ES Awards

Mit den Vegas Golden Knights ist der Stanley Cup Champion 2023 bereits gekürt, doch die Ehrung der individuellen Leistungen der besten Spieler steht noch an. Am Montag, den 26. Juni findet in der Bridgestone Arena von Nashville die Award-Verleihung statt (8 p.m.; Di. 2 Uhr MESZ).

NHL.com/de prognostiziert die möglichen Gewinner der zehn wichtigsten Trophäen.

Hart Memorial Trophy(Wertvollster Spieler)
Finalisten:Connor McDavid (EDM), David Pastrnak (BOS), Matthew Tkachuk (FLA)
Gewinner-Prognose:Connor McDavid, Edmonton Oilers

64 Tore und 89 Assists. Connor McDavid war sowohl der erfolgreichste Torschütze als auch der beste Vorlagengeber in der Saison 2022/23. Zum ersten Mal seit der Saison 1995/96 (Mario Lemieux, 161 Punkte) knackte ein Spieler in der NHL die 150-Punkte-Marke. Ob bei nummerischen Gleichgewicht auf dem Eis oder in Überzahl, der Kapitän der Oilers war immer für einen Treffer gut, sobald er aufs Eis geschickt wurde. Seine 71 Powerplay-Punkte in einer Saison waren die viertmeisten in den letzten 50 Jahren. Nur Lemieux konnte in diesem Zeitraum häufiger in Überzahl punkten (1987/88: 80 Pkt.; 1988/89 und 1995/96: 79 Pkt.) als McDavid. McDavid wurde bereits 2016/17 und 2020/21 als MVP ausgezeichnet.

EDM@VGK, Sp2: McDavid trifft erneut

Vezina Trophy (Bester Torwart)
Finalisten: Connor Hellebuyck (WPG), Ilya Sorokin (NYI), Linus Ullmark (BOS)
Gewinner-Prognose:Linus Ullmark, Boston Bruins

Linus Ullmark hatte einen maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Saisonverlauf der Boston Bruins, die mit einem Vorsprung von 22 Punkten das Klassement der regulären Saison anführten und sich mit dem Gewinn der Presidents' Trophy belohnten. Boston kassierte mit Abstand die wenigsten Gegentore (172), wobei Ullmark den Gegentorschnitt von 2,12 sogar noch toppte. Der 29-jährige Schwede kam bei einer Bilanz von 40-6-1 auf eine GAA von 1,89 und eine Fangquote von 93,8 Prozent. Kein anderer Torwart mit mehr als drei Einsätzen wies einen besseren Wert aus als Ullmark.

BOS@VAN: Ullmark trifft im dritten Drittel

James Norris Memorial Trophy(Bester Verteidiger)
Finalisten: Adam Fox (NYR), Erik Karlsson (SJS), Cale Makar (COL)
Gewinner-Prognose:Erik Karlsson, San Jose Sharks

Für die San Jose Sharks (22-44-16, Platz 29) verlief die Saison 2022/23 alles andere als zufriedenstellend, doch mit Erik Karlsson hatten sie den besten Verteidiger in ihren Reihen. Der schwedische Blueliner sammelte 101 Punkte (25 Tore, 76 Assists) in 82 Spielen. Als Verteidiger auf einen dreistelligen Wert an Punkten, brachte es zuletzt Brian Leetch vor 31 Jahren (1991/92: 102 Pkt.). Karlsson drang mit über 100 Saison-Zählern in die Phalanx der fünf besten NHL-Verteidiger aller Zeiten (Paul Coffey, Bobby Orr, Al MacInnis, Leetch). Für Karlsson ist es die dritte Norris Trophy nach 2011/12 und 2014/15 bei den Ottawa Senators.

SJS@WPG: Karlsson holt 100. Saisonpunkt mit PPG

Calder Memorial Trophy (Bester Rookie)
Finalisten:Matty Beniers (SEA), Owen Power (BUF), Stuart Skinner (EDM)
Gewinner-Prognose: Stuart Skinner, Edmonton Oilers

Seit dem Jahr 1937 wird die Calder Trophy vergeben. Nur 16 Mal wurde ein Torwart gekürt. Stuart Skinner hätte es verdient, der 17. in dieser Reihe zu werden. Skinner wurde beim NHL Draft 2017 in der dritten Runde an insgesamt 78. Stelle ausgewählt und avancierte gut fünf Jahre danach zu einem sicheren Rückhalt, bei einem Klub, der in den letzten zehn Jahren nicht gerade zu den defensivstärksten der Liga zählte. Bei den Oilers kamen seit der Saison 2013/14 18 verschiedene Torhüter zu Einsätzen. Skinner weist unter jenen mit mehr als 30 Saisonpielen den zweitbesten Gegentorschnitt (2,75) und die zweitbeste Fangquote (91,4 Prozent) aus - wohlgemerkt als Rookie.

WSH@EDM: Skinner mit spektakulärer Serie von Paraden

Ted Lindsay Award (Herausragender Spieler NHLPA)
Finalisten: Erik Karlsson (SJS), Connor McDavid (EDM), David Pastrnak (BOS)
Gewinner-Prognose:Connor McDavid, Edmonton Oilers

Auch der Gewinn des Ted Lindsay Award ist für McDavid nichts Neues. In den Jahren 2016/17, 2017/18 und 2020/21 wurde er ebenfalls von den Spielern als herausragender Akteur einer Saison gewählt. Sollte es in diesem Jahr anders sein, wenn man bedenkt, dass der 26-Jährige an 47,08 Prozent aller Tore der Oilers beteiligt war (153 von 325)?

