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Sharks: Ein Roadtrip wirft Fragen auf

San Jose auswärtsschwach, ineffizient und anfällig in der Defensive

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Endlich wieder zu Hause! Diesen Gedanken dürften wohl alle Spieler der San Jose Sharks nach ihrem Roadtrip gefasst haben. Die Südkalifornier legten 8478 Kilometer zurück, verbrachten zehn Nächte im Hotel und hatten fünf Spiele in acht Tagen. Doch das Heimweh kam wohl weniger aufgrund der Reisestrapazen und des vollen Terminkalenders auf. Vielmehr war es die sportlich enttäuschende Bilanz von vier Niederlagen (1-3-1). 

Die Reisen nach Las Vegas (0:6 gegen die Golden Knights), Buffalo (2:3 n.V. gegen die Sabres), Toronto (3:5 gegen die Maple Leafs), Ottawa (2:6 gegen die Senators) und Montreal (3:1 gegen die Canadiens) offenbarten Schwächen in allen Mannschaftsteilen. NHL.com/de begab sich in die Analyse...

 

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Wackelige Defensive

San Joses niederschmetternde Roadtrip-Bilanz: vier Niederlagen aus fünf Spielen, bei einem Torverhältnis von 10:21. Im Durchschnitt bedeutet das 4,2 Gegentore pro Spiel - ein viel zu hoher Wert, um Punkte mitnehmen zu können. Hinzu kam ein bedenkliches Penalty Killing mit nur 66,7 Prozent Erfolgsquote. Die Anfälligkeit in der Defensive ist gleichwohl sehr überraschend, immerhin stellen die Sharks eine der namhaftesten Verteidiger-Corps in der NHL. 

Doch genau diese Abwehrspieler schwächelten während des Roadtrips gewaltig: Brent Burns zeigte sich als einziger Verteidiger produktiv und verbuchte immerhin fünf Scorerpunkte (ein Tor, vier Assists). Doch selbst er konnte die Gegentorflut nicht stoppen (Plus-Minus-Bilanz von -5). Auch der Blockbuster-Transfer im Sommer, Erik Karlsson, blieb blass (ein Assist, -5). Das im Vorjahr noch so stabile Pärchen um Marc-Eduard Vlasic (kein Scorerpunkt, -7) und Justin Braun (ein Tor, -5) kam auf eine desaströse Minus-12-Bilanz. Joakim Ryan (ein Assist, 0), Brenden Dillon (ein Assist, 0) und NHL-Debütant Radim Simek (keine Punkte, +1) hatten zumindest keinen negativen Plus-Minus-Wert. 

Vor allem in diesem Mannschaftsteil muss sich San Jose straffen. Sharks-Trainer Peter DeBoer scheint noch immer keine Reihen-Chemie gefunden zu haben. Er probierte Erik Karlsson bereits neben Burns, Vlasic, Braun und Dillon aus. Der Offensivverteidiger erzielte in der gesamten Saison 2018/19 aber erst zwei Tore. Eine weitere Möglichkeit wäre ein schwedisches Tandem mit Ryan. Unabhängig davon scheint der Neuzugang von den Ottawa Senators aber einfach noch ein paar Wochen Eingewöhnungszeit im Team Teal zu brauchen.

Goalies nicht in Top-Form

Von ihren Torhütern erhielt San Jose zu wenig Unterstützung. Sowohl Starter Martin Jones als auch Aaron Dell sind bekannt dafür, Spiele stehlen zu können. Das gelang aber nur Jones: Zum Abschluss gegen die Montreal Canadiens stoppte er 40 Schüsse (97,6 Prozent Fangquote) und gab den Sharks somit die Chance auf den einzigen Sieg.

Mit diesem Auftritt polierte Jones seine Roadtrip-Bilanz auf: Er bekam drei Starts (1-1-1), hatte einen Gegentorschnitt von 2,98 und eine Fangquote von 90,8 Prozent. Ersatzmann Dell erhielt zwei Starts (0-2-0) bei einem Gegentorschnitt von 5,58 und einer Fangquote von 83,1 Prozent. Vor allem Letzterer dürfte mit dieser Ausbeute nicht zufrieden sein.

 

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Sturm: Viele Schüsse, kaum Tore

Im Sturm war die Effizienz das Hauptproblem. San Jose gab in fünf Spielen satte 179 Torschüsse ab (im Durchschnitt 35,8 Torschüsse pro Partie), erzielte aber nur zehn Tore. Das macht eine mangelhafte Schuss-Effizienz von 5,59 Prozent und bedeutet bei gleichzeitigen Defensivproblemen den Genickbruch. Mit NHL-Debütant Lukas Radil (+1) kam ein einziger Stürmer auf eine positive Plus-Minus-Bilanz - bei Melker Karlsson stand immerhin noch die Null. 

Der große Hoffnungsträger war Joe Pavelski, der trotz der schlechten Auftritte glänzen konnte. Der Kapitän ging mit gutem Beispiel voran und war der einzige Angreifer mit mehr als einem erzielten Tor. Seine Bilanz: Sechs Scorerpunkte (vier Tore, zwei Assists), eine Schuss-Effizienz von 23,5 Prozent, 58,0 Prozent gewonnene Bullys - jedoch auch für ihn einem negativen Plus-Minus-Wert von -4.

Frust statt guter Erinnerungen

Unterm Strich herrschte nach zwölf Tagen unterwegs großer Frust bei den Sharks. Geplant war das freilich anders, zumal für Stürmer Evander Kane (Rückkehr nach Buffalo) und Verteidiger Erik Karlsson (Rückkehr nach Ottawa) zwei emotionale Wiedersehen anstanden. So aber bekam San Jose viele Hausaufgaben mit auf dem Weg. Eine weitere Herausforderung wird sein, den Schweizer Timo Meier zu ersetzten. Der Power Forward verletzte sich beim Spiel gegen die Sabres (Oberkörperverletzung) und kehrte bislang nicht wieder zurück. Den Ausfall des zweitbesten Torschützen (13 Tore) und drittbesten Scorers (23 Punkte) konnten die Nord-Kalifornier bislang nicht kompensieren.

Ganz oben auf der To-Do-Liste dürfte ein Mittel gegen Auswärts-Schwäche und die defensive Anfälligkeit stehen. San Jose gewann nur ein Drittel der Spiele auf fremdem Eis (5-7-3) und ist in der Fremde nur einen Sieg aus den letzten sieben Partien (1-5-1) gelungen. In diesem Zeitraum kassierten die Sharks 29 Gegentore (4,14 pro Spiel). Mit insgesamt schon 89 Gegentreffern haben sie außerdem die schlechteste Defensive unter allen Teams, die derzeit auf einem Playoff-Platz stehen.

Zwei der nächsten drei Spiele auswärts

"Endlich wieder zu Hause" dürfte also das große Motto für die nächsten Tage sein. Allerdings geht es nach dem Heimspiel gegen die Carolina Hurricanes sofort wieder in den Flieger: Zwei Auswärtsspiele bei den Dallas Stars und Arizona Coyotes stehen dann auf dem Spielplan. Es gibt also viel zu tun. 

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