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Verletzungspech und Abwehrsorgen

Die Predators müssen Kevin Fiala ersetzen, die Blues müssen ihre Stärken aus Runde eins abrufen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Die Playoffs schreiten weiter voran, im Westen steht am Samstag bereits Spiel zwei der zweiten Runde an. In Spiel eins konnten die Nashville Predators die starke Defensive und den sensationellen Torwart der St. Louis Blues, Jake Allen, die den Minnesota Wild in der ersten Runde das Genick brachen, überwinden. Sie gingen in der Best-of-7 Serie 1-0 in Führung. In Spiel eins stach besonders die Leistung des Verteidigers P.K. Subban hervor, der ein Tor und zwei Assists verzeichnen konnte. Es war ein knappes Spiel, doch am Ende konnte Vernon Fiddler das entscheidende 4-3 erzielen.

Nun bleibt abzuwarten, ob die Blues in der nächsten Partie den Ausgleich bewerkstelligen können, oder ob sich die Preds mit ihrem sechsten Sieg in Folge eine 2-0 Führung erspielen und sich damit in eine hervorragende Position bringen, um ins Conferencefinale einzuziehen. Beide Teams haben Argumente, die für und gegen sie sprechen.

Die Predators erlitten bei ihrem Sieg im zweiten Drittel einen großen Schock. Der Schweizer Kevin Fiala krachte nach einem Check von Robert Bortuzzo mit den Beinen voran in die Bande und wurde nach mehreren Minuten Behandlungspause vom Eis getragen und ins Krankenhaus gebracht. Die niederschmetternde Diagnose: Fraktur des linken Oberschenkels. Damit sind die Playoffs für den 20-jährigen aus St. Gallen beendet und das gerade, als er zur Höchstform auflief. Fiala hatte sich in die Topreihen der Predators hochgearbeitet und konnte in der ersten Runde gegen die Chicago Blackhawks zwei Treffer erzielen, darunter ein Siegtreffer in der Verlängerung.

Video: NSH@STL, Sp1: Fiala verletzt sich früh im Spiel

"Fiala ging durch eine Phase, in der er sich endlich durchsetzen konnte und in der wir auf ihn zählten", erklärte Nashville Trainer Peter Laviolette. "Er spielte mittlerweile im Powerplay, er spielte in der zweiten Reihe, er spielte 16 oder 17 Minuten pro Abend und das hat er sich verdient. Er hat hart gearbeitet, er liebt den Sport und hat sich in den Spielen und im Training bewiesen."

Colin Wilson wird Fialas Platz übernehmen. Der 27-jährige erzielte in den diesjährigen Playoffs bisher ein Tor, das 1-0 gegen die Blues, in seinem ersten Spiel. Er verpasste die erste Runde verletzungsbedingt. In der regulären Saison kam er auf 12 Tore und 35 Punkte in 70 Spielen, hat aber einen Ruf dafür, in den Playoffs über sich hinaus zu wachsen. In seinen letzten 21 Playoffspielen erzielte er 19 Punkte (11 Tore, acht Assists). Ob er Fiala ersetzen kann, bleibt zu sehen.

Ein Punkt, der für die Predators spricht, ist ihre starke Defensivabteilung, die auch eine Menge Torgefahr ausstrahlt. Die Verteidiger P.K. Subban, Roman Josi, Ryan Ellis und Mattias Ekholm steuerten in den Playoffs bereits 15 Punkte bei, darunter vier Tore. Besonders gefährlich macht die Abwehrspieler, dass sie über zwei Abwehrpaare eine relativ ausgeglichene Gefahr für das Tor des Gegners darstellen. Diese Erfahrung machten am Mittwoch auch Jake Allen und die Abwehr der Blues.

Wollen die Blues sich gegen die Predators durchsetzen, müssen sie sich auf ihre Tugenden aus der ersten Runde besinnen. Zwar kamen die Wild gegen sie zu vielen Torschüssen, doch die Physisch starke Abwehr der Blues stand eng vor dem Tor, räumte Stürmer, die vor ihren Torhüter zogen schnell ab, zwang den Gegner zu Fernschüssen aus schlechtem Winkel und verhinderte Nachschüsse. Damit gaben sie Jake Allen zwischen den Pfosten beste Voraussetzungen, sein Netz sauber zu halten.

Video: NSH@STL, Sp1: Subban haut einen Onetimer rein

Bei der Niederlage gegen die Preds hingegen, parkten Nashvilles Stürmer regelmäßig vor Allen. Zwei der ersten drei Tore resultierten aus abgefälschten Schüssen und auch bei Subbans Tor stand Filip Forsberg zum Nachschuss bereit. Unter solchen Umständen hat selbst ein überragender Jake Allen in Bestform schlechte Chancen.

Doch sie bewiesen nach dem 3-1 großen Charakter, kämpften sich in das Spiel zurück und machten im dritten Drittel den Ausgleich durch Tore von Jaden Schwartz und Vladimir Sobotka. Mal wieder konnten sie auf Spieler zählen, die in der ersten Runde bereits über sich hinaus gewachsen waren und weiter eine unerwartet gute Leistung brachten. Verteidiger Joel Edmundson erzielte zwei Assists und Sobotka machte sein zweites Tor der Playoffs. Beide stehen nun bei zwei Toren und zwei Assists. Über das Comeback seines Teams freute sich Mike Yeo besonders.

"Mir gefiel, wie wir uns zurück ins Spiel kämpften", erklärte Yeo. "Mir gefiel, wie wir aus der Kabine kamen. Daraus können wir viel lernen, aber Tatsache ist, dass unser zweites Drittel nicht gut genug war. Das hat uns am Ende das Spiel gekostet."

Auch die Special Teams waren entscheidend. Nashville traf in zwei von drei Powerplays und nutzte in den Playoffs bisher 27,3% aller Überzahlsituationen. Die Blues kommen lediglich auf eine Penaltykilling Quote von 76,2%. Damit stehen die Blues vor der schwierigen Aufgabe ein Gleichgewicht zu finden, zwischen der körperbetonten Abwehr, die gegen die Wild entscheidend war und der Vermeidung von Strafzeiten.

Doch es steht erst das zweite Spiel bevor, also ist die Serie noch lange nicht entschieden. Das ist auch den Predators bewusst.

"Es ist nur Spiel eins, deshalb müssen wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren", ist sich auch Subban bewusst. "Wir waren schon in dieser Situation in der zweiten Runde und es ist schwierig. Es sind nur noch acht Teams übrig, jeder Wechsel ist extrem wichtig. Sie werden in der nächsten Partie sicher ihr bestes Spiel zeigen."

Den Fans dürfte ein spannender, körperbetonter Kampf bevorstehen.

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