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Der IIHF-Weltmeister 2017 heißt Schweden

Bei der Eishockey-WM bezwangen die Skandinavier im Finale Kanada mit 2-1 nach Penaltyschießen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die vom 5. bis 21. Mai in Paris und Köln ausgerichtete IIHF-Weltmeisterschaft 2017 hat Schweden gewonnen. Im Finale am Sonntagabend in der Lanxess Arena von Köln bezwangen die Tre Kronor den Titelverteidiger aus Kanada mit 2-1 (0-0/1-0/0-1/0-0/1-0) nach Penaltyschießen. Es ist der 10. Titelgewinn der Schweden bei einer Eishockeyweltmeisterschaft. Erst zum zweiten Mal nach 1994 wurde der Weltmeistertitel im Shootout vergeben. Gleichzeitig war es im vierten Anlauf der erste WM-Finalsieg einer schwedischen Nationalmannschaft gegen eine Auswahl aus dem Mutterland des Eishockeys.

Als bester Spieler des Turniers wurde der schwedische Stürmer William Nylander von den Toronto Maple Leafs ausgezeichnet. In den zehn WM-Spielen inklusive Finale gelangen dem 21-Jährigen sieben Tore und sieben Vorlagen.

Nicklas Backstrom sowie Oliver Ekman-Larsson trafen für den neuen Weltmeister im Penaltyschießen und Henrik Lundqvist, der es in der Partie auf 42 Saves gebracht hatte, wehrte alle Versuche der Kanadier ab.

In der einem WM-Endspiel würdigen Partie starteten beide Teams mit viel Tempo und zeigten enorm viel Zug in Richtung gegnerischen Kasten, doch die ganz großen Torchancen sprangen dabei nicht heraus, auch nicht, als die Skandinavier im ersten Durchgang zweimal für zwei Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis standen. Die Mannschaft von Nationaltrainer Rikard Gronborg wussten ihren Körper einzusetzen und schaffte es immer wieder den Spielaufbau des Titelverteidigers früh zu stören. So neutralisierten sich die Kontrahenten über weite Strecken der Begegnung.

Nach einem torlosen ersten Spielabschnitt sollte in der Schlussminute des zweiten Durchgangs ausgerechnet eine Unterzahlsituation für Jubel bei den Skandinaviern sorgen. Backstrom saß auf der Strafbank als Schwedens Verteidiger Victor Hedman einfach mal aus der Ferne mit der Rückhand abzog, die Scheibe noch einmal aufsprang und dann durch die Schoner von Kanadas Schlussmann Calvin Pickard zur 1-0 Führung im Netz landete. Es sollte das einzige Gegentor von Pickard, bei insgesamt 41 Torschüssen, bleiben.

Im Schlussabschnitt stand der 26-fache Weltmeister aus Kanada im Zugzwang. Dass die Kanadier mit Rückständen umzugehen wissen und sich davon nicht beeindrucken lassen, hatten sie bereits im Halbfinale gezeigt, als ihnen gegen Russland vier Tore im dritten Drittel geglückt waren.

Im dritten Durchgang der heutigen Partie waren gerade einmal 1:58 Minuten absolviert, dann stand es 1-1 Unentschieden. Elias Lindholm hatte wegen Hohen Stocks auf der Strafbank Platz nehmen müssen, Ryan O'Reilly gewann das Bully im Angriffsdrittel der Kanadier, die Scheibe landete schließlich bei Mitch Marner, der abzog. Mittlerweile hatte sich O'Reilly vor dem Kasten positioniert und konnte den Schuss über den Schläger von Lundqvist hoch ins Netz befördern.

Es stellte sich mit fortwährender Spieldauer inklusive der 20-minütigen Verlängerung nur noch die Frage, wer den nächsten Fehler machen wird - letztendlich keiner. Kanadas Headcoach Jon Cooper würfelte seine Reihen durcheinander und versuchte dadurch noch einmal für Verwirrung in der Abwehr der Schweden zu verursachen. Ein Erfolg war dieser Maßnahme aber ebenfalls nicht beschwert.

Letztendlich endete das Duell zweier ebenbürtiger, starker Gegner mit Schweden als dem glücklichen Sieger.
 
Die Medaillengewinner

Gold: Schweden
Silber: Kanada
Bronze: Russland

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