Doch was war passiert? Direkt im nächsten Wechsel, nur 15 Sekunden später, schleuderte Yanni Gourde die Scheibe von hinter dem eigenen Tor präzise nach vorne in den Lauf von Blake Coleman, der nicht im Abseits stehend frei vor New Yorks Goalie Semyon Varlamov auftauchte und auf 1:1 stellte. Wiederum zwölf Sekunden später kombinierte die Top-Reihe der Lightning mit Brayden Point, Nikita Kucherov und Ondrej Palat sehenswert in vollem Tempo und unter Bedrängnis auf engstem Raum, sodass letzterer auf 2:1 für Tampa Bay stellte.
Binnen zwölf Sekunden als wurde aus einer 1:0-Führung ein 1:2-Rückstand.
"Sie haben zwei schnelle Tore gemacht. Das war der Unterschied. Wenn wir diese 30 Sekunden besser überstehen, ist es ein anderes Spiel", sagte Nelson.
Trotz: "Das hat uns in ein Loch gestürzt"
"Die erste und letzte Wechsel in einem Drittel ist wichtig - und der Wechsel nach einem Tor. So bekommst du Momentum in dein Spiel", betonte Islanders-Trainer Barry Trotz. "Wir haben das zweimal nicht geschafft. Das geht auf unsere Kappe. Unsere Antwort war nicht gut. Sie haben in zwölf Sekunden zwei Tore gemacht. Das hat uns in ein Loch gestürzt. Danach war es ein großer Berg, den wir zu erklimmen hatten."
Diese Botschaft ist bei seinen Spielern angekommen. "Der wichtigste Wechsel ist der nach einem Tor", fand Verteidiger Nick Leddy ähnliche Worte wie sein Coach. "Wir hatten eigentlich Momentum, doch sie machen zwei schnelle Tore. Das ist hart. Wir haben es heute gleich zweimal vergeigt!"
Viele Baustellen
Neben dem Blackout nach dem Führungstreffer offenbarte New York in weiteren Bereichen Steigerungspotenzial: So gewannen die Islanders nur 38 Prozent ihrer Faceoffs, sodass vor allem die Lightning im Puckbesitz waren. Vor allem im ersten (5:11 Schüsse) und dritten Drittel (10:11 Schüsse) entwickelte auch die Offensive zu wenig Durchschlagskraft. Das gilt insbesondere auch für das Powerplay, das bei 14 Möglichkeiten in der Serie gegen Tampa Bay nur ein einziges Mal erfolgreich war.
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"Wir hatten unsere Chancen, doch diese auch zu nutzen, ist eine andere Sache", erklärte Verteidiger Scott Mayfield. "Das Powerplay kann Momentum kreieren. Wir müssen uns da steigern. Das fängt bei uns selbst an: Ich muss den Puck besser durchbekommen."
Das gilt auch für die Top-Reihe um Center Mathew Barzal, Linksaußen Anders Lee und Rechtsaußen Jordan Eberle, die in vier Spielen gegen die Lightning erst ein einziges Tor verbuchten. "Sie hatten ihre Chancen, haben aber im Fünf-gegen-Fünf nicht getroffen, denn Eberles Treffer war im Powerplay", haderte Trotz. "Wir brauchen mehr Produktivität. Am besten sind wir, wenn alle Reihen produzieren."
Wer stoppt Tampas Top-Reihe?
Vor Spiel 5 in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (2 Uhr MESZ; 8 p.m. ET; NHL.tv) müssen die Islanders aber nicht nur ihre Offensive, sondern auch ihre Defensive befeuern. Vor allem gilt es, Tampas geniale Top-Reihe um Brayden Point, Nikita Kucherov und Ondrej Palat zu stoppen, die den Unterschied ausmachen.
"Sie sind alle großartige Spieler, gehen in die gefährlicher Räume und können den Abzug drücken. Es sind hochklassige Elite-Spieler, denen du keinen Zentimeter Platz geben darfst", forderte Trotz. "Wir müssen sie außen halten und selbst zwischen Gegenspieler und Tor kommen."
"Sie sind gute Spieler, das wissen wir alle", unterstrich Bailey. "Wir müssen sie unter Kontrolle bringen, ihnen die Chancen und Zweitchancen wegnehmen und vom Tor fernhalten
"Sie sind schwer zu verteidigen", pflichtete auch Mayfield bei. "Sie haben ihre Waffen - wir müssen das verteidigen."