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Playoff-Vorschau Western Conference

Die 1. Runde verspricht Hochspannung und feurige Duelle

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

In der NHL beginnt die beste Zeit im ganzen Jahr: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag starten die Playoffs 2019! Schon in der 1. Runde sind Hochspannung und heiße Duelle garantiert. NHL.com/de mit einer Vorschau auf die Western Conference…

Calgary Flames (1. Pacific, 107 Punkte) - Colorado Avalanche (2. Wildcard, 90 Punkte)

Eine temporeiche Serie verspricht das Duell zwischen den Calgary Flames und den Colorado Avalanche zu werden. In der Hauptrunde entschied Calgary alle drei Aufeinandertreffen für sich (CGY: 3-0-0 - COL: 0-2-1). Doch ausgerechnet jetzt in den Playoffs könnte sich der Wind drehen.

Die Flames verfügen nämlich über kaum Endrunden-Erfahrung (nur 283 Spiele). Das gilt insbesondere für die Leistungsträger Johnny Gaudreau (15 Spiele), Sean Monahan (15), Matthew Tkachuk (4) und Kapitän Mark Giordano (8). Können die vier ihre bärenstarke Hauptrunde auch in den Playoffs bestätigen? Calgary stürmte überraschend an die Spitze der Western Conference und beeindruckte dabei mit einem gefährlichen und schnellen Angriff. Gleich fünf Spieler knackten die Schallmauer von 70 Scorerpunkten - so viele wie bei keinem anderen Playoff-Team in diesem Jahr.

Video: CGY@LAK: Gaudreau ins Tordreieck gegen Quick

Für Colorado spricht die aufsteigende Formkurve: Trotz der Verletzungen der ultimativen Schlüsselspieler Gabriel Landeskog und Mikko Rantanen sowie auch sportlichen Rückschlägen, starteten die Avalanche eine furiose Aufholjagd und qualifizierten sich als letztes Team im Westen für die Playoffs. Mit einer 8-0-2-Bilanz in die Playoffs zu gehen, ist ein gutes Gefühl. Wir sollten Selbstvertrauen haben", hofft Avs-Trainer Jared Bednar. Zum Start der Endrunde sollte die wohl gefährlichste Sturmreihe dieser Saison mit Nathan MacKinnon, Landeskog und Rantanen wieder fit und vereint sein. Straffen muss sich das Team aus Denver in der Defensive, die gegen Calgary wohl enorm unter Druck gesetzt werden wird. Da trifft es sich gut, dass Colorados deutscher Goalie Philipp Grubauer seit dem 23. Februar im Playoff-Modus ist und seitdem neun Siege (9-2-2) bei einem Gegentorschnitt von 1,44 sowie einer Fangquote von 95,6 Prozent feierte.

Der X-Faktor wird die jeweilige erste Sturmreihe sein: Die Flames erhielten das meiste Scoring von Gaudreau, Monahan und Elias Lindholm - die Avalanche von Rantanen, MacKinnon und Landeskog, die sich gar für 41,1 Prozent aller Avs-Treffer verantwortlich zeigten. Wer das jeweilige Top-Trio aus dem Spiel nimmt, gewinnt diese Serie.

San Jose Sharks (2. Pacific, 101 Punkte) - Vegas Golden Knights (3. Pacific, 93 Punkte)

Obwohl die San Jose Sharks und Vegas Golden Knights erst seit knapp zwei Jahren gegeneinander spielen, brodelt es gewaltig zwischen den beiden Pacific-Division-Rivalen. Grund dafür ist unter anderem auch das Conference-Halbfinale im Vorjahr, das Vegas mit 4:2 und einem Torverhältnis von 21:14 für sich entscheiden konnte. Entsprechend giftig, physisch und hitzig droht die Begegnung der beiden aggressiv eingestellten Teams zu werden. In den Hauptrunden-Begegnungen hagelte es zudem jede Menge Tore (SJS 2-2-0 - VGK: 2-1-1).

