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Alex Ovechkin präsentiert sich als Nimmersatt

Der Capitals-Stürmer ist in seinem Torhunger nicht zu bremsen und begibt sich weiter auf Rekordjagd

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Als Alex Ovechkin am Samstag mit einem fulminanten Schlagschuss das 3:3 gegen die Buffalo Sabres erzielt hatte, erhob sich fast das gesamte Publikum in der Capital One Arena von den Sitzen und huldigte dem Torschützen mit nicht enden wollendem Applaus. Die Fans wussten in diesem Moment, dass sie Zeugen einer weiteren persönlichen Bestleistung des Kapitäns der Washington Capitals geworden waren. Mit dem Treffer hatte sich der 33 Jahre alte Linksaußen im 14. Spiel hintereinander mit mindestens einem Scorerpunkt auf dem Spielberichtsbogen verewigt. Im weiteren Verlauf des Abends sorgte Ovechkin noch einmal für Jubel in der Halle. Mit seinem verwandelten Versuch im Penaltyschießen stellte er den 4:3-Sieg seines Teams sicher.

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Selbst statistikfeste Kenner der Szene kommen dieser Tage kaum noch hinterher, Ovechkins Scorerwerte aufzudröseln und in die NHL-Annalen einzuordnen. Der Ausgleichstreffer gegen die Sabres war sein 29. Torerfolg in dieser Saison. Damit führt der Capitals-Stürmer die Torjägerliste der Liga souverän an. Mehr Tore nach 32 Begegnungen in der Hauptrunde hatte in den vergangenen 22 Jahren nur Jaromir Jagr auf dem Konto. In Diensten der Pittsburgh Penguins beförderte er den Puck in der Spielzeit 1996/97 einmal mehr über die Linie als Ovechkin in der laufenden Serie.

Gerade was Tore anbelangt, präsentierte sich Washingtons Spielführer bei den jüngsten 14 Einsätzen als ausgesprochener Nimmersatt. 17 Mal überwand er den gegnerischen Schlussmann in diesem Zeitraum. Sollte ihm das am Mittwoch beim Aufeinandertreffen mit den Penguins erneut gelingen, hätte er in allen 14 Spielzeiten seiner Laufbahn die Marke von 30 Treffern erreicht. Selbst wenn er es bei diesem Duell noch nicht schafft, dürfte es nicht lange dauern, bis Ovechkin auch hinter diesem Ziel einen Haken setzen kann.

Doch mit solchen Kleinigkeiten hält sich ein Angreifer seines Schlages nicht lange auf. Er denkt bei seinen Rekordjagden in größeren Kategorien und dürfte insgeheim auf eine Schallmauer schielen, die zuletzt 1992/93 durchbrochen worden ist. Seinerzeit verbuchten zwei Spieler mehr als 70 Tore. Ovechkins russischer Landsmann Alexander Mogilny markierte 76 Treffer für die Sabres, der Finne Teemu Selanne verzeichnete exakt die gleiche Anzahl für die Winnipeg Jets. Wenn Ovechkin von keiner Verletzung heimgesucht wird und seine Torproduktion in dem Maße aufrechterhält wie bislang, könnte er die reguläre Saison im Frühjahr mit 74 Toren beenden. Das zumindest legen die mathematischen Berechnungen nahe. Wie schwer das Unterfangen in Wirklichkeit werden wird, zeigt ein Blick in Ovechkins Karrierebilanz. Sein Maximum an Toren in einer Hauptrunde liegt bei 65 Toren aus der Saison 2007/2008.

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Liebend gerne hätte Ovechkin im Match gegen die Sabres neben dem persönlichen noch einen allgemeingültigen Höchstwert gesetzt. Nach zwei Hattricks beim 6:2 gegen die Detroit Red Wings und dem 6:5 n. P. bei den Carolina Hurricanes wollte er als erster NHL-Spieler der Geschichte in drei Auftritten am Stück als Dreifachtorschütze glänzen, doch es sollte nicht sein. Somit bleibt der Sturmtank der Capitals einer von 13 Akteuren, zu deren Ehren bei zwei Spielen hintereinander diverse Kopfbedeckungen von den Zuschauern aufs Eis flogen. Der Beste in diesem erlauchten Kreis ist Joe Malone, der viermal in seiner Laufbahn zwei Hattricks nacheinander landete. Wayne Gretzky gelang dieses seltene Kunststück dreimal, Ovechkin zweimal.

Ovechkin nahm es zumindest nach außen gelassen hin, dass ihm der alleinige Rekord am Samstag verwehrt geblieben ist. "Klar hätte ich mich darüber gefreut, zumal ich einige tolle Chancen im Spiel hatte. Aber da kann man nichts machen", kommentierte er die verpasste Gelegenheit.

 

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Eine Menge Lob bekam Ovechkin aus den Reihen seiner Mitspieler. "Es hat den Anschein, dass er jedes Jahr besser wird. Er kämpft wie ein Stier und hat einen gewaltigen Torhunger. Es hat nicht den Anschein, dass er nachlassen könnte", sagte sein Stürmerkollege Brett Connolly stellvertretend für die gesamte Belegschaft der Capitals.

Bis Weihnachten stehen für Washington noch drei Begegnungen auf dem Spielplan, in denen Ovechkin seine Torausbeute steigern kann. Nach dem Vergleich gegen die Penguins am Mittwoch kommt es am Freitag in der Capital One Arena zu einem weiteren Duell mit den Sabres. Danach steigen die Capitals in den Flieger und reisen zu den Ottawa Senators. Im Anschluss genießen die Capitals vier Tage Ruhepause, bevor es am 27. Dezember mit einem Heimspiel gegen die Carolina Hurricanes weitergeht.

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