Skip to main content

Die Ottawa Senators im Detail

NHL.com/de 31 in 31: Bei den Kanadiern sind der Trainer und neue Veteranen im Team gefordert

von RobinPatzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Ottawa Senators.

Der Sommer brachte bei den Ottawa Senators einige signifikante Veränderungen mit sich. Nicht nur, dass das schlechteste NHL-Team der Vorsaison ab sofort mit D.J. Smith an der Bande einen neuen Trainer hat, es wurden auch im Kader einige Modifikationen durchgeführt, die den jungen Talenten in der kommenden Runde zu mehr Erfolg verhelfen sollen. Die Verantwortlichen setzten bei den Neuverpflichtungen in erster Linie auf Erfahrung. Diese soll der Mannschaft mehr Stabilität verleihen. 

Diese Herangehensweise erscheint durchaus logisch, nachdem die Senators im Jahre 2017 das Stanley Cup Finale noch knapp verpassten, mit ihrem danach eingeläuteten Umbruch bislang aber nicht so recht voran kamen. Die Spielzeiten 2017/18 (28-43-11) und 2018/19 (29-47-6) beendeten sie jeweils weit von einer Playoff-Qualifikation entfernt.

Trainer D.J. Smith soll es nun richten, der bei den Toronto Maple Leafs vier Jahre lang als Assistent von Trainer Mike Babcock gearbeitet und auch beim Team aus Oshawa in der Ontario Hockey League schon einige Jahre als Chef an der Bande fungiert hatte.

Dem 42-Jährigen wird in der kommenden Spielzeit ein Kader zur Verfügung stehen, der sich stark gegenüber dem unterscheidet, mit dem Ottawa vor zwölf Monaten angetreten ist. 

Die Schlüsselspieler

Der Umbruch im Kader führte die jungen Talente Colin White, Logan Brown, Drake Batherson, Alex Formenton, Christian Wolanin, Christian Jaros und Erik Brannstrom näher an die NHL heran.

Dass ein solch junger Kader nicht die Konstanz haben kann um es in die obere Tabellenhälfte zu schaffen, ist nachvollziehbar. Deshalb setzen die Kaderplaner in Zukunft wieder vermehrt auf die Hilfe von älteren Spielern, die über viel Erfahrung in der Liga verfügen. 

Verpflichtet wurden namhafte Akteure wie Nikita Zaitsev, Connor Brown, Ron Hainsey oder Tyler Ennis. Zudem erhalten sie Unterstützung durch Artem Anisimov.

Spannend wird es sein, zu erfahren, wie viel ein Bobby Ryan noch im Tank hat, der mit 32 Jahren derzeit nach Torhüter Craig Anderson und Neuzugang Hainsey der drittälteste Akteur im Team sein wird,. Im Vorjahr gelangen ihm immerhin 42 Punkte (15 Tore, 27 Assists), sein bester Wert seit 2015/16. Er könnte zusätzlich davon profitieren, dass zukünftig wieder mehr Erfahrung im Kader steckt.

Auf der Torhüterposition wird vermutlich Anders Nilsson die Rolle als Starter übertragen bekommen und Anderson als Backup fungieren. Der 29-jährige Nilsson hatte bisher maximal 36 Einsätze pro Saison gehabt. Wird er mit der angedachten Rolle als Stammgoalie zurechtkommen?

Interessant wird auch die weitere Entwicklung von Brady Tkachuk sein. In seiner Rookie-Saison konnte der junge Stürmer mit 45 Punkte (22 Tore, 23 Assists) auf Anhieb überzeugen.

Video: CGY@OTT: Tkachuk bezwingt Rittich bei einem Konter

Sie könnten nachrücken

Durch den begonnenen Umbruch des Kaders stehen den Senators inzwischen eine ganze Reihe von hochtalentierten jungen Leuten zur Verfügung. Nennenswerten Einfluss könnten in der kommenden Spielzeit der Verteidiger Brannstrom sowie die Stürmer Drake Batherson, Logan Brown und Alex Formenton haben.

Brannstrom, der in einem Trade mit den Vegas Golden Knights am 25. Februar 2019 zum Team stieß, kam in Ottawa zu zwei Einsätzen. Von ihm wird sich mehr erhofft.  

Dies gilt ebenso für Batherson, dem Pick Nummer 121 beim NHL Draft 2017. Er kam im in der abgelaufenen Saison 20 Mal zum Einsatz. Von ihm wird eine Saison erwartet, die ihm zum endgültigen Durchbruch bei den Senators verhilft.

Sollte es Center Brown gelingen, seine gesundheitlichen Probleme, die er zu Beginn der vergangenen Saison hatte, hinter sich zu lassen und regelmäßiger sein volles Leistungsvermögen abzurufen, dann werden ihm ebenfalls gute Chancen eingeräumt, regelmäßig in der NHL zum Zuge zu kommen. 

Formton, den Pick Nummer 47 aus dem NHL Draft 2017, der 2018/19 neunmal NHL-Luft schnupperte, wird vermutlich vermehrt den Senators seinen Stempel aufdrücken können.

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Stärken

Kaum zu glauben bei einem Team, das abgeschlagen auf Rang 31 von insgesamt 31 Mannschaften abgeschlossen hatte, doch Ottawa verfügte über eine beachtliche Stärke. In der Powerplayrangliste schlossen die Senators ligaweit auf Platz 13 ab. Ryan und Thomas Chabot kamen dabei jeweils auf 16 Punkte. Nachdem Stone (17 Punkte), der bereits im Februar abgegeben wurde, nicht mehr zu Verfügung steht, bleibt abzuwarten, ob zum Beispiel Colin White in seine Rolle wird hereinwachsen können. 

Video: OTT@PIT: Ryan trifft bei Überzahl

Entwicklungspotenzial

Mit insgesamt 301 Gegentreffern stellte Ottawa die schlechteste Defensive der Liga. Es wird Trainer Smiths erste Priorität sein die Verteidigung zu stabilisieren, damit der sportliche Erfolg zurückkehrt.  

Zudem präsentierte sich der Kader nicht gerade offensivstark. Tkachuk war der einzige Akteur, der die 20-Tore-Marke erreichen konnte (22). Ryan folgte mit 15 Saisontoren. 

Die erzielten 242 Tore reichten den Kanadiern im Ligavergleich zu Rang 17. Doch stehen die Abgänge Stone, Matt Duchene und Ryan Dzingel, die zu dieser Ausbeute entscheidend mit beitrugen, inzwischen nicht mehr zur Verfügung, da sie getradet wurden. 

Playoff-Chancen

In Ottawa wurde den Sommer über an vielen Stellschrauben gedreht, um aus dem Tabellenkeller der NHL baldmöglichst herauszukommen. Veränderungen im Roster und auf der Trainerbank zeigen, dass man sich in der kanadischen Hauptstadt nicht mit dem Tabellenende abfinden will. 

Doch der Abstand zu den Playoff-Plätzen war nicht nur punktetechnisch, sondern auch vom spielerischen Potenzial sehr groß. Ob die vorgenommenen Maßnahmen da ausreichen können, um in die Nähe der KO-Runden-Plätze zu kommen? 

Viel spricht bei nüchterner Betrachtung nicht dafür, dass die Senators im kommenden Jahr wieder in den Playoffs vertreten sein werden. Doch in der NHL geschehen ja häufiger einmal kleine Wunder....

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.