draisaitl

Dave Tippett konnte die Enttäuschung nicht verbergen. "Wir hatten einmal das Motto, dass wir nicht zwei Spiele in Folge verlieren wollen und jetzt sind wir weit darüber hinaus gegangen", bedauerte der Trainer. Die 1:3-Niederlage seiner Edmonton Oilers gegen die Carolina Hurricanes war bereits die fünfte Pleite in Serie. Zuvor hatten die Kanadier niemals in dieser Saison zwei Spiele hintereinander verloren. "Wir müssen die Sache in Ordnung bringen", stellte der Trainer klar.

Doch es ist schwierig, die Niederlagen-Serie auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen. Die Pleiten kamen sehr unterschiedlich zustande. War das unglückliche 3:4 gegen die Seattle Kraken nach zuvor drei Siegen in Serie noch vertretbar, ereignete sich daraufhin beim 1:5 gegen die Los Angeles Kings das vielleicht schlechteste Spiel der Saison. Die Niederlagen gegen Minnesota Wild (1:4) und die Boston Bruins (2:3) war hingegen eher unglücklich zustandegekommen, weil Edmonton auf dem Eis die dominante Mannschaft gewesen ist und mehr Torschüsse als der Gegner hatte.

LAK 5, EDM 1

Letzteres traf auf die jüngste Niederlage gegen Carolina nicht zu. Die Hurricanes verbuchten mit 31 zu 23 Torschüssen ein Chancenplus. Gleichwohl hatte Edmonton genügend Möglichkeiten, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten. Nach einem 0:2 Rückstand brachte Ryan Nugent-Hopkins die Oilers in der 31. Minute heran. Die Hoffnung, man könnte die Misere nun abwenden, wurde allerdings in der 58. Minute zunichte gemacht, als Sebastian Aho zum 3:1 für Carolina traf.
"Wir haben einige Chancen generiert, aber keinen Weg gefunden, sie zu nutzen. Das war irgendwie die Geschichte dieses Heimspiels", bedauerte Stürmer Connor McDavid. Der Kanadier ist gemeinsam mit seinem deutschen Mannschaftskameraden Leon Draisaitl weiterhin auf Platz 1 der ligaweiten Scorer-Liste. Beide verbuchten im bisherigen Saisonverlauf 45 Punkte. Die Niederlagen-Serie ging allerdings auch an den beiden Superstars nicht spurlos vorbei.
McDavid und Draisaitl schossen gegen die Hurricanes jeweils drei Mal auf das gegnerische Tor, ohne sich zu belohnen. McDavid hat in den vergangenen vier Partien zwar drei Tore vorbereitet, schoss allerdings keines selber. Draisaitl war bei der vorherigen Niederlage gegen Boston mit zwei Toren der beste Spieler seiner Mannschaft. Tatsache ist aber auch: In drei der letzten vier Begegnungen blieb der Kölner komplett ohne Scorer-Punkt.

CAR 3, EDM 1

"Wir müssen einfach zwingender spielen", lautete die Erkenntnis von McDavid. "Wir müssen uns aus dieser Phase herausarbeiten. Momentan scheint es so, als würden wir nach Nackenschlägen zusammensacken und die Dinge würden für uns einfach nicht ihren Weg gehen. Du musst extra hart arbeiten, um aus dieser Sache herauszukommen. Wir müssen einen Weg finden, um wieder einen Sieg zu holen und dann darauf aufzubauen."
Evan Bouchard, der Verteidiger der Oilers, stellte trotz der Ergebnis-Krise eine positive Entwicklung fest: "Ich denke, wir haben in den letzten Spielen bereits einige gute Schritte unternommen. Aber es kommt darauf an, zusätzliche Anstrengung zu unternehmen, sei es in der Abwehr oder in der offensiven Zone. Wenn wir das tun, wird es auch wieder besser für uns laufen."
Die Ausgangssituation ist aufgrund des vorher guten Saisonverlaufs noch immer ordentlich. In 26 Spielen holten die Oilers 32 Punkte und stehen auf dem 3. Platz der Pacific Division. Selbst der Tabellenführer Calgary Flames befindet sich noch in Schlagdistanz, weil die Oilers bei zwei weniger bestrittenen Partien lediglich vier Zähler Rückstand haben. Und doch wird niemand in Edmonton die Situation unterschätzen. Wird die Misere nicht schnellstmöglich beendet, könnten die Saisonziele ernsthaft in Gefahr geraten.
Das nächste Spiel der Oilers findet am Dienstag (9 p.m. ET; NHL.TV; Mi. 3 Uhr MEZ) gegen die Toronto Maple Leafs statt. Tippett möchte die Zeit bis dahin nutzen, um die Fehler im Spiel seiner Mannschaft zu beheben. "In letzter Zeit konnten wir aufgrund des engen Spielplans nicht viel trainieren. Wir müssen einige Dinge in unserem Spiel verbessern", stellte er am Samstag nach dem Spiel klar. "Wir werden weiter voranschreiten. Es gibt Teile des Spiels, die du magst, und Teile, die du verbessern musst, wenn du ein besseres Team sein willst."
Ähnliches: [Fan-Abstimmung für das NHL All-Star Game 2022 jetzt eröffnet]
Zudem hat er die Hoffnung, in den kommenden Begegnungen wieder auf mehr Spieler zurückgreifen zu können. "Vielleicht siehst du irgendwann den einen oder anderen der verletzten Jungs wieder, hoffentlich nächste Woche", gab sich Tippett optimistisch. Dies könnte zum Beispiel auf den Verteidiger Duncan Keith zutreffen, der sein letztes Spiel am 23. November bestritt und seitdem schmerzlich vermisst wird.
Eines ist klar: Die Oilers können derzeit jede personelle Unterstützung gebrauchen, um der Durststrecke ein Ende zu setzen. McDavid blickt zielstrebig nach vorne: "Wir brauchen ein gutes Training, um uns mit Toronto auf ein weiteres gutes Team vorzubereiten." Die beiden kanadischen Teams treffen zum ersten Mal in dieser Saison aufeinander. Die Maple Leafs dürften derzeit deutlich mehr Selbstvertrauen haben, gewannen am Samstag mit 5:4 gegen die Chicago Blackhawks und haben in acht der letzten zehn Spiele gepunktet.