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Marco Sturm hofft auf weitere Verstärkung

Für den deutschen Bundestrainer sind die NHL Spieler für die Weltmeisterschaft erste Wahl

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Drei Tage Pause haben die Spieler bekommen, die sich derzeit im Kader der deutschen Nationalmannschaft auf die Eishockey-Weltmeisterschaft in Köln und Paris ab dem 5. Mai vorbereiten und ab Donnerstag in Bietigheim ein weiteres Trainingslager absolvieren. Auch in der NHL ruht durch die vorzeitige Beendigung der ersten Runde in den Playoffs bis Mittwoch der Spielbetrieb, ehe am Abend die zweite Runde vorzeitig startet.

Eine Tatsache, die Bundestrainer Marco Sturm in den Kram passen dürfte. Bei der Kaderzusammenstellung steht er nämlich vor einer schwierigen Entscheidung. Was in der Vergangenheit in Deutschland nie ein Thema war, könnte in diesem Jahr erstmals zur Anwendung kommen. Die großen Eishockeynationen haben es häufig vorgemacht.

Bei der Nominierung des Kaders wird der ein oder andere Platz für Spieler freigehalten, die in der zweiten Playoff Runde in der NHL aktiv sind, aber bei einem Ausscheiden so noch nachträglich bei der Weltmeisterschaft eingreifen können. Alex Ovechkin bestieg zum Beispiel in der Vergangenheit regelmäßig kurz nach dem Aus seiner Washington Capitals in den Playoffs den Flieger, um in den entscheidenden WM Spielen für Russland noch dabei zu sein. Häufig dann aber nur noch ab dem Viertelfinale oder später.

"Wir sind glücklich, dass [Tobias] Rieder schon da ist und [Dennis] Seidenberg und [Thomas] Greiss uns ab der kommenden Woche verstärken werden", sagte Sturm auf der Pressekonferenz am Samstag nach dem Länderspiel gegen Tschechien in Nürnberg. "Aber auch den anderen werden wir die Türe so lange wie möglich offen halten. Bis zur endgültigen Festlegung des Kaders läuft die zweite Runde in der NHL schon und es ist vielleicht etwas absehbar. Ich weiß, dass [Leon] Draisaitl auf jeden Fall kommen will, falls er ausscheidet. Wir müssen auch über die Möglichkeit nachdenken, vielleicht den einen oder anderen Platz im Kader offen zu halten."

Durch den früheren Beginn der zweiten Runde in der NHL wird diese Lösung noch attraktiver, als in den Vorjahren, denn wenn spätestens am 11. Mai die letzte Partie der Conference Halbfinale in der NHL über die Bühne gegangen ist, laufen in Frankreich und Deutschland noch die Vorrundengruppen, die bis zum 16. Mai angesetzt sind.  

"Für uns sind die NHL Spieler sehr wichtig", betonte Sturm. "Das haben wir bei der letzten WM in Russland gesehen. Draisaitl, [Christian] Erhoff oder Greiss, das sind absolute Leistungsträger, die der Mannschaft einen Ruck geben und dass jeder noch etwas mehr aus sich rausholt. Bei der Olympia Qualifikation war es noch eindeutiger, denn diese Jungs haben das Heft in die Hand genommen und haben uns zu Olympia geführt. Wir sollten froh sein, dass wir so viele Spieler in der NHL haben und jeder, der kommt, würde uns mit Sicherheit weiterhelfen. Sie würden natürlich das Gerüst unserer Mannschaft sein."

Neben dem in dieser Saison überragenden Leon Draisaitl, der aus Köln stammt und in seiner Heimatstadt die WM sicher gerne spielen würde, aber mit den Edmonton Oilers in die zweite Runde der NHL Stanley Cup Playoffs eingezogen ist, sind Verteidiger Korbinian Holzer bei den Anaheim Ducks (spielen gegen Edmonton), sowie Stürmer Tom Kühnhackl mit den Pittsburgh Penguins, der gegen die Washington Capitals mit Torhüter Philipp Grubauer antreten wird, noch in Nordamerika im Rennen.

Die Konstellation der zweiten Runde bedeutet damit, dass nach ihrem Absolvieren auf jeden Fall einerseits zwei Deutsche in den Conference Finals stehen, während dann anderseits zwei ausgeschieden sein werden und damit für die WM zur Verfügung stehen würden.

Doch selbst im Fall des Torhüters Grubauer, der bei den Capitals nur Ersatzmann hinter Stammkraft Braden Holtby ist, will sich Sturm nicht festlegen, ob es Sinn macht, ihn einen Platz für die WM frei zu halten.

"Zunächst bin ich sehr erfreut, dass Greiss kommt", erwiderte Sturm. "Das ist schon einmal sehr, sehr wichtig, weil der Torhüter ist einfach eine äußerst wichtige Position. Grubauer und er sind beide einfach sehr gute Torhüter und zurecht in der NHL. Wir haben alle Grubauer bei der Olympia Qualifikation erlebt, dazu brauche ich nicht viel sagen. Greiss hat jeder während der WM und in der NHL Saison gesehen. Auch eine klare Sache. Sie sind einfach ein sicherer Rückhalt."

Sturm hält zurecht große Stücke auf die Verstärkungen aus der NHL und er weiß, was er an ihnen hat. Er gibt ihnen das Gefühl, willkommen zu sein, was unter vorherigen Bundestrainern nicht immer der Fall war, weswegen es vor großen Turnieren regelmäßig Absagen hagelte. Doch diese Zeiten sollten der Vergangenheit angehören.

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