Auch weil der Puckbesitz immer wichtiger wird?
Ja, der Puck wird so schnell bewegt, insbesondere in der Offensivzone. Es gibt so viele Spieler, die den Puck regelrecht nach vorne tragen können. So ein Spielertyp bin ich nicht. Wenn du in die Offensivzone kommst, dann verhält sich jeder Spieler anders. (Nathan) MacKinnon steht für schnelle und explosive Richtungsänderungen - das könnte ich gar nicht. Andere zocken dir Knoten in die Beine - das könnte ich auch nicht. Ich bin aber ein Typ, der sich verhalten kann wie (Leon) Draisaitl: Er beschützt den Puck, hat lange Beine, benutzt seine Arme und seinen Körper. Das möchte ich mehr zeigen.
Welche Rolle spielt dabei die Länge deines Schlägers?
Ich spiele jetzt schon mit einem sehr langen Schläger, was nicht gerade im Umgang mit dem Puck hilft. Wann auch immer ich mal einen kürzeren Schläger von einem Mitspieler ausprobiere, denke ich mir, wow, meine Hände bewegen sich ja viel schneller. Aber ich brauche einen langen Schläger für den Rest meines Spiels. Ich habe einen 95er Flex und eine recht steife Kelle, die ich für meine Faceoffs brauche. Auch im Penalty Killing muss ich Pass- und Schusswege mit einem längeren Schläger zustellen. Ich könnte meinen Schläger kürzen, aber dafür habe ich den Puck zu selten, passe und schieße nicht oft genug. Es ist also immer eine Abwägung, was einem für sein Spiel mehr hilft.
Letztes Jahr hast du den Saisonstart aufgrund einer Verletzung verpasst. Wie wichtig ist es, gesund in die neue Spielzeit zu gehen?
In der letzten Saison war es echt hart, weil ich die ersten acht Wochen wegen einer Rücken-OP verpasst hatte. Ich hatte mich so darüber gefreut, in Minnesota unterschrieben zu haben, und dann verpasse ich die ersten acht Wochen. Das war Mist! Wenn du eine drei vor deinem Alter stehen hast, wirst du oft als alter Spieler betrachtet, aber kann ich selbstbewusst sagen, dass es wohl kaum einen fitteren Spieler als mich gibt. Ich hatte einen guten Sommer, ich will in der neuen Saison voll durchstarten und der Mannschaft von Anfang an helfen.
In den Stanley Cup Playoffs 2026 haben die Minnesota Wild die Hürde der Ersten Runde genommen. Erhöht das die Erwartungen vor Ort?
Das war großartig, aber es bringt nichts, wenn du in diesem Jahr wieder in der Ersten Runde ausscheidest. Wenn du den Stanley Cup gewinnen möchtest, dann musst du dich kontinuierlich steigern. In Minnesota war es nie wirklich schlecht, aber auch nie wirklich gut in den letzten Jahren. Ich möchte sehen, dass wir damit nicht zufrieden sind. Wir haben mit Colorado und Dallas wieder zwei schwere Gegner in unserer Division. Auch Utah ist für mich viel besser geworden. Es wird schwerer werden, überhaupt in die Playoffs zu kommen.
Du bist noch 20 Partien davon entfernt, die Schallmauer von 400 NHL-Spielen zu durchbrechen. Was bedeutet dir ein solcher Meilenstein?
Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit kommen würde. Wenn ich auf meine Zeit am College zurückblicke, da fühlten wir uns geehrt, ein NHL Training Camp mitmachen zu dürfen. Damals hast du auf eine Chance gehofft. Dann unterschreibst du einen Vertrag und fügst dich in dieser Liga ein. Das Schwierigste in der Karriere eines NHL-Spielers ist es, dass du nach deinen ersten paar Spielen nicht nachlässt. Es gibt haufenweise gute Spieler, aber es ist wichtig, deine Rolle zu finden.
Ich habe schnell verstanden, dass ich keiner bin, der in den Top 6 oder im Powerplay spielt. Ich musste also einen anderen Ansatz wählen, um lange in der NHL bleiben zu können. Also habe ich mich gefragt, in welchen Bereichen ich wirklich gut werden muss, um mehr als ein Jahr bleiben und konstant dort spielen zu können. Jetzt kurz vor der Marke von 400 Spielen zu stehen, ist mehr als ich mir jemals hätte vorstellen können. Aber jetzt möchte ich mehr. Warum sollten es nicht auch 500 werden? So gehe ich schon meine gesamte Karriere an: Ich bin nie zufrieden. Wenn du diesen Antrieb nicht mehr hast, ist deine Karriere vorbei.
Bei der NHL Global Series Germany 2027 werden noch Gegner für Leon Draisaitl und die Edmonton Oilers in Köln sowie für JJ Peterka und die Boston Bruins in München gesucht. Wie gerne wärst du einer davon?
Ich wäre gerne in München dabei! Mein Zuhause ist nur 45 Minuten von dort entfernt. Unabhängig davon freue mich sehr für die Jungs, daheim und vor Familie und Freunden spielen zu können. Die Fans in Deutschland können die besten Spieler der Fans erleben, ohne dafür nach Kanada oder in die USA reisen zu müssen. Es ist ein großer Hockey-Markt. Die Fans unterstützen ihre Teams hingebungsvoll. In Deutschland verhalten sie sich während des Spiels anders als die Zuschauer in Nordamerika. Dort sind die Spiele wie ein Konzert, das Event steht im Vordergrund. In Deutschland sind die Fans mit ihren Teams verheiratet. Diese Leidenschaft wird zu sehen sein.