlage gegen die Colorado Avalanche am 18. Oktober. In sieben der darauffolgenden zehn Partien ließen sie ebenso vier oder mehr Gegentore zu. Selbst nach Herausrechnen der sechs Empty Netter, die sich die Devils in diesem Zeitraum eingefangen haben, ist zu konstatieren, dass ihr Abwehrverhalten milde ausgedrückt suboptimal war.

Sie ließen von allen Teams der Eastern Conference mit einer negativen Schussversuchsbilanz (-44) die zweitmeisten Schussversuche des Gegners (542) zu. Auch wenn sie in Rückstand lagen, feuerten sie im Schnitt pro Partie nur geringfügig mehr Schüsse (2,2) ab als ihr Konkurrent.

Nach der jüngsten Niederlage, dem 2:5 in Winnipeg, ging Hynes nicht allzu streng mit seinen Spielern ins Gericht: "Man muss Wege finden, als Sieger das Eis zu verlassen. Das ist uns auf dieser Reise nicht gelungen. Es passiert häufiger, dass man regelrecht darin verwickelt ist, nicht zu gewinnen und sich das im Kopf festsetzt. Doch wenn man sich den Verlauf einiger dieser Spiele ansieht, dann hätten wir davon auch welche gewinnen können."

 

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Eine richtige Erklärung, warum es bei den Devils nicht läuft, hatte auch ihr bester Torschütze aus der Vorsaison Taylor Hall nicht parat. Der Hart Memorial Trophy Gewinner 2017/18 haderte eher mit dem Schicksal, das ihnen momentan widerfährt: "Es schaut danach aus, als würde jeder Fehler von uns, jeder Konter, den wir zulassen, bei uns im Netz landen. Unglücklicherweise passiert uns das in einer schwierigen Zeit und wir schaffen es im Moment nicht, aus der Sache herauszukommen."

Ein Ansatzpunkt wäre mehr darauf bedacht zu sein, nicht zu sehr ins Risiko zu gehen und hinten dicht zu machen. Manches Abwehrverhalten ist naiv. Hinzukommt, dass Schlussmann Corey Schneider, nach seiner Verletzungspause im Oktober, noch nicht zu seinem Spiel gefunden hat. In jedem seiner bisherigen vier Saisonauftritte kassierte Schneider Treffer, die er sich so in der Vergangenheit nicht eingefangen hätte.

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Bei anderen Gegentoren, wie beim 1:0 und 2:0 der Jets in der vierten Spielminute am Sonntag, taten ihm seine Mitspieler keinen Gefallen. Er wurde von seinen Vorderleuten sträflich in Stich gelassen. Wie kann es sein, dass ein Jack Roslovic mit dem Puck unbedrängt von der Bande in die Mitte ziehen darf und sich von dort das Toreck regelrecht aussuchen kann? Wieso steht nur 29 Sekunden danach ein Blake Wheeler völlig frei am linken Pfosten und hat genügend Zeit, um seelenruhig Mark Scheifele im Slot zu bedienen? Nach einer guten halben Stunde Spielzeit und drei weiteren Gegentoren war die Messe für die Devils gelesen.

Einen Blick zurück auf ihre letzten Spiele sollten die Devils nur werfen, um eine intensive Fehleranalyse zu betreiben. Diese, auf ihrer Auswärtstour hergeschenkten Punkte, werden sie sich nicht mehr gutschreiben lassen können. Nun gilt es den Kopf freizubekommen und nach vorne zu schauen. Richtig ist, dass sie von gegenseitigen Schuldzuweisungen Abstand nehmen und keiner an den Pranger gestellt wird.

Es ist verständlich, dass Hynes vor der Partie gegen Winnipeg den Defensivverbund umstellte. Leidtragender von dieser Maßnahme war der Schweizer Verteidiger Mirco Müller, der für den 27-jährigen, sein NHL-Debüt gebenden Egor Yakovlev auf der Tribüne Platz nehmen musste. Gefruchtet hatte es Nichts. Zu allem Unglück musste auch noch ihr Schweizer Center Nico Hischier im zweiten Drittel das Spiel aufgrund einer Verletzung im oberen Körperbereich verlassen und kehrte nicht mehr zurück.

 

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Als Underdog gestartet, bestritten die Devils im vergangenen Jahr eine Traumsaison, die ihnen nach sechs Spielzeiten erstmals wieder die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs bescherte. Nun müssen sie schnellstmöglich aus dem seichten Fahrwasser herauskommen, und wieder voll Fahrt aufnehmen, um nicht schon vorzeitig abgehängt zu werden.

Die nächste Gelegenheit hierzu, haben die Devils am Dienstag (7 p.m. ET) gegen die Pittsburgh Penguins im Prudential Center von Newark. Gegen den Titelträger von 2016 und 2017 landeten die Devils einen der wenigen Lichtblicke der letzten Wochen, als sie diese am 5. November in deren PPG Paints Arena mit 5:1 besiegten. Werden dann auch ihre jungen Schweizer wieder mit an Bord sein?

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