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434 war die magische Zahl, die schon seit längerem Bestand hatte und für das Schweizer Eishockey eine besondere Marke ist. Es handelt sich um die Anzahl der Punkte, die Mark Streit in seiner phantastischen NHL-Karriere, die er 2017 mit dem Gewinn des Stanley Cups krönte, innerhalb der regulären Spielzeiten erreichte. Der frühere Spieler der Montreal Canadiens, New York Islanders, Philadelphia Flyers und Pittsburgh Penguins erzielte in seiner Laufbahn von 2005 bis 2017 insgesamt 96 Tore und 338 Assists.

Nun ist es ausgerechnet an Roman Josi, diesen Rekord zu brechen. Der Kapitän der Nashville Predators ist dafür prädestiniert wie kein anderer. Josi und Streit kommen beide aus Bern und sind befreundet. Beide haben sich in ihrer gemeinsamen NHL-Zeit regelmäßig im Sommer zusammen auf die kommenden Spielzeiten vorbereitet und dabei angespornt.
Josi bezeichnete Streit immer als Vorreiter für ihn und die Spieler in seinem Land, weil er im eigentlich hohen Alter von 27 Jahren den Sprung nach Nordamerika gewagt hatte und sich dort als erster Schweizer Feldspieler in der NHL etablierte. So sehr, dass er in der Saison 2012/13 bei den Islanders der erste Schweizer Kapitän einer NHL-Mannschaft wurde. Josi trat auch an diesem Punkt in seine Fußstapfen, als er 2017 das Amt des Spielführers bei den Predators übernahm und bis heute innehat.

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Zur Abrundung sei erwähnt, dass sich Streit mit den Penguins im Stanley Cup Finale 2017 gegen Nashville (4:2) mit Josi in den Reihen durchsetzte. Eine Tatsache, die beide nicht entzweien konnte. Im Gegenteil, danach gab es vom Unterlegenen trotz des bitteren Moments sehr viele Worte der Anerkennung und des Lobes für Streits Sportlichkeit und Fairness.
Für Josi ist nach seiner Rückkehr von einer kurzen Verletzungspause in dieser Saison ein schöner Nebeneffekt, dass die Predators langsam die Kurve bekommen und an der Schwelle zu einem Platz für die Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs in der Discover Central Division stehen. Danach hatte es zu Saisonbeginn lange nicht ausgesehen.
Am Dienstag beim 3:2-Erfolg nach Verlängerung im heimischen Bridgestone Center gegen die Dallas Stars konnten die Predators ihren sechsten Sieg in Folge und achten in den letzten zehn Spielen ergattern. Sie behaupteten dadurch mit einer Bilanz von 19-17-1 den wichtigen vierten Rang in der Division, punktgleich mit den Chicago Blackhawks (17-15-5) hinter ihnen.
Josi trug mit dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich bei 29:04 Minuten, seinem vierten Treffer und 21. Punkt der Saison, zum doppelten Punktgewinn wesentlich bei. Für den Verteidiger war das hart umkämpfte Spiel eines der bisher schwierigsten in dieser Saison.

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"Heute war wahrscheinlich eines der physischsten Spiele des Jahres", erzählte Josi. "Ich denke, jedes Mal, wenn man gegen Dallas spielt, sind sie ein schwer zu spielendes Team. Ich bin der Meinung, es zeigt, was unser Team in solchen Spielen leisten kann, und es ist definitiv ein großer Sieg für uns."
Die Stars sind nämlich ebenso Konkurrenten um den vierten Divisionsplatz. Sie liegen mit einer Bilanz von 11-12-10 und 32 Punkten, sieben Zähler hinter den Predators auf dem vorletzten Rang, doch haben die Stars vier Spiele weniger absolviert, als die vor ihnen liegenden Columbus Blue Jackets, Blackhawks und Predators.
Durch seinen Treffer am Dienstag steht Josi bei 113 Toren und 332 Assist zu 434 Punkten, in seiner NHL-Karriere. Er hat also genauso viele auf seinem Konto wie Streit. Allerdings benötigte er hierfür nur 662 Spiele, während Streit 786 brauchte.

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"Es ist eine große Ehre", äußerte sich Josi. "Ich und [Streit] sind wirklich gute Freunde. Er hat so viel für das Schweizer Eishockey getan, weil wir nie einen Spieler hatten, der es wirklich in die NHL geschafft hat. Wir hatten ein paar Goalies, aber er war der erste, der es wirklich geschafft hat und eine wichtige Rolle in der Mannschaft hatte. Er war ein Star in der Liga. Als kleine Kinder haben wir alle zu ihm aufgeschaut, und er hat uns den Glauben gegeben, dass es auch für Schweizer Spieler möglich ist, es zu schaffen."
Am Donnerstag (8 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 2 Uhr MESZ) gibt es ein Wiedersehen mit Dallas. Josi hat dann bereits die große Chance alleiniger Rekordhalter der Schweiz zu werden und sein Idol zu überholen. Andernfalls wird es nicht mehr lange dauern, ehe die Marke von Streit endgültig fällt. Die Glückwünsche seines Kontrahenten dürften ihm sicher sein.