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Rangers hoffen, dass Monsterverträge Rendite abwerfen

NHL.com/de 31 in 31: Mehr Offensivpower und gefestigtere Defensive im Madison Square Garden

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die New York Rangers.

Nein, so konnte es natürlich nicht weitergehen. Zwei Jahre in Folge haben die New York Rangers die Playoffs verpasst. Was woanders vielleicht ohne großes Murren hingenommen würde, geht in der Stadt, in der man so gerne Siegesparaden mit viel Konfetti auf dem Broadway feiert, gar nicht. Also musste was passieren. Und das tat es dann auch.

Die Rangers fackelten nicht lange. Nur wenige Minuten, nachdem am 1. Juli das Fenster für die Verpflichtungen von Free Agents öffnete, gaben die New York Rangers die Vertragsunterschrift von Artemi Panarin bekannt. Als Präsident der Rangers war Glen Sather da schon nicht mehr im Amt. Am 17. Mai hatte John Davidson diesen Job übernommen.

 

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Bilanz 2018/19: 32-36-14, 12. Platz in Eastern Conference
Playoffs 2019: Nicht qualifiziert
Trainer: David Quinn, 2. Saison
Zugänge: Artemi Panarin, Kaapo Kakko, Jacob Trouba, Adam Fox, Phillip Di Giuseppe, Danny O'Regan 
Abgänge: Jimmy Vesey, Kevin Shattenkirk, Neal Pionk, Fredrik Claesson, Chris Bigras, Chris Nell, Brandon Halverson, Julius Bergman 
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Die Zahl sieben spielte im Sommer bislang eine übergeordnete Rolle bei den "Broadway Blueshirts". Denn sieben Jahre läuft der Vertrag, den die Rangers Panarin gaben. Gut 11,6 Millionen Dollar sind den Rangers die Dienste des Russen pro Saison wert. Er soll das machen, was er in den vergangenen beiden Jahren auch schon in Columbus bei den Blue Jackets geschafft hat: das Team in die Playoffs führen. "Jedes Mal, wenn man einen Spieler von diesem Kaliber verpflichtet, wird jeder andere im Team ein bisschen größer und streckt die Brust ein bisschen weiter raus", beschrieb Coach David Quinn den Effekt, den der 27 Jahre alte Russe auf die Teamkollegen hat. "Wenn man ein großartiges Team haben will, muss man auch groß denken." 

Das taten die New York Rangers bei der Verpflichtung des Linksaußen. Der hat in den vergangenen beiden Runden jeweils nur knapp die 30-Tore-Marke verfehlt und jeweils über 80 Scorerpunkte verbucht. Diese Zahlen erwarten die Fans im Madison Square Garden jetzt auch mindestens von ihm. Der Druck ist also da. Panarin hat in Ohio aber auch schon unter Beweis gestellt, dass er diesem Druck Stand halten kann. Allerdings: New York ist dann doch nochmal eine andere Hausnummer als Columbus.

Video: MTL@CBJ: Panarin versenkt kniend Onetimer

Sieben - die Zahl ist auch entscheidend bei der Verpflichtung von Jacob Trouba. Der Verteidiger kam im Tausch für Neal Pionk von den Winnipeg Jets und bekam ebenfalls ein Arbeitspapier für die kommenden sieben Spielzeiten bei den Rangers. Die Dienste des US-Amerikaners sind den Rangers acht Millionen Dollar pro Jahr wert. Er ist gerade mal 25 Jahre alt, hat also den Großteil seiner Karriere und vor allem die besten Jahre aller Voraussicht noch vor sich. Trouba, der in Winnipeg ein absoluter Leistungsträger war, soll die in der vergangenen Saison mit 272 Gegentoren alles andere als sattelfeste Defensivabteilung wieder auf Kurs bringen. Anfangen kann er damit im ersten Saisonspiel gleich mal gegen die alten Kameraden - die Winnipeg Jets.

Doch diese beiden Monsterverträge stellten die Rangers auch vor ein entscheidendes Problem. Auf einmal waren sie über dem Salary Cap. Also mussten sie erneut handeln. Diesmal aber einen Spieler abgeben. Es traf Verteidiger Kevin Shattenkirk. Er wurde von den Rangers aus seinem Vertrag rausgekauft. Vor zwei Jahren hatte er einen Vier-Jahres-Vertrag in New York unterschrieben. Wert: 6,65 Millionen Dollar pro Jahr. Er kam auf 23 respektive 28 Scorerpunkte. "Das war eine schwierige Entscheidung", sagte Davidson. Etwas einfacher dürfte sie dadurch geworden sein, dass Shattenkirk in den vergangenen beiden Spielzeiten mit Verletzungen zu kämpfen gehabt hatte. 2017/18 verpasste er die letzten 36 Spiele mit einem Meniskusriss, 18/19 waren es neun, sieben davon, nachdem er sich die Schulter ausgekugelt hatte.

 

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Ein weiterer Hoffnungsträger in Manhattan ist Kaapo Kakko. Der 18 Jahre junge Finne hat im Juniorenbereich alles gewonnen, wurde U18- und U20-Juniorenweltmeister. Im Frühjahr führte er die finnische A-Nationalmannschaft zum WM-Titel. Jetzt soll er in New York seinen Torriecher zur Geltung kommen lassen. Die Rangers zogen Kakko im diesjährigen Draft in der ersten Runde an zweiter Stelle und haben ihn Anfang Juli mit einem Entry Level-Vertrag ausgestattet. 

Ebenfalls viel verspricht man sich von Pavel Buchnevich. Der neue Zwei-Jahres-Vertrag ist 3,25 Millionen Dollar pro Saison wert. In der vergangenen Saison traf der 24-Jährige 21-mal in 64 Spielen. Bleibt er verletzungsfrei, sollte die 30-Tore-Marke reine Formsache für ihn sein.

Das einzige größere Fragezeichen, das sich derzeit bei den Rangers auftut, ist ausgerechnet im Tor. Denn Henrik Lundqvist galt lange als einer der besten Torhüter der NHL. Doch seit der Saison 14/15 stieg sein Gegentorschnitt von Spielzeit zu Spielzeit kontinuierlich an - von 2,25 auf zuletzt 3,07. Entscheidend wird sein, ob der 37-Jährige, der noch zwei Jahre Vertrag hat, noch einmal zu alter Form auflaufen kann. Denn nur mit einem guten Torwart können die Rangers ihren Fans endlich wieder Playoff-Eishockey bieten. Backup des Schweden ist Alexandar Georgiev. In seiner NHL-Vita stehen bislang lediglich 43 Partien mit zwei Shutouts. 

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