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Die Penguins müssen sich neu aufstellen

Bereits trotz der 3-1 Serienführung war absehbar, dass Pittsburgh Probleme hat

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Eine 3-1 Führung in der Serie ist komfortabel, jedoch ist damit noch nicht das Ziel erreicht. Das müssen derzeit die Pittsburgh Penguins nach ihrer Niederlage zu Hause in der PPG Paints Arena in Spiel 6 der Eastern Conference Stanley Cup Playoffs Serie der zweiten Runde gegen die Washington Capitals ernüchternd feststellen.

Deutlich mit 5-2 unterlagen sie am Ende, was den Ausgleich in der Serie und die Entscheidung in Spiel 7 am Mittwoch (7:30 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVA Sports) im Verizon Center von Washington bedeutet.

Hinterher ist man immer schlauer, aber es deutete vieles darauf hin, dass es so kommen würde. Der Sieg in Spiel 4 zur 3-1 Serienführung kam sehr glücklich zu Stande und sich nur auf starke Spiele von Torhüter Marc-Andre Fleury zu verlassen, ist auf diesem Niveau einfach zu wenig.

Neues Spiel, neues Glück muss es also für den Titelverteidiger lauten, den Schalter umzulegen, ist aber kein einfaches Unterlangen. Pittsburgh lag bereits mit 5-0 hinten, als ihnen in den Schlussminuten noch zwei Ehrentreffer gelangen. Gerade einmal 18 Torschüsse brachten die Penguins im gesamten Spielverlauf zu Stande und reihten sich somit nahtlos in die Spiele davor ein.

"Heute waren wir nicht gut genug", sagte Penguins Kapitän Sidney Crosby. "Ich meine, wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, dass wir nun nach Washington zu Spiel 7 müssen, aber das ist der Weg, wie es jetzt steht. Wir müssen das hier vergessen und schnell die Seite wechseln. Aber wir können kein Ergebnis erwarten, wie wir es uns vorstellen, wenn wir so weiterspielen."

Video: Capitals holen Spiel 7 mit 5-2 Sieg gegen Penguins

In der Tat hatte Pittsburgh in den ersten 17 Minuten nur einen, noch dazu ungefährlichen Torschuss aus der Entfernung in Unterzahl und gerade einmal fünf in den ersten 33 Minuten. Auf Dauer lassen sich so keine Spiele und schon gar nicht ein Stanley Cup gewinnen.

Trotz des positiven Verlaufs der ersten Runde mit einem Sieg in der Serie nach fünf Spielen gegen die Columbus Blue Jackets und die 3-1 Führung in der Serie gegen die Capitals, muss festgehalten werden, dass die Penguins in den bisherigen elf Spielen nur einmal ein Torschussverhältnis zu ihren Gunsten hatten.

Der Prozentsatz ihrer Torschussversuche bei gleicher Mannschaftsstärke liegt lediglich bei 41,93 Prozent und damit dem schlechtesten Wert aller 16 Mannschaften, die in den Playoffs angetreten sind.

"Wir diktieren nicht entscheidend genug das Geschehen da draußen und die Anzahl der Schüsse ist ein Anzeichen dafür", sagte Pittsburghs Trainer Mike Sullivan.

Die Penguins haben zunehmend Probleme sich aus der eigenen Zone zu befreien. Was ihnen zu Beginn der Serie mit schnellen Kontern, die teilweise zu Torerfolgen führten, gut gelang, hat jedoch nach und nach an Dynamik verloren.

"Wir müssen die Pucks besser behaupten, aus unserer Zone herauskommen und gute Entscheidungen in der neutralen Zone treffen", führte Sullivan weiter aus. "Wenn wir den Puck reinspielen, dann müssen wir eine bessere Arbeit verrichten, wo wir ihn hin spielen und wir müssen zusammenarbeiten, dass der Puck auch dort bleibt."

Daraus resultiert auch, dass die Produktion in der Tiefe ihres Kaders bei den Penguins nicht so ist, wie im letzten Jahr. Nick Bonino hat seit fünf Spielen nicht getroffen, Chris Kunitz und Bryan Rust seit sechs, Tom Kuhnhackl seit sieben und Conor Sheary seit zehn.

"Wir haben nicht vieles umgesetzt, von dem, was wir uns vorgenommen haben", sagte Verteidiger Ron Hainsey, der sich vor dem 2-0 entscheidend an der Bande checken ließ und den Puck verlor. "Spielten nur in einer Hälfte der Arena, nämlich unsere, für die meiste Zeit der ersten 40 Minuten. Dann haben wir aufgemacht und wurden ausgekontert. Wenn du fünf Torschüsse bis wenige Minuten vor Ende des zweiten Drittels hast, dann hast du nicht viel auf die Reihe gebracht."

Weiterhin fällt auf, dass die Anzahl der geblockten Schüsse durch die Penguins zuletzt zurückging. Waren es in Spiel 4 noch 24, sanken sie in Spiel 5 auf 20 und in Spiel 6 auf 13. Es bleibt Sullivans Geheimnis, warum er selbst zum jetzigen Zeitpunkt und nach dem Ausfall von Verteidiger Trevor Daley für Spiel 6, nicht auf die Dienste des erfahrenen Schweizers Mark Streit zurückgriff und stattdessen Chad Ruhwedel zu seinem ersten Playoff-Einsatz verhalf.

Es läuft nicht rund bei Pittsburgh, wie es noch vor ein paar Tagen ausgesehen hatte. Natürlich können sie Spiel 7 gewinnen, wie sie zuvor schon Spiele gewonnen haben: Mit einem überragenden Fleury und mehr geblockten Schüssen, sowie besserer Chancenverwertung. Doch deutet derzeit wenig darauf hin.

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