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Kein Rückschlag trifft hart genug

Predators-Kapitän Mike Fisher zeigt sich auch nach durchwachsenem Saisonstart weiterhin zuversichtlich

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

"Ich denke, dass wir nur besser werden können. Wir sind erfahrener geworden und die Erwartungshaltung innerhalb der Truppe ist immens hoch. Wir sind voller Vorfreude", erklärte Predators-Verteidiger Mattias Ekholm im Sommer. Diese Vorfreude scheint nun nach den ersten drei Wochen der jungen Saison 2016-17 einen kleinen Dämpfer erhalten zu haben. Nach acht Partien haben die Nashville Predators lediglich fünf Punkte auf dem Konto. Schon sechs mal mussten sie sich ihrem Gegner geschlagen geben. So auch am Samstag, als sie bei den San Jose Sharks im SAP Center gastierten. 1-4 strahlte es nach 60 gespielten Minuten auf dem Videowürfel.

Mike Fisher versuchte nach der Niederlage Worte für den schleppenden Saisonstart zu finden: "Wir fühlen uns, als ob wir zurzeit nicht unser volles Potential ausschöpfen können. Wir wissen, dass wir ein besseres Team sind. Wir haben so etwas schon einmal durchgemacht. Es ist wichtig, was wir daraus machen, welche Lehren wir daraus ziehen und wie wir zu einem Team werden. Wir werden das schaffen."

Center Mike Fisher, der nach dem Weggang von Shea Weber das Kapitänsamt in Nashville übernahm, trifft mit seiner Analyse den Nagel auf den Kopf und sendete damit auch ein Signal an Headcoach Peter Laviolette. Das Team muss zusammenwachsen. Viel Stückwerk aber nicht viel Ganzes zeigten die Predators in den ersten acht Spielen. Es ist jedoch nicht zu spät, den Hebel umzulegen und aus den durchwachsenen Auftaktspielen die Lehren für die kommenden 74 Hauptrundenpartien zu ziehen. Seitdem Laviolette das Traineramt innehat - im Mai 2014 trat er die Nachfolge von Barry Trotz an -- schafften die Predators stets den Sprung in die Playoffs.

Sein Team wurde vor der Saison hoch gehandelt. Ein Playoffeinzug 2017 der Mannschaft aus Tennessee war bei den Experten kaum strittig. Zählt der mit Spielern wie Verteidiger Roman Josi, Center Ryan Johansen, Linksaußen Filip Forsberg, Linksaußen Viktor Arvidsson und Rechtsaußen Kevin Fiala gespickte Kader doch unzweifelhaft zu den talentiertesten der ganzen Liga. Vor allem die Abwehr um Josi, Neuzugang P.K. Subban, den 26-jährigen Mattias Ekholm und Ryan Elis gilt als eine der versiertesten der NHL. Für umso mehr Verwunderung sorgt also der aktuelle Gegentorschnitt.

28 Mal mussten die Unparteiischen bisher die Scheibe aus dem Kasten der Predators zum Anspiel holen. Das sind im Schnitt weit über drei Gegentore pro Spiel und bedeuten in dieser Kategorie den zweitschlechtesten Wert der Liga überhaupt. Lediglich die Arizona Coyotes kassierten mit 33 Gegentoren noch mehr. Doch Pekka Rinne, der mit 33 Jahren vor der Saison als einzige mögliche Achillesferse der Predators genannt wurde, kann man nicht als Schuldigen für die Misere ausmachen. Zwar liegt sein Gegentorschnitt mit 3,21 deutlich über der aus der Vorsaison (2,48), seine Fangquote blieb jedoch mit aktuell 0,906 zu 0,908 in der Vorsaison relativ stabil. Da sich die Verteidigungspärchen noch nicht vollkommen gefunden haben und in der Feinabstimmung hapert, wird er zu häufig geprüft. Am 27. Oktober gegen die Los Angeles Kings und am 21. Oktober gegen die Detroit Red Wings musste er 45 beziehungsweise 42 Schüsse abwehren -- gemessen an den Ansprüchen des Teams deutlich zu viel.  

Video: NSH@DET: Subban gleicht per Onetimer im PP aus

Offensiv zeigten die Abwehrspieler der Predators schon in den ersten acht Partien, dass sie Akzente setzen können. Subban und Josi werden erzielten bereits fünf Punkte und stehen damit hinter Arvidsson (6 Punkte) auf dem Teaminternen zweiten Platz. Mehr Offensivpower muss jedoch von den Stürmern kommen.

"Wir müssen endlich einen Weg finden, um in solchen Spielen das erste Tor zu schießen. Wir brauchen mal eine Führung auf der wir aufbauen können und nicht immer nur einem Rückstand hinterherzurennen. Wir haben nie den Komfort, ein Tor in Front zu sein", sah Coach Laviolette nach der jüngsten Niederlage gegen die Sharks die Schwachstelle seines Teams.

Sowohl Forsberg als auch Fiala stehen in der jungen Spielzeit noch ohne eigenen Treffer da. In keinem Fall dürfen sich nun Selbstzweifel in der Kabine breitmachen.

Dies sieht auch Fisher so: "Frustration wird niemandem helfen. Wir müssen aufstehen. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Wir haben einige gute Spiele gespielt. Wir haben nie aufgegeben. Wir spüren, dass wir zurückkommen werden. Es wird kommen."

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