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Zuverlässigkeit macht attraktiv! Der Schweizer Verteidiger Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils steht nicht für Spektakel, dafür aber für Ruhe und Souveränität. Gerade deshalb wird er in der NHL sehr geschätzt. Mit NHL.com/de sprach der 25-Jährige aus Zürich exklusiv über seinen Spielstil, den Aufschwung bei den Devils und Schweizer Essen.

Mr. Zuverlässig
Das Eishockey in der NHL ist schneller, torreicher und spannender geworden. Auch Verteidiger wie Erik Karlsson, Cale Makar, Adam Fox oder Rasmus Dahlin stehen für Spektakel. Regelrecht entschleunigend wirkt da das Auftreten von Siegenthaler: Den 1,89 Meter großen und 99 Kilogramm schweren Linksschützen scheint auf dem Eis nichts aus der Ruhe zu bringen. Er verteidigt souverän, abgeklärt und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk gegen die Top-Stars in der Liga.
"Ich spiele im Training oft gegen ihn und kann sagen: Es macht keinen Spaß gegen ihn anzutreten", sagt Teamkollege, Landsmann und Nummer-1-Center Nico Hischier über Siegenthaler. "Er ist groß, ein guter Skater, es ist schwer, ihn im 1-gegen-1 zu schlagen. Er ist immer in der richtigen Position, trifft die richtigen Entscheidungen und spielt immer sehr gut gegen den Schläger."
Mit einem Plus-Minus-Wert von +24 steht Siegenthaler unter den Top-11-Spielern in der NHL. Er ist physisch präsent, räumt im Gedränge vor dem Tor immer wieder den Weg frei, um seinen Torhüter eine bessere Sicht zu ermöglichen. Auch wenn gegnerische Angreifer mit Tempo kommen, holt er diese ab, kann schnell von vorwärts auf rückwärts drehen und auch im Rückwärtsgang das Tempo mitgehen. Mit seinem langen Schläger verfügt Siegenthaler auch über enorme Reichweite und weiß diese auch einzusetzen.

CBJ@NJD: Siegenthaler trifft im dritten Drittel

"Ich weiß nicht, ob das sexy ist, aber es ist mein Job", grinst Siegenthaler "Den habe ich schon immer so gemacht. Auch das braucht man im Eishockey. Es ist meine Rolle und ich probiere sie so gut wie möglich auszuführen, um damit meinem Team zu helfen."
Gesetztes Tandem mit Hamilton
Ein wenig Spektakel darf es manchmal dann doch sein: Mit einer Ausbeute von 2-12-14 hat Siegenthaler seine bisherigen Karriere-Bestwerte bereits eingestellt. "Hin und wieder kann ich auch nach vorne etwas machen. Das ist aber nicht mein Fokus. Mein Spiel ist die Defensive. Mit Dougie darf ich ab und zu auch mal nach vorne gehen."
Dougie Hamilton ist Siegenthalers Tandem-Partner im ersten Verteidigerpaar bei den Devils. "Ich glaube, wir ergänzen uns sehr gut, denn er ist sehr offensiv", sagt der Schweizer. "Er ist unser Anführer in der Verteidigung, er schießt Tore, er ist ein großer Verteidiger. Ich muss manchmal die Arbeit hinten machen, damit er nach vorne kann. Aber ich glaube, dass wir uns sehr gut komplettieren."
Playoff-Hunger: "Nach vier Jahren Durststrecke hatten wir die Nase voll"
Siegenthaler hat einen großen Anteil daran, dass New Jersey nach vier Jahren ohne Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs nun wieder von der Endrunde träumen dürfen.
"Nach vier Jahren Durststrecke hatten wir die Nase voll. Wir wollten besser sein", erklärt Siegenthaler das Erfolgsrezept der Devils. "Jeder ist wieder ein Jahr älter geworden. Wir konnten aus den letzten Jahren lernen und unsere Lehren ziehen."

NJD@CHI: Siegenthaler haut ihn rein

New Jersey verfügt über einen jungen (im Schnitt nur 26,0 Jahre alt), talentierten und schnellen Kader. In der so starken Metropolitan Division belegen die Devils (32-13-4) Rang zwei, sind also voll auf Kurs in Richtung Stanley Cup Playoffs.
"Uns fehlt nicht viel", sagt Siegenthaler auch im Hinblick auf die Trade Deadline. "Wir haben ein komplettes Team. Sicherlich wäre es gut, wenn wir noch mehr Tiefe im Kader hätten, falls Verletzungen passieren. Das ist sehr wichtig."
Viel Freizeit mit Hischier - Schweizer Küche mit der Freundin
Abseits des Eises verbringt Siegenthaler viel Zeit mit seinem Landsmann Hischier. "Er ist einer meiner engsten Kollegen im Team. Wir gehen oft essen, chillen zusammen oder spielen FIFA. Ich bin viel mit ihm unterwegs", sagt Hischier.
Nicht fehlen darf die Schweizer Küche. "In Washington gab es ein sehr gutes Schweizer Restaurant. Jetzt in New Jersey koche ich viele Schweizer Gerichte mit meiner Freundin", verrät Siegenthaler.