San Jose Sharks

Bevor die Preseason 2023/24 am 24. September beginnt, wirft NHL.com/de einen tiefgehenden Blick auf jedes Team. 

Heute: San Jose Sharks

Die San Jose Sharks befinden sich in einem längeren Neuaufbau. Nachdem sie in der Saison 2018/19 noch das Western Conference Finale erreichten und dort damals mit 2:4 an den St. Louis Blues scheiterten, wurden in den vergangenen vier Spielzeiten die Stanley Cup Playoffs stets verpasst. Die zurückliegende Saison schlossen die Sharks mit einer Bilanz von 82-22-44 und 60 Punkten ab. Dadurch war San Jose die vierschlechteste Mannschaft der NHL. 

Der laufende Umbruch dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein, denn in der jüngeren Vergangenheit haben mehrere Top-Spieler das Franchise verlassen. Bereits in der vergangenen Saison wechselte der Schweizer Torjäger Timo Meier kurz vor der NHL Trade Deadline zu den New Jersey Devils. In der Offseason wurde nun auch noch Erik Karlsson abgegeben, der in diesem Jahr bereits zum dritten Mal die Norris Trophy gewann und damit als bester Verteidiger der gesamten NHL ausgezeichnet wurde. Als Top-Scorer der vergangenen Saison (25-76-101 in 82 Spielen) hinterlässt Karlsson, der nun bei den Pittsburgh Penguins unter Vertrag steht, eine nicht zu schließende Lücke im Kader der Sharks. 

Im Gegenzug erhielten die Kalifornier einen Erstrunden-Pick für den NHL Draft 2024 sowie drei erfahrene Spieler: Der Verteidiger und zweifache Stanley Cup Champion Jan Rutta (2020 und 2021 mit Tampa Bay Lightning) ist ebenso neu in San Jose wie die beiden Stürmer Mike Hoffman und Mikael Granlund. Rutta ist ein physisch starker Verteidiger, während die beiden Stürmer die Offensive der Sharks mit ihrer Geschwindigkeit und ihren spielerischen Elementen bereichern werden. 

Zu den weiteren Abgängen zählen James Reimer (Detroit Red Wings) und die Stürmer Noah Gregor (Toronto Maple Leafs), Steven Lorentz (Florida Panthers), sowie Andreas Johnsson (Penguins). Neu in Kalifornien sind dafür zudem unter anderem der linke Flügelstürmer Anthony Duclair (zuletzt Panthers), der hoch veranlagte rechte Flügelstürmer Filip Zadina (zuletzt Red Wings) und der Torwart Mackenzie Blackwood (zuletzt Devils).  

Trainer David Quinn hatte im vergangenen Jahr die Verantwortung für die Sharks übernommen und geht nun in seine zweite Saison. Er dürfte Zeit brauchen, um aus der im ständigen Umbruch befindlichen Mannschaft ein stabiles Gebilde zu bauen. Vom Grundgerüst der vergangenen Jahre sind praktisch nur noch Logan Couture, Center Tomas Hertl und Verteidiger Mario Ferraro übrig. 

Der Deutsche Nico Sturm wechselte im vergangenen Jahr nach San Jose, nachdem er mit der Colorado Avalanche 2022 den Stanley Cup gewann. Der Center erwies sich als effektiver Führungsspieler, der auch im Powerplay seine Einsätze bekam. In 74 Spielen steuerte der 28-jährige Augsburger 26 Scorerpunkte (14-12-26) bei und spielte somit die effektivste Saison seiner Karriere. Sein Vertrag gilt noch bis zum Jahre 2025. Ob die Sharks bis dahin wieder ein Playoff-Kandidat sein werden?

Sturms Top-5-Tore der Saison 2022/23

In der Preseason deutet sich möglicherweise an, wie gut die Sharks ohne Karlsson funktionieren werden. San Jose trifft in den Vorbereitungsspielen je zweimal auf die Vegas Golden Knights, die Anaheim Ducks und die Los Angeles Kings.    

Voraussichtliche Aufstellung

Barabanov – Hertl – Kunin
Hoffman – Couture – Duclair
Zadina – Granlund – Zetterlund
Lindblom – Sturm – Labanc

Ferraro – Rutta
Vlasic – Benning
MacDonald – Simek 

Kahkonen
Blackwood 

Scratches: Gawanke – Robins - Makiniemi

Top Talent, auf das es zu achten gilt

Leon Gawanke (D) – Der Deutsche ist zwar bereits 24 Jahre alt, wartet aber noch immer auf sein NHL-Debüt. Für ihn könnte die Preseason besonders wichtig sein, weil er sich endlich einen festen Kaderplatz in einem NHL-Team erkämpfen möchte. Bei den Winnipeg Jets wurde ihm diese Möglichkeit nicht eingeräumt, obwohl er in der AHL vielfach gute Leistungen erbrachte. Bei den Sharks dürften die Chance besser stehen, da sich die Mannschaft ohnehin im Umbruch befindet und die Verteidiger-Positionen nicht so fest zementiert sind. 

Die größte Frage der Sharks

Kann das Team den nächsten Entwicklungsschritt machen?

Die Sharks gelten nicht zwingend als ein Kandidat für die kommenden Playoffs. Das Ziel besteht vor allem darin, sich als Mannschaft weiterzuentwickeln. Hilfreich wäre es, nicht wieder so einen schlechten Saisonstart hinzulegen wie in der vergangenen Spielzeit. 

„Das letzte Jahr war natürlich hart für uns. Wir sind mit fünf Niederlagen in Folge in die Saison gestartet. Es ist schwierig, mit so einem Loch in der Tabelle. Die Saison war für und gefühlt eigentlich schon Mitte November vorbei. Das ist natürlich schade“, sagte Sturm in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. 

Auf die Frage, was nun in der bevorstehenden Spielzeit möglich sein könnte, antwortete er: „Man darf jetzt nicht realitätsfern werden und bei den Zielen vom Stanley Cup sprechen. Wir sind im Umbruch, das weiß jeder im Klub und das weiß auch ich. So etwas dauert ein paar Jahre. Aber am Ende des Tages muss man schauen, dass man einen Schritt nach vorne macht. Das bedeutet für uns realistischerweise, dass wir möglichst viel länger im Playoff-Rennen bleiben und man nicht bereits nach der ersten Saison-Hälfte den Sommer-Urlaub planen kann.“

Verwandte Inhalte