Optisches Übergewicht nicht zu Toren genutzt
„Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll", rang der gebürtige Kölner Draisaitl nach dem 2:3 im SAP Center nach Worten. "Wir schaffen es regelmäßig mehr Torschüsse abzugeben als der Gegner, belohnen uns aber nicht ausreichend dafür. Wir haben die richtige Balance in unserem Spiel leider noch immer nicht gefunden“, lautete seine erste Erklärung. Ein Blick auf die Statistiken des Spiels belegt tatsächlich, dass die Oilers mit 41:18 Torschüssen die Begegnung auf dem Eis deutlich dominiert hatten. Nur das Ergebnis passte aus Sicht der Gäste einmal wieder nicht zum geleisteten Aufwand.
Edmontons Stürmer Ryan Nugent-Hopkins gab sich nach der Schlusssirene dennoch kämpferisch: „Wenn man schwierige Phasen durchmacht, ist es einfach, sich aufzugeben, doch das gibt es in dieser Gruppe nicht", erklärte er. „Unglücklicherweise haben wir das in der Vergangenheit schon einmal durchgemacht. Damals haben wir einen Ausweg aus der Situation gefunden und das werden wir auch diesmal schaffen.“
Sieglosserie zerrt an den Nerven der Oilers
Dazu müssen sie bei den Oilers in den kommenden Tagen und Wochen die Nerven behalten, denn in San Jose kassierte der Titelmitfavorit bereits die vierte Pleite hintereinander, und das im Duell der beiden formschwächsten Teams der Liga.
Während die Sharks durch den zweiten Sieg inzwischen frisches Selbstvertrauen aufbauen können, nachdem sie zu Beginn der Saison elf Mal in Serie sieglos geblieben waren, geht das große Rätselraten bei den Oilers nach dem abermaligen Rückschlag weiter. Der letzte Erfolg gelang Edmonton vor fünf Spielen, ausgerechnet beim prestigeträchtigen Heritage Classic gegen die Calgary Flames (5:2), und auch die Auswärtsbilanz sieht mit 1-5-0 inzwischen alles andere als befriedigend aus.
Konzentration auf die tägliche Arbeit
Oilers-Coach Jay Woodcroft betonte, dass er sich keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz mache. „Nein, ich kümmere mich lieber um das tägliche Geschäft und meine täglichen Aufgaben. Ich stelle dadurch sicher, dass ich meinen Spielern etwas gebe, worauf sie sich konzentrieren können", gibt sich Woodcroft kampfeslustig. „Keiner ist mit unserer Situation zufrieden. Wir können uns verbessern, und darauf liegt mein Fokus."
Unglücklicher Spielverlauf in San Jose
Der Spielverlauf in San Jose war für die feldüberlegenen Gäste unglücklich.
Fabian Zetterlund brachte die Sharks nach 18:35 Minuten des ersten Drittels durch einen Handgelenkschuss mit 1:0 in Führung, obwohl die Oilers den ersten Abschnitt mit einem Torschussverhältnis von 14:6 klar dominiert hatten.
Edmonton glich in der zweiten Minute des Mitteldrittels durch Darnell Nurse aus. Es war sein 69. NHL-Tor. Draisaitl lieferte hierfür die Vorlage. Es war seine zehnte im Verlauf der Saison.
Eine Willensleistung, die auch Coach Woodcroft freute: „Man muss die guten Dinge aus diesem Spiel mitnehmen und sie in den Vordergrund stellen", befand der Trainer. „Gleichzeitig gilt es für uns die persönlichen Fehler deutlich zu reduzieren.“
Was zu selten gelang, wie beim 2:1 für San Jose durch Tomas Hertl in der 30. Minute. Hertl schnappte sich den herrenlosen Puck und verwertete diesen zur abermaligen Führung der Hausherren. Filip Zadina erhöhte in der 42. Minute sogar auf 3:1, nachdem der deutsche Nico Sturm ihn mit einem Querpass in Szene gesetzt hatte.