In der Regel hat eine Expansion-Mannschaft zwar viel Tiefe, aber nur wenig Qualität in der Spitze. Wie man sich dennoch ein Team zusammenstellt, das direkt um den Stanley Cup mitspielen kann, machten 2017 die Golden Knights vor: Der damalige GM George McPhee sorgte in Zusammenarbeit mit dem Ex-Coach Gerard Gallant für einen Kader, der zwar nicht die klanghaftesten Namen beinhaltete, dafür aber Spieler, die mit ihrer Mentalität, ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten perfekt in die taktischen Pläne passten.
Das Resultat: Vegas gewann gleich in seiner Debüt-Saison total überraschend die Western Conference und zog in das Stanley Cup Finale (1:4 gegen die Washington Capitals) ein. Als ernstzunehmender Anwärter auf den Titel erreichten sie auch in den drei folgenden Saisons stets die Stanley Cup Playoffs.
NHL.com/de blickt auf den Expansion Draft 2017 zurück und analysiert, welche Schlüsselentscheidungen die Golden Knights damals gefällt hatten.
Fleury wird Starter, Publikumsliebling und Playoff-Monster
Unter den drei Torhütern, die Vegas im Expansion Draft ziehen musste, entschieden sich die Golden Knights für Calvin Pickard (Colorado Avalanche), Jean-Francois Berube (New York Islanders) und Marc-Andre Fleury (Pittsburgh Penguins). Während Pickard (Trade zu den Toronto Maple Leafs) und Berube (kein Vertragsangebot, Wechsel zu den Chicago Blackhawks) nie für Vegas spielten, wurde Fleury zum ultimativen Rückgrat der neuen Mannschaft. Der Goalie war, von Anfang an, der ultimative Publikumsliebling und das Gesicht der "Vegas Born"-Kampagne.
Auch sportlich wies der dreimalige Stanley Cup Sieger Fleury nach, dass es eine schlechte Entscheidung der Penguins war, ihn ziehen zu lassen. Bei den Golden Knights parierte sich der Torwart in einen Rausch und wurde zum Playoff-Monster. Die Bestätigung folgte nach seiner vierten Saison in Vegas im Sommer 2021 mit dem Gewinn der Vezina Trophy (bester Goalie der Saison). Kurios: Damit sich die Golden Knights verpflichteten, Fleury auszuwählen, schickte Pittsburgh zusätzlich auch noch ein Zweitrunden-Draftpick nach "Sin City".