grubauer

Einen starken Torwart hinten drin stehen zu haben, ist der Schlüssel zum Erfolg, vor allem bei einem neu gegründeten Team, das aus Spielern zusammengestellt wurde, die im Jahr zuvor allesamt nicht miteinander auf dem Eis agiert haben. Dementsprechend ließ sich Ron Francis, General Manager der Seattle Kraken, nicht zweimal bitten, als er die Chance bekam mit Philipp Grubauer in Vertragsverhandlungen zu treten. Am 28. Juli konnte der GM die Verpflichtung des deutschen Torhüters verkünden. Der Rosenheimer unterzeichnete bei dem Klub, der zur Saison 2021/22 den Spielbetrieb in der NHL aufnimmt, einen 6-Jahres-Vertrag über 35,4 Millionen Dollar (durchschnittlicher Jahreswert 5,9 Mio.).

In der vergangenen Saison wusste Grubauer bei den Colorado Avalanche voll zu überzeugen. Mit einer Bilanz von 30-9-1, einer Fangquote von 92,2 Prozent und mit einem Gegentorschnitt von 1,95 stellte er persönliche Bestmarken seiner neunjährigen NHL-Karriere auf, die 2012/13 bei den Washington Capitals begann.
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Voll des Lobes über ihn sind auch seine ehemaligen Teamkollegen. "Ja, Grubie war unglaublich für uns in Colorado. Ganz offensichtlich konnte er uns zu Siegen verhelfen - das habt ihr ja so oft gesehen. Es ist schade, ihn zu verlieren, aber ja, Seattle hat einen guten Torwart bekommen. Grubie war das Rückgrat unserer Mannschaft, und ich denke, jede gute Mannschaft braucht einen Torwart, der sie aufrichtet. Und zum Glück für uns war er das in den letzten Jahren, als ich dort war", so Verteidiger Cale Makar, der in den vergangenen zwei Saisons mit Grubauer in Colorado spielte.
In die gleiche Kerbe schlägt Nathan MacKinnon: "Er hat Erstaunliches für uns geleistet. Letztes Jahr war er natürlich für die Vezina nominiert. Ich habe wirklich gerne mit Grubi gespielt. Es ist schade, dass wir keine [Vertrags-]Lösung mit ihm finden konnten, aber ich weiß, dass Seattle mit Grubi einen großartigen Torwart bekommen hat, und ich wünsche ihm nur das Beste."
Die Kraken werden in der acht Teams umfassenden Pacific Division antreten und würden sich gerne für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren. Dass schwierige Unterfangen könnte durch die Verpflichtung von Grubauer realer werden.
"Ja, das könnte es. Ich persönlich denke, dass man ein Team von hinten nach vorne aufbaut. Und ich denke, ein guter Torwart ist definitiv ein guter Anfang", sagt Makar. Er steht nicht allein mit dieser Meinung. "Das könnte gut sein, ja. Auf jeden Fall haben sie eine wirklich gute Chance. Ich glaube, sie haben das Team ziemlich gut zusammengestellt. Sie haben ein paar gute Spieler geholt, ein paar wirklich gute Spieler verpflichtet, man weiß also nie", so MacKinnon.

Grubauer war in der Saison 2021 stark

Zum 24-Mann-Kader der Kraken gehört auch Jordan Eberle, den sie beim Expansion Draft von den New York Islanders gezogen haben. Der 31-jährige Rechtsaußen hebt hervor welche Bedeutung Grubauer für den Erfolg des Teams haben kann. "Ich denke, das ist mit Sicherheit die wichtigste Position. Er hat eine großartige Saison hinter sich und verfügt offensichtlich über ein gewisses Selbstvertrauen. Es passieren einem das ganze Jahr über Fehler, und wenn man einen solchen Spieler hat, der Fehler durch Paraden ausbügeln kann, bekommt man Selbstvertrauen, und das kann einem Siege bescheren. Wie ich schon sagte, es ist die wichtigste Position, also ist er eine große Bereicherung."
Die Mannschaft wird sich erst zusammenfinden müssen, Eberle verriet, was sie in Seattle unternehmen, damit es ihnen nicht so schwerfällt: "Ja, wir haben uns auf jeden Fall an den Wochenenden und unter der Woche getroffen. Wir haben ein paar coole Sachen gemacht, sind in ein paar Kneipen gegangen, zu den Spielen der Seahawks oder was auch immer. Wir versuchen einfach, die Chemie zu finden, die wir natürlich noch nicht haben können. Ich kenne ein paar Jungs aus dem Team - Jaden Schwartz, mit dem ich aufgewachsen bin und den ich sehr gut kenne. Mit Mark Giordano habe ich ein bisschen zusammengespielt. Es ist immer schwer, diese Chemie herzustellen, aber wenn man die Jungs erst einmal ein bisschen kennt, dauert es nicht lange."
Zuversichtlich zeigt sich Eberle in Bezug Playoff-Qualifikation. "Wir sind alle neu hier und sitzen alle im selben Boot, da wir von dem Team, das wir verlassen mussten, nicht gewollt wurden. Wir können das zu unserem Vorteil nutzen und uns gegenseitig motivieren und als Gruppe zusammenfinden. Ich sehe keinen Grund, warum das [die Playoffs zu erreichen] nicht der Fall sein sollte. In der NHL ist es so schwer zu gewinnen, weil die Konkurrenz so groß ist. Es spielt keine Rolle, ob man im schlechtesten Team des Vorjahres spielt oder im besten. Jedes Spiel ist so hart. Das Talent-Level in der NHL ist ziemlich erstaunlich, und man braucht ein komplettes Team, um zu gewinnen. Ich werde eine bessere Vorstellung davon haben, wenn wir die Gruppe im Trainingslager zusammen haben, aber ich sehe keinen Grund, warum das nicht möglich sein sollte."
Den Auftakt zu diesem hehren Unterfangen bestreiten die Kraken gegen die Vegas Golden Knights am 12. Oktober in der T-Mobile Arena von Las Vegas.