Video: CGY@SJS: Meier erzielt seinen 30. Saisontreffer

San Jose hat jede Menge Tiefe und Secondary Scoring im Kader: Neun Spieler konnten die Marke von 50 Scorerpunkten knacken - so viele wie bei keinem anderen NHL-Klub. Hinzu kommen elf Spieler, die mehr als 15 Tore schossen. Die Sharks entwickeln Torgefahr aus allen vier Sturmreihen sowie auch von der blauen Linie, wo mit Norris-Trophy-Kandidat Brent Burns und dem wiedergenesenen Erik Karlsson zwei offensivstarke Verteidiger stehen. Die Nord-Kalifornier stehen für schnelles, aggressives und passintensives Eishockey mit viel Offensivdruck. Allerdings fiel San Jose gegen Ende der Hauptrunde auch mit haarsträubenden Abwehr- und Aufbaufehlern sowie Scheibenverlusten in der neutralen Zone auf, die gegen die Golden Knights tödlich enden könnten.

Vegas besticht durch sein brandgefährliches und überfallartiges Umschaltspiel, das die Truppe aus Nevada schon im Vorjahr bis ins Stanley Cup Finale geführt hatte. Zum aufwändigen Stil der Golden Knights zählen auch viele harte Checks und ein zermürbendes Forechecking. Hinter der Top-Reihe um Jonathan Marchessault, William Karlsson und Reilly Smith installierte Vegas mit Max Pacioretty, Paul Stastny und Mark Stone hochkarätige Neuzugänge. Aufpassen müssen die Knights in Sachen Disziplin, denn bei einem Penalty Killing von nur 80,9 Prozent könnte jede Strafe gegen die bissigen Sharks teuer werden. 

Der X-Faktor wird der Torwart sein: San Jose schickt mit Martin Jones einen ehrgeizigen Mann ins Rennen, dessen Statistik allerdings unter den vielen Abwehrfehlern seiner Vorderleute gelitten hatte (2,94 Gegentore/Spiel, 89,6 Prozent Fangquote). Bei Vegas steht mit Marc-Andre Fleury (2,51, 91,3 Prozent) ein Weltklasse-Goalie zwischen den Pfosten, der schon im letzten Jahr den Unterschied in nahezu jeder Serie ausgemacht hatte. Das Goaltending wird auch 2019 ein entscheidender Faktor sein.

Nashville Predators (1. Central, 100 Punkte) - Dallas Stars (1. Wildcard, 93 Punkte)

Die Nashville Predators bekommen es mit den Dallas Stars zu tun. In der regulären Saison war dieses Duell stets eng und wurde mit einem oder maximal zwei Toren Unterschied entschieden. Zweimal ging es sogar in die Verlängerung. Von fünf Begegnungen gewannen die Preds drei (NSH 3-2-0 - DAL 2-1-2). 

 

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Nashville verfügt über einen tief besetzten Kader, der perfekt auf den eigenen Spielstil zugeschnitten ist: Die Predators spielen schnelles, aggressives und wildes Eishockey mit vielen Positionswechseln in allen Mannschaftsteilen. Aushängeschild im Sturm ist die dynamische "JoFA"-Reihe mit Ryan Johansen, Filip Forsberg und Viktor Arvidsson. Dahinter wurden mit Brian Boyle und Wayne Simmonds gegen Ende der Hauptrunde auch noch körperlich robuste und physisch starke Spieler dazugeholt. Beeindruckend ist auch die Qualitätsdichte in der Abwehr: Mit dem Schweizer Roman Josi, Mattias Ekholm, Ryan Ellis und P.K. Subban verfügen die Predators über eines der besten Defensiv-Corps der Liga. Alle Preds-Verteidiger verbuchten zusammen starke 197 Scorerpunkte (43 Tore, 154 Assists).

