Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den New York Islanders und den Montreal Canadiens

Der österreichische Verteidiger David Reinbacher kam endlich zu seinem Debüt für die Montreal Canadiens und trug sofort mit seinem ersten Assist zu einem Sieg bei. Die Canadiens gewannen am Sonntag auswärts in der UBS Arena mit 4:1 gegen die New York Islanders. Kapitän Nick Suzuki knackte dabei zum ersten Mal die Marke von 100 Punkten. Für die Islanders ist die Niederlage das Ende im Kampf um einen Platz in den Stanley Cup Playoffs.

„Das ist das enttäuschende Ende einer Saison, die lange gut lief“, kommentierte Islanders-Kapitän Anders Lee die Niederlage. „In letzter Zeit hatten wir einige harte Niederlagen. Wir haben in den letzten Tagen ein paar Siege gebraucht und haben es nicht geschafft. Wir haben viel, worüber wir nachdenken müssen, aber das ist ätzend. Wir sind enttäuscht. Wir haben alles gegeben, um in die Playoffs zu kommen. Am Ende haben wir in einigen Situationen versagt.“

Die entscheidende Minute

Beide Teams neutralisierten sich am Sonntag gegenseitig beinahe 36 Minuten lang, doch dann kam der große Durchbruch für die Canadiens. Den Startschuss gab natürlich der Kapitän selbst.

Suzuki wurde von Juraj Slafkovsky vor dem Tor bedient und traf nach 35:56 Minuten zum 1:0. 28 Sekunden später nutzte Ivan Demidov im Powerplay einen Querpass von Suzuki zum 2:0. Weitere 27 Sekunden später marschierte Alex Newhook aus dem eigenen Drittel durch und erhöhte auf 3:0.

„Das war das Spiel, es waren 55 Sekunden“, sagte Islanders-Trainer Pete DeBoer. „Da haben wir uns selbst geschadet. Sie hatten ein Powerplay, wir haben einen Konter zugelassen und dann haben wir in der Abwehr die Zuordnung verloren. Das macht ein gutes Team mit dir. Sie erzwingen Fehler. Wir haben in der Abwehr nicht viele Fehler gemacht. Wir haben hart gekämpft. Wenn wir Fehler gemacht haben, haben sie sie ausgenutzt.“

Die Islanders erzielte im dritten Drittel ihr einziges Tor durch Casey Cizikas (49.), Zachary Bolduc sorgte aber 15 Sekunden vor der Schlusssirene für das 4:1.

„Es schien, als würden beide Mannschaften nicht viele Chancen kriegen“, erklärte Suzuki den Spielverlauf. „Plötzlich waren wir mit 3:0 in Führung und konnten den Vorsprung halten. Das war eine besondere Minute für uns... Wir wussten, dass wir eine bessere Antwort finden müssen. Wir wussten, was für Emotionen für sie im Spiel sein würden und beide Mannschaften haben gut verteidigt und nicht viel zugelassen. Dann haben wir endlich den Durchbruch geschafft, Schwung aufgenommen und drei schnelle Tore geschossen.“

MTL@NYI: Newhook verschafft Reinbacher seinen ersten Punkt

Reinbachers geglücktes Debüt

Ein ganz besonderes Spiel war es für Reinbacher. Der 21-jährige Abwehrspieler wurde von den Canadiens in der ersten Runde des NHL Draft 2023 mit dem fünften Pick gewählt. Eigentlich wurde sein Debüt schon deutlich früher erwartet, doch er verletzte sich in den vergangenen beiden Jahren jeweils unglücklich vor dem Saisonstart.

„Jeder hat einen anderen Weg und man kann nur jeden Tag genießen“, erklärte Reinbacher. „Am Ende wird man ankommen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Man muss einfach jeden Tag hart arbeiten. Das war's für heute. Jetzt ist es an der Zeit zu lernen und hart zu arbeiten.“

Reinbacher hatte diese Saison 57 Spiele für die Laval Rocket in der AHL bestritten, ehe er zu den Canadiens berufen wurde. Mit 24 Punkten (fünf Tore, 19 Assists) verhalf er Laval zu Platz eins in der North Division.

Am Sonntag kam Reinbacher in seinem NHL-Debüt sofort zu seinem ersten Punkt. Beim 3:0 von Newhook holte er im eigenen Drittel den Puck gegen zwei Islanders von der Bande und leitete damit den Konter ein, wofür er einen Assist gutgeschrieben bekam. Der Österreicher stand nur für 11:17 Minuten auf dem Eis, verzeichnete dabei aber zwei Torschüsse, zwei geblockte Schüsse und einen Check. Leicht war die Partie sicherlich nicht, immerhin war es nach Spielen für Laval am Freitag und Samstag seine dritte Partie in drei Tagen.

„Ich glaube nicht, dass drei Spiele in drei Tagen für so einen jungen Spieler zu viel sind“, versicherte Canadiens-Trainer Martin St. Louis. „Er wird ja nicht gleich 25 Minuten Eiszeit kriegen. Wir wissen, dass er Selbstbewusstsein hat und ich denke, je mehr man in dieser Liga spielt, desto mehr Selbstbewusstsein kriegt man.“

MTL@NYI: Canadiens treffen in weniger als einer Minute drei Mal

Historische Leistung für Suzuki

Mit einem Tor und einem Assist schraubte Suzuki sein Punktekonto in dieser Saison auf 101 Zähler (29 Tore, 72 Assists) hoch. Damit wurde er erst zum fünften Spieler in der 108-jährigen Geschichte der Canadiens, der die Marke von 100 Punkten in einer Saison knackte.

„Das ist schon ziemlich cool“, freute sich der Kapitän. „Als kleines Kind träumt man davon, solche Momente zu erleben, das ist definitiv etwas besonderes, vor allem in dieser Organisation. Ich bin so stolz darauf, Teil dieses Teams mit all den Spielern zu sein, die vor mir kamen.“

Vor Suzuki erreichten die 100 Punkte nur Guy Lafleur (6 Mal), Peter Mahovlich (2), Mats Naslund und Steve Shutt. Außerdem gelang Suzuki sein 29, Spiel der Saison mit mehr als einem Punkt. Das schaffte kein Canadien mehr seit Naslund in der Saison 1985/86.

Ende für Islanders, Höhenflug für Canadiens

Am Ende einer Saison, in der die Islanders sich stärker als erwartet zeigten, ist die Enttäuschung groß. Durch die Niederlage sind die Playoff-Hoffnungen der Mannschaft beendet. Man kann in New York aber viel Positives aus der Saison mitnehmen, vor allem die sensationellen Leistungen von Rookie-Verteidiger Matthew Schaefer. Mit dem Ausnahmetalent winkt eine goldene Zukunft.

Für die Canadiens beginnen diese goldenen Zeiten gerade. Der Sieg bringt sie auf 106 Punkte in 81 Spielen (48-23-10). Damit ziehen sie an der Spitze der Atlantic Division mit den Buffalo Sabres gleich. Buffalo liegt dank der höheren Anzahl an Siegen in regulärer Spielzeit aber vor den Canadiens. Hinter Montreal lauern die Tampa Bay Lightning mit 104 Spielen. Tampa und Buffalo haben noch zwei Spiele vor sich, Montreal nur eins.

Die letzte Partie der Saison steht für die Canadiens am Dienstag an, wenn sie bei den Philadelphia Flyers zu Gast sind.

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