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Draft 2019: Die besten Torhüter in diesem Jahr

Spencer Knight aussichtsreichster Kandidat, früh gezogen zu werden

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Der NHL-Draft 2019 findet vom 21. bis 23. Juni in der Rogers Arena von Vancouver statt. NHL.com/de bietet dazu eine umfassende Berichterstattung über die spannendsten Themen an. In dieser Ausgabe blicken wir auf die besten Torhüter im anstehenden Draft.

In der Regel werden beim Draft erst mal die Stürmer gezogen. Sie sorgen für Spektakel. So wird es wohl auch in diesem Jahr sein. Der US-Amerikaner Jack Hughes und der Finne Kaapo Kakko gelten als heiße Favoriten darauf, an Nummer eins gezogen zu werden. Aber, und das haben die diesjährigen Playoffs wieder mal bewiesen, ohne herausragenden Torhüter geht es nicht.

Und doch: Torhüter haben es im Allgemeinen schwer, früh von den Teams ausgewählt zu werden. Der letzte, der unter den Top 20 gezogen wurde, war Andrei Vasilevskiy. 2012 wählten ihn die Tampa Bay Lightning an 19. Stelle. Er verbrachte noch zwei weitere Jahre in der Kontinental Hockey League (KHL), bevor er in der Spielzeit 2014/15 sein NHL-Debüt gab. In der abgelaufenen Saison führte er die Liga mit 39 Siegen an und ist zum zweiten Mal in Folge unter den Kandidaten für die Vezina Trophy, mit der der beste Torhüter ausgezeichnet wird.

Schafft es in diesem Jahr ein Goalie unter die besten 20 Spieler seines Draftjahrgangs? Tobias Ancicka dürfte da, wenn überhaupt nur Außenseiterchancen haben. Der 18-Jährige war in der vergangenen Saison mit einer Förderlizenz von den Eisbären Berlin in der DEL ausgestattet worden, kam allerdings hauptsächlich bei den Eisbären Juniors U20 zum Einsatz. Immerhin: Zweimal stand er auch für die Lausitzer Füchse in der DEL2 auf dem Eis. Ancicka, dessen Vater Martin in der DEL als Verteidiger für die Adler Mannheim und die Nürnberg Ice Tigers spielte, hat allerdings einen Vier-Jahres-Vertrag bei Lukko Rauma in der finnischen SM-Liiga unterschrieben. Doch wenn die NHL anklopft, wäre er nicht der Erste und nicht der Letzte, der ein Engagement in Nordamerika vorziehen würde.

 

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Ebenfalls auf der Liste der Scouts ist der Schweizer Philip Wüthrich, der aus der Jugend des SC Bern kommt. Der 21-Jährige gehört zu den ältesten Goalies im Draftjahrgang 2019. Der Linksfänger hat die vergangene Runde beim SC Langenthal in der Nationalliga B, der zweiten Schweizer Liga, verbracht. Sein Gegentorschnitt von 1,99 (Vorrunde) und 1,51 (Playoffs) kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Hoffnungen auf den Sprung über den Atlantik kann sich auch Wüthrichs Landsmann Luca Hollenstein machen. Der 19 Jahre alte Linksfänger hat die vergangene Saison ebenfalls in der Nationalliga B in der Schweiz zugebracht - bei EVZ Academy, quasi dem zweiten Team des EV Zug. Sowohl Wüthrich als auch Hollenstein haben schon internationale Erfahrung gesammelt - als Goalies der Schweizer Nationalmannschaft bei der U20-Weltmeisterschaft.

