Avalanche 10 19

Die Colorado Avalanche haben am Mittwochabend in der Ball Arena zwar mit 3:4 n.V. gegen die Winnipeg Jets verloren, dabei aber auch Comeback- und Offensivqualitäten gezeigt. Nach einem 2-1-1-Start sind keinerlei Anzeichen eines Championship-Hangovers zu erkennen. Der Sturm liefert auch ohne den verletzten Kapitän Gabriel Landeskog fleißig ab.

Colorados Offensive liefert ab
Die Avalanche erzielten in jedem ihrer bislang vier Spiele der Saison
2022/23 mindestens drei Tore. In absoluten Zahlen bedeuten 17 Treffer einen geteilten dritten Rang in der gesamten NHL. Gleich fünf Spieler - Mikko Rantanen (3-6-9, 2,25), Valeri Nichushkin (5-3-8, 2,0), Nathan MacKinnon (2-6-8, 2,0), Cale Makar (0-5-5, 1,25) und Artturi Lehkonen (2-2-4, 1,0) kommen im Schnitt auf mindestens einen Scorerpunkt pro Spiel.
Dass Colorado durchschnittlich 4,25 Tore pro Spiel (Rang 6) erreicht, ist ein Qualitätsmerkmal, immerhin hat Kapitän und Power Forward Gabriel Landeskog bislang kein einziges Spiel absolvieren können. Der 29-jährige Schwede, in der Vorsaison noch für 59 Punkte (30-29-59) in 51 Partien verantwortlich, musste sich einer Knie-OP unterziehen und wird rund drei Monate ausfallen. Auch den Abgang des letztjährigen Nummer-2-Centers Nazem Kadri (jetzt Calgary Flames) konnten die Avalanche bislang kompensieren.
Langsamer Start gegen Winnipeg
Im Heimspiel gegen die Jets aber setzten die Avalanche das erste Drittel in den Sand: Sam Gagner (7., im Powerplay) und Neal Pionk (14.) schossen Winnipeg mit 2:0 in Führung.
"Sie sind schneller schlittschuhgelaufen und haben die Zweikämpfe gewonnen, während wir uns nicht so bewegt haben, wie wir es hätten tun sollen. Unsere größte Stärke ist das Skating - das aber haben wir im ersten Drittel nicht gemacht", analysierte Rantanen den Fehlstart in diese Partie.

WPG@COL: Rantanen verwertet schönen Pass vor das Tor

"Du darfst einfach zu keinem Zeitpunkt vom Gas gehen. Sie sind am Anfang heiß gestartet und haben die Kontrolle über das Spiel übernommen", stimmte Verteidiger Makar mit ein. "Wir sind dann im zweiten Drittel besser reingekommen und haben unser Spiel aufziehen können. Was wir daraus lernen müssen, ist, dass wir uns kein Drittel zurücklehnen dürfen. Das haben wir schon in der Vorsaison gelernt, es wird immer Ausnahmen geben, in denen es mal passiert, aber diese müssen wir minimieren, begreifen, wenn es passiert und sichergehen, dass wir einen besseren Job machen."
Auch Trainer Jared Bednar kam zu einem ähnlichen Schluss: "Wir haben gegen ein hart-arbeitendes Team gespielt. Sie haben viel Tiefe, insbesondere im Angriff. Für mich haben wir zu Beginn nicht engagiert genug geskatet. Die zweite Hälfte unseres Spiels hat mir dagegen gut gefallen."
Comeback-Qualitäten im Mitteldrittel
Bei der Aufholjagd brachte der vor dem Tor postierte Rantanen den Stein ins Rollen, als er einen scharfen Direktpass von MacKinnon von links aus der Nahdistanz ins Tor tippte (23.). MacKinnon (0-1-1) punktete damit in jedem Spiel, erstmals in dieser Saison aber nicht mehrfach.
Nachdem zwischenzeitlich Neal Pionk auf 3:1 für die Jets gestellt hatte (30.), war es erneut Rantanen, der dahin ging, wo es wehtut, und am Torkreis im Fallen einen Querpass von Abwehrmann Bowen Byram zum 2:3 verwertete (37.). "Mikko ist immer gefährlich vor dem Tor, hat heute wieder sein Ding gemacht und ein paar schöne Tore erzielt. Es ist schön, das zu sehen", sagte Byram.

WPG@COL: Pionk feuert Schlagschuss in OT rein

Rantanen erzielte seine NHL-Tore Nummer 167 und 168, überholte damit Alex Tanguay und rückte auf Platz 10 der Franchise-Geschichte (Colorado Avalanche und Quebec Nordiques) vor. "Ich habe einfach versucht, zum Tor zu gehen und dort zu bleiben. Wir hatten ein paar längere Wechsel mit schönen Pässen und haben die Defensive müde gespielt", erklärte der 25-jährige Finne.
In Überzahl - einer Spezialität der Avalanche - wurde Nichushkin im Slot von Rantanen gesucht und gefunden und glich auf 3:3 aus (39.).
"Nichushkin spielt wie letzte Saison und skatet hart. Er ist ein richtig großer Spieler, der kaum vom Puck zu trennen ist. Es ist schön zu sehen, dass er es gut macht und auch seine Chancen verwertet", lobte Rantanen.
Das Team aus Denver nutzte in dieser Saison sieben von 13 Überzahl-Möglichkeiten für ein Tor und stellt mit 53,9 Prozent das erfolgreichste Powerplay in der laufenden Saison.
Trotz der OT-Niederlage: Avalanche bleibt positiv
Das Spiel musste am Ende in der Overtime entschieden werden, wo Winnipegs Pionk nach 31 Sekunden erneut zuschlug und den Extra-Punkt für die Jets löste.
Trotz der Niederlage hoben Colorados Spieler das Positive hervor: "Es hat viel Charakter gezeigt, dass wir uns noch einmal so in dieses Spiel zurückgearbeitet haben. Leider haben wir am Ende des Tages aber keine zwei Punkte eingefahren", sagte Byram. "Es gibt immer Dinge, die wir verbessern können. Momentan sind das sogar recht viele Dinge, also müssen wir einfach weitermachen."
"Keiner startet perfekt in eine Saison", philosophierte auch Makar und verwies auf die gute Chemie in der Mannschaft: "Egal, wie die Reihen zusammengestellt sind, jeder arbeitet im Training hart. Es braucht immer ein paar Spiele, um reinzufinden - das soll aber keine Entschuldigung sein. Wir müssen in der Lage sein, immer Tore zu produzieren."