Wie ist das Verhältnis untereinander?
Ich weiß, dass sie als Kinder zu mir aufgesehen haben und dass Timmy (Stützle) den Pfad folgen möchte, den ich als Stürmer eingeschlagen habe, was das Toreschießen und diese Dinge angeht. Aber ich bin nicht alt genug. Wir sind Freunde. Wir ziehen uns gegenseitig auf. Es ist einfach ein lustiger Altersunterschied.
Warum ist Deutschland so ein wichtiger Markt für die NHL?
Zunächst einmal weiß ich nicht, ob ich voreingenommen bin, aber ich halte das für wirklich clever. Ich glaube, hier steckt noch viel ungenutztes Potenzial. Ich glaube, dass die Menschen in Deutschland Sport-verrückt sind. Es ist ein ziemlich großes Land. Es gibt hier zwar bereits eine Eishockeykultur, aber sie ist noch nicht so weit entwickelt wie die in Russland, Schweden oder Finnland, wo Eishockey schon der Nummer-1-Sport ist. Ich glaube also, dass es viel Potenzial gibt, und ich freue mich sehr darüber.
Wie hat sich das Eishockey in Deutschland in den letzten zehn, 15 Jahren entwickelt?
Du weißt nie, wie weit so eine Entwicklung reichen kann. Das Wachstum ist aber schon einmal groß, auch wenn noch große Schritte vor uns liegen. Man muss nur mal auf die Schweiz schauen, die es geschafft haben, bei Turnieren konstant unter den besten fünf Mannschaften zu stehen. Das sollte der nächste Schritt für uns sein.
Bei den Edmonton Oilers ist die Erwartungshaltung immer eine hohe nach zwei Stanley Cup Finals in den letzten drei Jahren. Wie groß ist die Dringlichkeit, das ultimative Ziel jetzt erreichen zu müssen?
Genau deshalb haben wir im Sommer gewisse Entscheidungen getroffen. Wir kennen die Umstände, gleichzeitig kannst du nichts erzwingen, das hat noch nie funktioniert. Es ist also ein schmaler Grat. Diesen unbedingten Willen haben ja auch die 31 anderen Teams. Wir müssen es Schritt für Schritt angehen, als Mannschaft zusammenkommen, einen guten Start aufs Eis legen und ein gutes Team aufbauen.
Wie waren die Gespräche mit Eurem neuen Trainer Mike Babcock?
Er war überragend zu uns. Wir sind uns darüber bewusst, dass er eine gewisse Vorgeschichte mitbringt. Aber wir hatten großartige und ehrliche Gespräche über alles und haben alles auf den Tisch gelegt. Er wird etwas einbringen, was uns schon lange fehlt, und wird uns antreiben, besser zu werden. Er wird uns fordern. Jetzt gerade ist es das, was wir brauchen. Er wird sich gut einfügen.
Siehst Du bereits Unterschiede zwischen dem internen Umgang und der Außendarstellung?
Ja, ich habe mich auch schon mit vielen Leuten über ihn unterhalten. Hymes (Zach Hyman) hat jahrelang unter ihm gespielt. Es gibt viele positive Dinge über ihn zu sagen. Er hat in der Vergangenheit viel dazugelernt. Vielleicht würde er die eine oder andere Entscheidung heute anders treffen. Ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten.
Was erwartest du von der Steigerung von 82 auf 84 reguläre Saisonsspiele?
Ich denke, dass der Saisonstart die größte Herausforderung für alle Mannschaften sein wird. Du musst sofort voll da sein. Abgesehen davon sehe ich keine großen Unterschiede. Am Ende des Tages sind es zwei Spiele mehr, die jeder absolvieren muss.
Wenn du alle 84 Spiele spielst, dann wirst du Marco Sturm für die meisten NHL-Spiele eines Deutschen übertreffen. Was bedeutet dir die Jagd noch solchen Rekorden?
Das ist etwas Besonderes und ich bin stolz darauf, aber ich spiele dieses Spiel nicht um jemanden zu überholen. Natürlich spiele ich auch für mich, meinen Namen, mein Erbe als Hockey-Spieler. Ich möchte die bestmögliche Karriere haben und so viel gewinnen wie möglich. Aber ich war nie ein Fan davon jetzt Marco Sturm zu überholen und hinter mir zu lassen. Dafür respektiere ich ihn viel zu sehr für das, was er für unser Land geleitet hat. Andererseits bin ich natürlich stolz darauf, keine Frage.
Was hältst du von deinem deutschen Mitspieler Josh Samanski und seiner Entwicklung?
Ich bin wirklich beeindruckt. Er ist ein guter Hockey-Spieler. Die kommende Saison wird wichtig für ihn werden. Hoffentlich kann er den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und uns weiterhelfen.