Doch dieses Trio muss sich wohl erst mal hinten anstellen und in Geduld üben. Die besten Chancen auf einen der vorderen Plätze im Draft 2019 werden Spencer Knight eingeräumt. Der 18-jährige Linksfänger hat mit der U18-Nationalmannschaft der USA bei den Weltmeisterschaften 2019 Bronze gewonnen. In der abgelaufenen Runde war er Teil des U18-Nationalteams der USA. Manche Experten vergleichen ihn schon mit dem jungen Carey Price. Mit einer Größe von 1,91 Metern und einem Gewicht von 90 Kilogramm hat er auch schon ohne Torwartausrüstung eine beeindruckende Statur. Für die Saison 2019/20 wird er beim Boston College (NCAA) erwartet.
 
Mit zwei Metern und 89 Kilogramm muss der Däne Mads Sogaard den Vergleich mit Knight nicht scheuen. Der 18-Jährige hat in der vergangenen Saison bei den Medicine Hat Tigers in der Western Hockey League (WHL) gespielt. In 37 Partien hielt er dreimal seinen Kasten sauber. Ob er in die NHL-Fußstapfen von Frederik Andersen (Toronto Maple Leafs) treten kann? Manch einen erinnert sein Stil jedenfalls an Pekka Rinne, den finnischen Weltklasse-Goalie im Kasten der Nashville Predators.

Als bester Torwart außerhalb Nordamerikas, der für den Draft in Frage kommt, wird Pyotr Kochetkov aufgeführt. Der Russe lief in der vergangenen Saison für HK Ryazan in der VHL, der zweiten russischen Liga auf. Allerdings war er auch zweimal für Sochi in der KHL im Kasten. Für die kommenden beiden Spielzeiten steht er bei SKA St. Petersburg (KHL) unter Vertrag. Er hat schon anklingen lassen, dass er irgendwann einmal einen Starterjob in der NHL haben möchte. Kochetkov führte das russische Team bei der Junioren-WM 2019 zur Bronzemedaille und wurde außerdem als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

Die Nummer zwei der europäischen Goalies ist der Schwede Hugo Alnefelt. Er führte die U18-Junioren der Schweden bei den vergangenen Weltmeisterschaften zur Goldmedaille. In sechs Spielen kassierte er nur eine Niederlage und blieb einmal ohne Gegentor. In der Liga hielt der Linksfänger in der abgelaufenen Runde den Kasten beim schwedischen Juniorenteam von HV 71 sauber.

Doch wer hat Bedarf an Torhütern? Da wären zum Beispiel die Florida Panthers, die den 13. Pick haben. Roberto Luongo ist am 4. April 40 Jahre alt geworden. Sein Vertrag läuft noch bis 2022. Die Zukunft gehört ihm nicht mehr. Und auch James Reimer ist schon über 30 Jahre alt. Sein Kontrakt endet ein Jahr früher als der von Luongo. Dahinter ist im Moment Sam Montembeault. Er weist elf NHL-Spiele (zehn Starts) in seiner Vita vor.

Gut aufgestellt sind im Moment noch die Arizona Coyotes. Mit Darcy Kuemper und Antti Raanta hat das Team aus der Wüste Arizonas eines der besseren Torhüterduos unter Vertrag. Doch Spencer Knight müsste sich ohnehin noch einige Jahre entwickeln und Erfahrungen im Juniorenbereich sowie in den Minor Leagues sammeln. Als Investition in die Zukunft könnte es sich aber lohnen, bei Knight zuzugreifen.

Ähnlich wie in Arizona ist die Situation auch bei den Los Angeles Kings. Jonathan Quick ist im Moment auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Doch auch er ist schon 33 Jahre alt. Wenn sich seine Karriere dem Ende neigt, könnte Spencer Knight gerade reif für die NHL sein.

Aber vielleicht hat irgendeiner der 31 General Manager auch einen ganz anderen Plan. Genau werden das die Fans erst erfahren, wenn in der Rogers Arena von Vancouver die Namen vom Podium aus in den Raum gerufen werden. Womöglich schafft es dann einer der Nachwuchskeeper zum ersten Mal seit 2012 wieder unter die besten 20 Picks der Draftklasse 2019. Das Potenzial dazu bringen einige Kandidaten auf jeden Fall mit.

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