Eine solide Verteidigung fährt allerdings auch Dallas auf: Nur 2,44 Gegentore pro Partie bedeutet die zweitbeste Defensive der Hauptrunde, deren große Stützen John Klingberg, Miro Heiskanen und Esa Lindell heißen. Verlass ist auch auf die Special Teams mit 21 Prozent Erfolgsquote im Powerplay sowie 82,8 Prozent im Penalty Killing. Im Sturm ragt die erste Linie um Tyler Seguin, Alexander Radulov und Jamie Benn heraus. Allerdings sind die Stars auch sehr abhängig von ihrem Top-Trio, denn gerade einmal sieben Spieler trafen zweistellig.

Der X-Faktor ist auch in dieser Serie der Mann zwischen den Pfosten: "Smashville" fährt mit Pekka Rinne (2,24 Gegentore/Spiel, 91,8 Prozent Fangquote) hier einen erfahrenen und herausragenden Torwart auf, der Spiele im Alleingang stehlen kann. Die Texaner haben mit Ben Bishop aber einen ebenfalls überragenden Keeper, der sogar die besseren Statistiken (1,98, 93,4 Prozent) aufweist. Welcher Schlussmann spielt das Zünglein an der Waage?

Winnipeg Jets (2. Central, 99 Punkte) - St. Louis Blues (3. Central, 99 Punkte)

Das Aufeinandertreffen von Winnipeg Jets und St. Louis Blues droht ein physisch geprägtes Duell zu werden. "Es wird eine absolute Knochenmühle werden", ahnt Jets-Coach Paul Maurice, dessen Team die Season-Series für sich entschied (WPG 3-1-0 - STL 1-2-1). Am Ende der regulären Saison liefen beide Klubs im Gleichschritt über die Ziellinie (beide 99 Punkte). Auch jetzt scheint es eine enge Serie zu werden.

 

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Winnipeg ist für die Playoffs gebaut: Mit durchschnittlich 1,89 Metern und 94,5 Kilogramm bringen die Kanadier jede Menge Physis und Checking-Power mit. Das gilt vor allem für die Verteidiger-Hünen Dustin Byfuglien (1,95 Meter, 118 Kilogramm), Tyler Myers (2,03, 104), Ben Chiarot (191, 99) und Jacob Trouba (1,91, 92). Das Besondere ist aber, dass die Jets nicht nur robust sind, sondern auch jede Menge Schnelligkeit mitbringen - eine gefährliche Mischung. Dass diese zu vielen Toren führt, stellten die Stürmer Mark Scheifele (38 Tore), Kyle Connor (34), Patrik Laine (30) Nikolaj Ehlers (21) und Blake Wheeler (20) unter Beweis.

St. Louis tauchte zum Jahreswechsel noch überhaupt nicht auf dem Playoff-Radar auf - dann allerdings starteten die Blues eine unglaubliche Aufholjagd: Nach nur 17 Siegen in den ersten 41 Spielen holte St. Louis satte 28 Siege aus den letzten 41 Partien. "Die Jungs verdienen eine Menge Respekt für dieses Comeback", sagte Blues-Trainer Craig Berube. "Wir haben jeden gebraucht und jeder hat geliefert." Das gilt insbesondere für die beiden Scoring-Maschinen Ryan O'Reilly (77 Punkte) und Vladimir Tarasenko (68) im Sturm sowie für die gefährlichsten Blueliner der Liga: Kein Team erhielt mehr Tore von Verteidigern als St. Louis. Die Abwehrspieler Alex Pietrangelo (13), Vince Dunn (12) und Colton Parayko (10) trafen sogar zweistellig.

Der X-Faktor ist der Umgang mit der "Knochenmühle": Wer bleibt gesund und wer findet auf dem Eis Wege, sich aus der Checking-Parade zu lösen? Für Winnipeg spricht die höhere Geschwindigkeit, für St. Louis die Disziplin und Form.

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