Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Edmonton Oilers und den Carolina Hurricanes

Leon Draisaitl erlebt bei den Edmonton Oilers einen Saisonstart nach Maß. Der deutsche NHL-Star trifft derzeit beinahe nach Belieben, sammelt Punkt um Punkt und gehört zu den prägenden Figuren eines Teams, das sich früh in der Spitzengruppe festgesetzt hat. Doch während seine Statistiken immer beeindruckender werden, bemüht sich der gebürtige Kölner darum, die eigene Erfolgsserie nicht überzubewerten. Auch beim spektakulären 6:5-Shootout-Sieg gegen die Carolina Hurricanes am Donnerstagabend im heimischen Rogers Place stellte Draisaitl einmal mehr unter Beweis, wie wertvoll er für Edmonton ist.

Mit zwei Toren und drei Vorlagen war der Angreifer einer der überragenden Akteure der Begegnung. Gleichzeitig baute er seine persönliche Torserie auf fünf Spiele aus. Sieben Treffer gelangen ihm in diesem Zeitraum, dazu kommen zwölf Scorerpunkte. Nach den ersten zehn Saisonspielen steht Draisaitl bei zehn Toren und elf Assists. Zahlen, die selbst für einen Weltklassestürmer bemerkenswert sind.

Eine Torserie, die Draisaitl nicht verrückt macht

Während Fans und Beobachter angesichts seiner aktuellen Form bereits ins Schwärmen geraten dürften, bleibt Draisaitl demonstrativ ruhig. Auf seinen starken Saisonbeginn 2026/27 und das Erreichen der Marke von zehn Toren und elf Vorlagen angesprochen, erklärte der Oilers-Stürmer, dass er versuche, die Zahlen nicht überzubewerten.

„Man versucht, nicht zu viel hineinzuinterpretieren“, lautet sinngemäß seine Botschaft. Das Toreschießen verlaufe schließlich in Wellen. Es gebe Phasen, in denen die Scheibe beinahe von selbst den Weg ins Netz finde, und andere, in denen selbst aussichtsreiche Gelegenheiten ungenutzt blieben.

Deshalb konzentriere er sich lieber darauf, die produktiven Phasen zu genießen und weiterzuarbeiten, wenn es einmal nicht so gut laufe. Schließlich könne beim Toreschießen auch der Zufall eine Rolle spielen. Manche Serien seien durchaus „glückliche Zufälle“, räumte Draisaitl ein.

Diese Einschätzung ist keineswegs Ausdruck falscher Bescheidenheit. Vielmehr zeigt sie, wie routiniert der deutsche Nationalspieler inzwischen mit den Erwartungen umgeht, die seine außergewöhnlichen Leistungen mit sich bringen. Draisaitl gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Angreifern der NHL. Dass er auch nach einem solchen Saisonstart nicht in Euphorie verfällt, passt zu seinem professionellen Selbstverständnis.

CAR@EDM: Draisaitl und McDavid an allen fünf Toren der Oilers beteiligt

Dabei ist seine aktuelle Ausbeute keineswegs nur das Ergebnis einer kurzen Glückssträhne. Draisaitl findet regelmäßig die richtigen Räume, besitzt einen herausragenden Abschluss und versteht es, auch unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Seine Bedeutung für Edmonton geht zudem weit über die reine Torproduktion hinaus.

Gegen Carolina zeigt sich seine ganze Klasse

Wie wichtig Draisaitl für die Oilers ist, wurde gegen Carolina besonders deutlich. Edmonton geriet in einer offensiv geprägten Begegnung mehrfach in Schwierigkeiten und lag zwischenzeitlich mit 2:4 zurück. Dennoch gelang es dem Team, sich zurückzukämpfen und die Partie schließlich im Penaltyschießen für sich zu entscheiden.

Draisaitl hatte bereits im ersten Drittel für die Führung gesorgt. Nur drei Sekunden nach Beginn eines Powerplays lenkte er einen Schuss von Evan Bouchard über die Fanghand von Carolina-Torhüter Brandon Bussi ins Netz. Im Schlussabschnitt schlug der Deutsche erneut zu: Nach einer Vorlage von Ryan Nugent-Hopkins verwertete er einen Pass aus kurzer Distanz zum zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich.

Doch damit war die turbulente Begegnung längst nicht entschieden. Carolina ging kurz vor Schluss erneut in Führung, ehe Connor McDavid acht Sekunden nach dem vermeintlichen Ausgleichstreffer von Zach Hyman tatsächlich das 5:5 erzielte. Hyman hatte zuvor wegen eines hohen Stocks keinen gültigen Treffer erzielt.

Im anschließenden Shootout behielt Nugent-Hopkins die Nerven und sicherte Edmonton den zusätzlichen Punkt. Der Angreifer bestritt nach einer Unterkörperverletzung sein erstes Saisonspiel und verbuchte bereits in der regulären Spielzeit ein Tor und eine Vorlage.

