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Erfahrung von Veteranen wird nachgefragt

Die Nashville Predators haben es vorgemacht: Die Manager der NHL setzen auf Routine für die Playoffs

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Schon im Vorfeld der am 25. Februar 2019 anstehenden NHL Trade Deadline, dem Ende der Wechselfrist, nimmt die Aktivität auf dem Transfermarkt zu. Am Mittwoch waren es die Nashville Predators, die versuchten ihren Kader für die im April beginnenden Stanley Cup Playoffs 2019 in Bestform zu bringen, indem sie gleich zwei erfahrene NHL-Veteranen verpflichteten.

Brian Boyle (34 Jahre, 740 NHL-Spiele) und Cody McLeod (34, 769) konnten von General Manager David Poile als neueste Gesichter der Predators präsentiert werden. In zwei separaten Trades mit den New Jersey Devils und den New York Rangers bekam das Team aus Nashville mit ihnen viel Erfahrung und Routine in seinen Kader. Beliebte Eigenschaften, auf die in den Playoffs verstärkt wert gelegt wird, besonders dann, wenn es für eine Mannschaft in Richtung Stanley Cup-Titel im laufenden Jahr möglichst weit gehen soll.

Im Gegenzug wanderten lediglich zwei Draftpicks aus dem Portfolio der Predators an die beiden abgebenden Organisationen, die ihre Planungen damit verstärkt in eine mittel- und langfristig erfolgreiche Zukunft investieren können. Die Rangers wurden für McLeod mit einem Siebtrunden-Pick im NHL Draft 2020, die Devils für Boyle mit einem Zweitrunden-Pick im Jahr 2019 entschädigt.

 

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Exakt 27 Spiele vor Ende der laufenden Hauptrunde setzen die Predators hingegen in erster Linie auf den kurzfristigen Effekt ab sofort mit mehr Körperlichkeit und Persönlichkeit innerhalb der Mannschaft antreten zu können.

Der erste Deal des Tages führte Boyle, einen Spieler mit immerhin 13 Jahren NHL-Praxis nach Nashville. Zusätzlich verfügt der Stürmer über 111 Spiele an Playoff-Erfahrung.

"Brian stellt aus unserer Sicht genau den Spielertyp dar, den unsere Mannschaft in der aktuellen Situation gut gebrauchen kann", erläuterte Poile während einer Pressekonferenz. "Er ist extrem vielseitig, kann auf dem Flügel, oder im Zentrum spielen, hat zudem die Größe und die körperlichen Voraussetzungen, die uns in den Playoffs sehr von Nutzen sein werden. Er ist es gewohnt, beim Unterzahlspiel mitzuwirken, kann aber auch bei Überzahl Torgefahr ausstrahlen. Das macht ihn für uns besonders wertvoll. Er wird einen Platz in der Führungsriege unserer Mannschaft einnehmen. Zudem hat er die Erfahrung von zwei Stanley Cup-Finalserien vorzuweisen", schwärmte Poile über seinen routinierten neuen Stürmer.

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Zusätzlich kam auch noch McLeod zur Unterstützung zurück in die Reihen der Predators. Dieser hatte bereits im Jahr 2017 mit Nashville das Stanley Cup Finale erreicht, in dem die Predators seinerzeit den Pittsburgh Penguins nach hartem Kampf mit 2:4 Siegen unterlegen waren. McLeod brachte es ab dem Jahr 2016 auf 54 Spiele für Nashville, bevor die Organisation ihn über die Waiver-Liste im Jahr 2018 an die Rangers verlor.

Jetzt ist er zurück an alter Wirkungsstätte, bringt ebenfalls zusätzliche Erfahrung und Routine in den Klub. "Wir haben seine Persönlichkeit seit dem Vorjahr schon ganz gewaltig vermisst, um ehrlich zu sein", freute sich Poile über den Rückkehrer.

"Ich will nicht für unsere Spieler sprechen, doch ich bin mir sicher, dass sie sagen werden, dass sie sehr aufgeregt darüber sind, dass Cody wieder einer von uns ist", strahle Poile. "Er ist ein lautstarker Typ. Sein Wert für das Team in der Umkleide ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Außerdem verfügt er über viel Erfahrung, ist bereit die Aufgabe zu erfüllen, die er gestellt bekommt."

Gleich mehrfach benutzte Poile die Worte 'Größe' und Erfahrung' im Zusammenhang mit den beiden Neuzugängen. Spätestens dadurch wurde für jedermann klar erkenntlich, was der Kaderplaner für wichtig hält, wenn es um größtmöglichen Erfolg seiner Mannschaft in den nahenden Playoffs geht.

 

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Im Vorjahr zog Nashville in der zweiten Runde der Western Conference gegen die Winnipeg Jets den Kürzeren. Viele Kritiker sahen damals gerade in der körperlichen Überlegenheit der Jets einen mitentscheidenden Grund dafür, dass es die Predators nicht weiter in Richtung Stanley Cup schafften. Diesen vermeintlichen Schwachpunkt versucht Poile offensichtlich mit Nachdruck zu beseitigen.

"Ja, es ist richtig, wir haben uns um mehr Größe für unseren Kader bemüht. Besonders jetzt, wo uns Austin Watson und Zac Rinaldo nicht mehr zu Verfügung stehen werden. Beide Neuzugänge erfüllen diese Voraussetzung", bestätigte Poile. "Boyle und McLeod haben den entsprechenden Körper. Doch sie bringen mehr als nur die reine Körpergröße mit. Gerade Boyle ist ein Spielertyp, der durch seine große Vielseitigkeit glänzt."

Bis zur Trade Deadline sind es noch zweieinhalb Wochen. Es wird spannend sein zu beobachten, welche Schritte andere Teams unternehmen werden, um ihre Kader in die bestmögliche Form zu bringen. Ganz egal was im Detail passieren wird, die Begriffe 'Größe' und 'Erfahrung' dürften in diesem Zusammenhang nicht zum letzten Mal gefallen sein.

Viele General Manager suchen nach Spielern, die diese Kriterien bestmöglich erfüllen. Nashville hat seine Hausaufgaben anscheinend schon ordentlich gemacht. Wer von den anderen Klubs zieht nach, und wann? Es bleibt weiterhin spannend in der Liga.

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