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Grubauer erweist sich als Stabilitätsanker

Der Schlussmann führt die Avalanche mit starken Leistungen in die Playoffs

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

Nach Spielschluss hatte es Philipp Grubauer eilig. Mit großen Schritten skatete er aus seinem Tor heraus in Richtung gegnerische Zone, um sich am kollektiven Freudentaumel seiner Mitspieler zu beteiligten. Kurz zuvor hatte Erik Johnson in der Verlängerung den 3:2-Siegtreffer für die Colorado Avalanche gegen die Winnipeg Jets erzielt und damit das Sahnehäubchen auf einen denkwürdigen Abend gesetzt. Zwar stand die Teilnahme des Teams aus Denver an den Stanley Cup Playoffs 2019 bereits durch den Punktgewinn nach der regulären Spielzeit fest, aber mit dem Erfolg gegen den Divisionsrivalen bekam das Ganze eine besonders feierliche Note.

Dass die Avalanche zum zweiten Mal nacheinander in die Endrunde einziehen, haben sie nicht zuletzt Grubauers starken Darbietungen in den vergangenen Wochen zu verdanken. Von den neun Begegnungen seit 17. März, bei denen der 27 Jahre alte Rosenheimer von Beginn an zwischen den Pfosten stand, gewannen er und sein Team sieben. Im Match gegen die Jets im Pepsi Center präsentierte er sich einmal mehr als Stabilitätsanker und wehrte 34 Schüsse ab, allein die Hälfte davon im ersten Drittel.

Die Gäste aus Winnipeg hatten den besseren Start erwischt und lagen nach 20 Minuten durch Tore von Mark Scheifele und Nicolaj Ehlers mit 2:0 in Führung. Die Hausherren erholten sich im weiteren Verlauf der Partie und kamen durch Tyson Barrie und Carl Soderberg zum Ausgleich. Kurz vor dem Ende mussten sie in Unterzahl eine brenzlige Situation überstehen, als sie wegen eines Wechselfehlers einen Feldspieler zu viel auf dem Eis hatten und eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekamen. Doch die Defensive um Grubauer hielt dem Angriffswirbel der Jets stand. Die Avalanche retteten sich in die Verlängerung, in der sie das bessere Ende für sich hatten.

Video: WPG@COL: Grubauer zeigten einen tollen Fanghand-Stop

Beim Zwischenstand von 2:2 nach 60 Minuten machte Grubauer eine völlig neue Lebenserfahrung. "Noch nie hatte ich den Einzug in eine Verlängerung gefeiert. Auf gewisse Weise fand ich das auch seltsam, aber ich war einfach glücklich, dass wir in dem Moment die Playoffs geschafft hatten", sagte er im Anschluss an das Duell in der Kabine. "Die letzten Sekunden im Penalty-Killing standen wir mächtig unter Druck. Zum Glück haben wir es unbeschadet überstanden. Dass wir nach dem 0:2 zurückgekommen sind und das Spiel gedreht haben, zeigt den Charakter unserer Mannschaft. Jetzt geht der Spaß erst richtig los", fügte er hinzu.

Grubauer kam bislang in der laufenden Saison auf 37 Hauptrunden-Einsätze, so viele wie nie zuvor in seiner Karriere. Er feierte 18 Siege und drei Shutouts. Seine Fangquote liegt bei 91,7 Prozent, sein Gegentorschnitt beträgt 2,64.

 

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Colorados Trainer Jared Bednar strahlte bei der Pressekonferenz übers ganze Gesicht. "Es fühlt sich großartig an, in den Playoffs zu stehen. Die Jungs haben es sich mit ihren starken Auftritten redlich verdient. Sie haben alles dafür getan, um die Tür zu den Playoffs aufzustoßen. Die Grundlage dafür waren die acht Siege aus den vergangenen zehn Spielen. Wir haben zur richtigen Zeit unser bestes Hockey gespielt", diktierte er den Medienvertretern in die Aufnahmegeräte. "Natürlich gab es auch den ein oder anderen Rückschlag, aber das Engagement des Teams, vor allem im letzten Monat, war herausragend."

Ein Extralob hatte Bednar für seine Torhüter Philipp Grubauer und Semyon Varlamov parat. "Zu diesem Zeitpunkt des Jahres braucht man außergewöhnliche Torwartleistungen. Mit Durchschnitt kommt man nicht weiter. Unsere beiden Goalies haben dafür gesorgt, dass wir Spiele gewinnen konnten", betonte der Coach.

Video: ARI@COL: Grubauer wehrt Richardson mit Schoner ab

Die Avalanche waren gut in die Saison gestartet. Ende Oktober lagen sie in der Central Division auf dem zweiten Tabellenplatz. Zwischen 11. November und 2. Dezember holte das Team in elf Spielen hintereinander (9-0-2) mindestens einen Zähler und legte damit die längste Punkteserie seit zwölf Jahren hin. Ähnlich imposant fiel die Bilanz zwischen 17. März und 4. April aus (8-0-2). Mit diesen beiden Erfolgsphasen federte Colorado eine Schwächeperiode zu Beginn des Jahres 2019 ab, als die Mannschaft in 16 Begegnungen lediglich neun Punkte sammelte.

Das letzte Saisonspiel bestreitet Colorado am Samstag bei den San Jose Sharks, die ebenfalls in der Endrunde vertreten sind. Die Gedanken der meisten Avalanche-Spieler dürften jedoch schon über diese Begegnung hinaus auf die erste Runde der Playoffs gerichtet sein. Was die Aussichten der Avalanche in der Postseason angeht, zeigte sich Grubauer nach dem Duell gegen Winnipeg zuversichtlich. "In den Playoffs werden die Karten neu gemischt. Alle müssen wieder bei null anfangen. Wenn wir unser Momentum mit in die Endrunde nehmen, haben wir gute Chancen", meinte er.

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