sbisa

NHL.com/de blickt auf bedeutende deutschsprachige Spieler zurück, die ihre Schlittschuhe für einzelne Franchises geschnürt haben. In dieser Folge die Vegas Golden Knights.

"Vor so einem Publikum zu spielen, macht besonders Spaß." Luca Sbisa ist einer von 54 Spielern, die in der jungen Geschichte der Vegas Golden Knights das Vergnügen hatten, am Las Vegas Strip in Paradise seinem Sport nachzugehen, und er ist der einzige aus dem deutschsprachigen Raum.
"Die Atmosphäre in der Arena ist unglaublich. Sie gehört mit zum Besten in der Liga momentan. Das hilft jedes Mal, wenn wir aufs Eis gehen", verriet der Schweizer Verteidiger bei einem Exklusivinterview mit NHL.com/de, als er noch seine Schlittschuhe für die Golden Knights schnürte.

Er zählte zu den Männern der ersten Stunde bei jener Organisation, die zur Saison 2017/18 ihren Spielbetrieb in der NHL aufnahm. Beim NHL Expansion Draft 2017 vom 18. bis 20. Juni 2017 entschieden sich die Golden Knights für den erfahrenen Defensivmann, der in der Spielzeit 2008/09 sein NHL-Debüt für die Philadelphia Flyers gegeben hatte. Anschließend war er fünf Jahre für die Anaheim Ducks sowie weitere drei für die Vancouver Canucks aktiv.
Sbisa war mit einem Jahresgehalt von 3,6 Millionen Dollar Vegas' bestbezahlter Verteidiger, und er überzeugte mit Leistung auf dem Eis. Er punktete in sechs der ersten neun Partien für seinen neuen Arbeitgeber. Mit sechs Assists führte er zusammen mit Nate Schmidt (ein Tor, fünf Assists) die teaminterne Scorerwertung unter den Verteidigern an.
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So hätte es gerne für Sbisa weiterlaufen können, doch ausgerechnet nach seinem ersten 2-Punkte-Spiel, in dem ihm am 10. November 2017 beim 5:2-Heimsieg gegen die Winnipeg Jets sein erster Treffer für die Golden Knights geglückt war, verletzte er sich im unteren Körperbereich. Sbisa war immer wieder dazu gezwungen, zu pausieren. In den gut eineinhalb Monaten bis zum Jahreswechsel konnte er nur noch weitere sieben Partien bestreiten.
Am 5. Januar 2018, Im ersten Spiel nach auskurierter Verletzung, ereilte ihn das nächste Unglück. Die Golden Knights, zu Gast bei den Chicago Blackhawks, lagen im zweiten Drittel in Führung, als Sbisa das Eis verlassen musste und nicht mehr in die Partie zurückkam. Es folgten für ihn 16 Spiele Zwangspause bis zum 17. Februar und weitere 19 bis zum Ende der regulären Saison. In der Summe bestritt er 30 Saisonpartien für die Golden Knights, in denen ihm zwei Tore und zwölf Assists gelangen.

Dieses verflixte Jahr sollte aber noch einige Highlights für den Eidgenossen bereithalten, wenngleich ohne Happy End. Die ersten vier Spiele der Stanley Cup Playoffs 2018 verpasste er noch - Vegas gewann die Erstrundenserie gegen die Los Angeles Kings mit einem Sweep (4:0-Siege) - doch in Runde zwei, beim 4:2-Seriensieg gegen die San Jose Sharks kam er bereits in zwei Partien zu Einsätzen. Mit Sbisa im Kader bezwangen die Golden Knights Im Conference-Halbfinale die Winnipeg Jets (4:1-Siege) und zogen sensationell in das Stanley Cup Finale ein.
Keiner hatte vor Saisonbeginn die Golden Knights als Finalist auf der Rechnung gehabt, doch Sbisa äußerte bereits vor Playoffbeginn eine Vorahnung. "Wir sind in allen Bereichen sehr ausgeglichen. Jede Linie kann in jedem Spiel Tore schießen oder verhindern. In der Defensive haben wir ebenfalls eine gute Balance in den einzelnen Paaren. Hinzu kommt viel Tiefe auf der Torhüterposition", analysierte er das Mannschaftsgefüge und fügte hinzu: "Erst einmal wollen wir die Playoff-Qualifikation endgültig unter Dach und Fach bringen. Dann ist alles möglich."
Die Capitals erwiesen sich dann doch für das Überraschungsteam als eine Nummer zu groß und entführten nach fünf Finalpartien den Stanley Cup zum ersten Mal in die US-Hauptstadt.
Für Sbisa endete der Aufenthalt in Nevada. Er unterschrieb als Unrestricted Free Agent im September bei den New York Islanders einen Einjahresvertrag für die Saison 2018/19 und ist mittlerweile für die Jets aktiv.