Frank J. Selke Trophy(Bester Defensivstürmer)
Finalisten:Patrice Bergeron (BOS), Nico Hischier (NJD), Mitch Marner (TOR)
Gewinner-Prognose: Nico Hischier, New Jersey Devils

Nico Hischier wird der nächste Schweizer nach Roman Josi (Norris Trophy 2020) der mit einer NHL-Trophäe ausgezeichnet wird. Der Kapitän der New Jersey Devils tritt damit in die Fußstapfen von Patrice Bergeron, der 2022 den Pokal zum fünften Mal abräumen konnte. Hischier war mit 80 Punkten (31 Tore, 49 Assists) in 81 Spielen nicht nur New Jerseys zweitbester Scorer, sondern er kam mit +33 auch auf den zweitbesten +/-Wert unter den Stürmern im Team hinter Tomas Tatar (+41). Zudem gewann Hischier 57,8 Prozent der Anspiele im Verteidigungsdrittel, zweitbester Wert hinter Mitkonkurrent Bergeron (61,8 Prozent) und 58,3 Prozent bei Unterzahl auf dem Eis (Bergeron: 53,7 Prozent).

BOS@BUF: Bergeron trifft früh im 1. Drittel

Lady Byng Memorial Trophy (Sportliche Leistung und Benehmen)
Finalisten: Jack Hughes (NJD), Anze Kopiter (LAK), Brayden Point (TBL)
Gewinner-Prognose:Jack Hughes, New Jersey Devils

Um nur einen Punkte schrammte Jack Hughes an der 100-Punkte-Marke vorbei. 99 Punkte gelangen dem 22-jährigen Center der vergangenen Saison. New Jersey Nummer-1-Pick beim NHL Draft 2019 führte nicht nur die teaminterne Scorerwertung an, sondern zählt zu den fairsten Spielern der Liga. In 78 Spielen kassierte er gerade einmal sechs Strafminuten, und das obwohl er pro Spiel durchschnittlich 19:58 Minuten Eiszeit bekam. Vor allem bei einem jungen Spieler, der erst über die Erfahrung von vier NHL-Saisons verfügt, ist es bemerkenswert, dass er den Rahmen des Erlaubten so selten verlässt, obwohl er aufgrund seiner Torgefahr von den gegnerischen Verteidigern häufig hart angegangen wird.

NJD@NYR, Sp3: Hughes trifft im PP zum Ausgleich

Bill Masterton Memorial Trophy(Ausdauer, Fairness, Hingabe zum Eishockey)
Finalisten:Clayton Keller (ARI), Kris Letang (PIT), Alex Stalock (CHI)
Gewinner-Prognose: Kris Letang, Pittsburgh Penguins

Kris Letang ist aus den Defensivreihen der Penguins kaum wegzudenken. Seit der Saison 2006/07 bestritt er 1.005 Partien der regulären Saison für die Organisation aus Pittsburgh, mit der er dreimal den Stanley Cup gewinnen konnte. In der vergangenen Saison brachte es der 36-Jährige in 64 Spielen auf 41 Punkte (zwölf Tore, 29 Assists), obwohl er am 28. November einen Schlaganfall erlitt. Bereits zwölf Tage danach gab er beim 3:1-Sieg gegen die Buffalo Sabres sein Comeback. Letang bekam bei den Penguins mit 24:51 Minuten die meiste Eiszeit pro Spiel in 2022/23.

MIN@PIT: Letang zieht vom Kreis ab und trifft

Jack Adams Award(Bester Trainer)
Finalisten:Dave Hakstol (SEA), Jim Montgomery (BOS), Lindy Ruff (NJD)
Gewinner-Prognose: Dave Hakstol, Seattle Kraken

Bereits im zweiten Jahr nach ihrer Gründung konnten sich die Seattle Kraken für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren. Mit einer Bilanz von 46-28-8 erspielten sie sich als Vierter der Pacific Division die erste Wildcard in der Western Conference. Hakstol formte in Seattle eine Mannschaft, die durch ihren Teamgeist zu begeistern wusste, und die sich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Zu keinem Zeitpunkt der Saison 2022/23 verloren die Kraken mehr als drei Spiele hintereinander. Zum Jahresbeginn 2023 stellten sie eine Siegesserie von acht Spielen auf. In den Playoffs 2023 hatten sie in der ersten Runde den Titelverteidiger Colorado Avalanche bezwungen, ehe sie sich in der zweiten Runde den Dallas Stars in sieben Spielen geschlagen geben mussten.

Hakstol_Kraken_bench

Jim Gregory Award (Bester General Manager)
Finalisten:Jim Nill (DAL), Don Sweeney (BOS), Bill Zito (FLA)
Gewinner-Prognose:Bill Zito, Florida Panthers

Als Bill Zito am 2. September 2020 das Amt des General Managers bei den Florida Panthers übernahm, hatte das Franchise aus dem Süden Floridas viermal in Folge die Stanley Cup Playoffs verpasst. Unter seiner Führung, mit geschickten Trades und Verpflichtungen (u.a. Brandon Montour, Matthew Tkachuk), entwickelten sich die Panthers nicht nur zu einem festen Playoff-Kandidaten in der Eastern Conference, sondern auch zu einem Titelaspiranten. Die Panthers drangen 2023 mit der zweiten Wildcard bis in das Stanley Cup Finale vor. Erst dort fanden sie in den Golden Knights ihren Meister nach fünf Spielen.