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Jared McCann war der Topscorer der Seattle Kraken in der ersten NHL-Saison des neu gegründeten Franchise. Der 26-jährige Stürmer beendete mit 50 Punkten (27 Toren, 23 Assists) in 74 Spielen die Spielzeit und war damit nicht nur der punktbeste Spieler, sondern auch mit Abstand der erfolgreichste Torschütze.

Am 8. März verlängerte McCann seinen Vertrag mit den Kraken vorzeitig um weitere fünf Jahre und gehört damit zu den großen Hoffnungsträgern für eine bessere Zukunft in Seattle. Nach dem klaren Verpassen der Stanley Cup Playoffs im ersten Jahr soll der weitere Weg nur stetig nach oben gehen.
Die Rolle von McCann in der Offensive ist vergleichbar mit der von Philipp Grubauer in der Defensive. Der deutsche Torhüter aus Rosenheim hatte sich im Sommer 2021 überraschend den Kraken angeschlossen und einen langfristigen Vertrag in Seattle unterschrieben, nachdem er in der Saison 2020/21 in den Diensten der Colorado Avalanche Finalist um die Vezina Trophy für den besten Torhüter der Saison gewesen war. Es ist ein relativ ungewöhnlicher Schritt von einem Titelfavoriten zu einem Neuling zu wechseln. Seitdem ist Grubauer das Aushängeschild der Mannschaft. Ein Prädikat, das er in der Saison 2021/22 nicht immer erfüllen konnte.

LAK@SEA: McCann zieht ab und trifft

Mit 18 Siegen in 55 Spielen (54 Starts), einer Fangquote von 88,9 Prozent und einem Gegentorschnitt von 3,16 wies Grubauer die schlechtesten Werte seiner fast zehnjährigen NHL-Karriere aus. Trotzdem hält McCann berechtigterweise große Stücke auf Grubauer und macht aus dieser Ansicht auch keinen Hehl.
"Ich meine, es war schwer, sich zu finden", meinte McCann im Rahmen der NHL North American Player Media Tour in Las Vegas in der vergangenen Woche auf das erste Jahr der Kraken und Grubauer angesprochen. "Als Mensch ist er großartig und so weiter, und auch als Torwart. Man hat gute und schlechte Spiele und so weiter, oder? Man muss einfach mit den Emotionen nach einem schlechten Spiel umgehen. Ich habe das Gefühl, dass er das ziemlich gut kann, er ist in diesem Bereich sehr gereift. Das ist also etwas, was ich persönlich von ihm lernen muss."
McCann verdeutlichte, dass Grubauer sehr viel Verantwortung trage und zugleich auf Unterstützung seiner Kollegen angewiesen sei und die Last nicht allein stemmen könne. "Ja, er ist wichtig, aber gleichzeitig kann man sich nicht nur auf einen Spieler verlassen", betonte McCann. "Eishockey ist ein Mannschaftssport, richtig? Philipp hat letztes Jahr einige tolle Spiele für uns gemacht und wir hatten auch Spiele, in denen wir vor ihm nicht so gut agiert haben."
Die Führungsrolle Grubauers erschließt sich aber nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits davon. "Ja, er ist großartig", merkte McCann an. "Er ist ziemlich ruhig, er bleibt immer für sich. Er ist einfach immer konzentriert und entschlossen. Er ist das Rückgrat unseres Teams, stimmt's? Er ist ein großer Teil davon. Wir freuen uns schon auf die nächste Saison."

NJD@SEA: Grubauer rettet mit dem Schoner gegen Zacha

Doch welche Lektionen haben die Kraken laut McCann in der ersten Saison gelernt? "Man darf sich nicht zu sehr unterkriegen lassen", erwiderte er. "Ich habe das Gefühl, dass wir uns manchmal in Spielen, in denen wir zwei oder drei zu null verloren haben oder so etwas in der Art, selbst runtergezogen haben und nicht mehr präsent waren. Und ich denke, in der Vergangenheit haben die Teams, bei denen ich gespielt habe, wie Pittsburgh, immer geglaubt, dass sie im Spiel sind, und wir hatten eine gute Chance, in diesen Spielen zurückzukommen. Ich denke, wir müssen diese Einstellung ins nächste Jahr mitnehmen und dürfen uns nicht unterkriegen lassen."
Mit Verpflichtungen wie Stürmer Andre Burakovsky als Stanley Cup Champion und Verteidiger Justin Schultz, sowie Martin Jones als weiterer Backup für Grubauer soll es in der kommenden Saison besser für Seattle laufen. Auch McCann ist überzeugt, dass die Mannschaft einen Sprung nach vorne machen wird.
"Und wie ich schon sagte, denke ich, dass wir nächstes Jahr eine bessere Einstellung haben werden, wir werden insgesamt ein besseres Team haben, und wir werden einfach besser sein", sagte McCann und wirkte dabei entschlossen auf die Worte Taten folgen zu lassen.