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Der Stanley Cup geht doch nach Washington

Die Jahre des Zweifelns und Scheiterns sind Geschichte und die Capitals können ihren ersten Triumph feiern

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

44 Jahre zur Saison 1974/75 ist es her, dass die Washington Capitals ihren Spielbetrieb in der National Hockey League aufnahmen und die Ansprüche Eishockey in der besten Eishockeyliga der Welt zu etablieren und natürlich für die US-amerikanische Hauptstadt Meisterschaften zu gewinnen, war von Beginn an da.

Es sollte 24 Jahre dauern, ehe die Capitals in den Stanley Cup Playoffs 1998 in das Finale einzogen, dort aber mit dem deutschen Nationaltorhüter Olaf Kölzig zwischen den Pfosten glatt mit 0:4 in der Best-of-7-Serie gegen die Detroit Red Wings den Kürzeren zogen.

Damals dachte kaum jemand, dass weitere 20 Jahr vergehen würden, ehe eine weitere Chance dieser Art kommen würde, zumal im Jahr 2005 das russische Sturmtalent Alex Ovechkin an erster Stelle im NHL Draft gezogen wurde und er sofort verdeutlichte, welches Potenzial in ihm steckt.

Doch Jahr um Jahr verging und die Capitals, die zumeist die Qualifikation für die Playoffs schafften, scheiterten an den eigenen Ansprüchen, den Nerven und vielen weiteren Faktoren, die immer ein frühes Aus, spätestens in der zweiten Runde bedeutete.

Am Donnerstag, den 7. Juni 2018 war diese Leidenszeit der Mannschaft, der Eigentümer Ted Leonsis, des Managements und der Fans vorüber, als der mittlerweile 32-jährige Kapitän Ovechkin von NHL Commissioner Gary Bettman den Stanley Cup in Empfang nehmen durfte.

Video: WSH@VGK, Sp5: Capitals mit dem Stanley Cup

"Es bedeutet alles", sagte der Stürmer mit der berühmten 8 auf dem Rücken in der Pressekonferenz. "Auf diesen Moment haben wir so lange gewartet. Seit dem ersten Tag war Ted dabei. Er ist wie Familie für mich. Wir sind im Pool geschwommen. Er hat mir gesagt, dass wir ihn eines Tages gewinnen werden. Es war mein erstes Jahr. Ich wusste noch gar nicht, wie die Mannschaft aussieht."

"Ich wusste, er wollte es sehr. Diese Organisation wollte es so sehr. Es ist toll, ein Teil davon zu sein. Es ist schön seit 13 Jahren in dieser Organisation zu sein. Es hat nur Spaß gemacht. Es gab harte Zeiten, aber wir sind da durch und wir haben nun das Ergebnis."

Beeindruckend wie abgebrüht, die Capitals in den diesjährigen Playoffs ihr Verlierer-Image abgeschüttelt haben. Angefangen vom Comeback in der ersten Runde der Eastern Conference, als die ersten beiden Spiele gegen die Columbus Blue Jackets zu Hause verloren gingen und sie, wenn auch teilweise glücklich, die Serie mit vier Siegen in Folge drehten.

 

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Der bisherige Angstgegner Pittsburgh Penguins, der noch dazu Titelverteidiger war, wurde ebenfalls in sechs Spielen ausgeschaltet und im Eastern Conference Finale ließ sich die Mannschaft nicht von einem 2:3-Serienrückstand beirren und gewann Spiel 6 und 7 zu Null.

Im Stanley Cup Finale verloren sie unglücklich das erste Spiel gegen die kampfstarken Vegas Golden Knights und bezwangen den Kontrahenten vier Mal in Serie zum ultimativen Erfolg.

"Es ist Wahnsinn, was diese Truppe das ganze Jahr über und in den Playoffs geleistet hat", schwärmte Philipp Grubauer. "Auch heute liegen wir nach zwei Drittel 3:2 hinten, obwohl wir zwei Mal geführt haben und drehen das Ding noch. Unglaublich."

Video: Philipp Grubauer spricht über den Cupsieg

Washington hat final mit den Gewinn des Stanley Cups in diesem Jahr der ganzen Welt bewiesen, dass sie doch Playoff-Eishockey spielen können.

"Wir haben es verdient", sagte der Siegtorschütze von Spiel 5 Lars Eller. "Wir haben so viel durchgemacht, in jeder Serie gab es Hochs und Tiefs. Das Momentum hat gewechselt. Wir haben das alles gemeistert, emotional und physisch. Und es fühlt sich gut an, es beendet zu haben. Es ist schwer in dieser Arena zurückzukommen, wenn du hinten liegst. Ich glaube das haben nicht viele Mannschaften geschafft. Wir schon."

 

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Torhüter Braden Holtby machte sich nicht zu viele Gedanken darüber, was in der Vergangenheit passiert ist: "Wir haben es einfach nur genossen miteinander Eishockey zu spielen. Wir wollten nur rausgehen und unser bestes Eishockey spielen und alles zu geben, auch für den Kollegen neben dir. Es ist ein Erfolg der gesamten Mannschaft."

Für Verteidiger Matt Niskanen zählte ebenfalls nur dieses Jahr. Ein mögliches Geheimnis des Erfolgs. "Wir haben uns davon nicht beeindrucken lassen. Wir wussten um was wir kämpfen und was wir tun würden und wir haben einen Weg gefunden, es zu vollenden. Endlich!"

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