Draisaitl selbst wusste den Erfolg durchaus einzuordnen. „Solche Spiele muss man auch gewinnen“, sagte er. Zugleich machte er deutlich, dass die Partie für beide Mannschaften deutlich zu ereignisreich verlaufen sei. Tatsächlich hatte Edmonton defensiv erhebliche Probleme und kassierte fünf Gegentore. Der Sieg war deshalb nicht nur ein Beleg für die Offensivkraft der Oilers, sondern auch eine Erinnerung daran, dass noch Verbesserungsbedarf besteht.

Trainer Mike Babcock hob nach der Begegnung insbesondere Draisaitls Wettbewerbsmentalität hervor. Der Deutsche habe eine seiner besten Leistungen gezeigt. Auch Vasily Podkolzin und der zurückgekehrte Nugent-Hopkins erhielten Lob für ihren Einsatz.

CAR@EDM: Nugent-Hopkins, Levi führen Oilers im Penaltyschießen zum Sieg

McDavid liefert historische Zahlen – Draisaitl hält Schritt

Natürlich kommt man bei den Oilers derzeit auch an Connor McDavid nicht vorbei. Der Kapitän sammelte gegen Carolina ebenfalls zwei Tore und drei Vorlagen. Mit 31 Punkten nach zehn Saisonspielen erreichte er eine Marke, die in der NHL-Geschichte zuvor nur Mario Lemieux, Mike Bossy und Wayne Gretzky in einem vergleichbar kurzen Zeitraum geschafft hatten.

Draisaitl muss sich hinter seinem langjährigen Teamkollegen allerdings keineswegs verstecken. Beide erzielten in der Partie jeweils fünf Scorerpunkte – zum vierten Mal in ihrer gemeinsamen Karriere. Nur drei andere Spielerduos haben dieses Kunststück in der NHL-Geschichte ebenso häufig oder öfter geschafft.

Noch bemerkenswerter ist die gemeinsame Ausbeute nach zehn Saisonspielen: McDavid und Draisaitl kommen zusammen auf 52 Punkte. Lediglich vier Duos hatten zu diesem frühen Zeitpunkt einer Spielzeit mindestens ebenso viele Zähler gesammelt. Dass beide bereits zum dritten Mal in ihrer Karriere nach den ersten zehn Saisonspielen jeweils mehr als 20 Punkte verbuchen, ist in der NHL-Geschichte zudem einmalig.

Draisaitl selbst fand für die Entwicklung seines Kapitäns einmal mehr anerkennende Worte. McDavid sei offensiv schon in jungen Jahren außergewöhnlich gewesen. Mit zunehmender Reife habe er jedoch auch in den Details seines Spiels große Fortschritte gemacht. Seine offensive Brillanz sei geblieben, gleichzeitig sei er zu einem noch kompletteren Spieler geworden.

MIN@EDM: Draisaitl erzielt zwei Powerplay-Tore hintereinander

Mittlerweile falle es ihm schwer, überhaupt noch passende Beschreibungen für das Niveau seines Teamkollegen zu finden, erklärte Draisaitl sinngemäß.

Edmonton ist auf Kurs – doch die Saison ist noch lang

Für die Oilers war der Erfolg gegen Carolina bereits der dritte Sieg in Serie. Acht der ersten neun Partien konnten sie für sich entscheiden, sodass Edmonton mit einer Bilanz von 8-1-1 hervorragend dasteht.

Die offensive Durchschlagskraft des Teams ist derzeit beeindruckend. Mit Draisaitl und McDavid verfügt Edmonton über zwei Angreifer, die Spiele nahezu im Alleingang entscheiden können. Die Rückkehr von Nugent-Hopkins erweitert die Möglichkeiten zusätzlich. Gleichzeitig zeigte das Duell mit Carolina, dass sich die Mannschaft auf ihre Offensivstars nicht dauerhaft verlassen kann. Fünf Gegentreffer sind auch bei einem Sieg ein Warnsignal.

Für Draisaitl dürfte das allerdings kein Grund sein, seinen bewährten Ansatz zu ändern. Er weiß, wie schnell sich die Dynamik einer NHL-Saison verändern kann. Eine Torserie lässt sich nicht erzwingen, und auch die besten Spieler erleben zwangsläufig Phasen, in denen die Scheibe nicht mehr so zuverlässig ins Netz findet.

Bis dahin nimmt der Deutsche die aktuelle Entwicklung offenbar gerne mit. Sieben Tore in fünf Spielen, 21 Punkte nach zehn Partien und eine zentrale Rolle in einem bislang äußerst erfolgreichen Team sprechen für sich.

Draisaitl muss daraus keine große Geschichte machen. Seine Leistungen erzählen sie ohnehin.

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