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In Rahmen der European Player Media Tour 2026 führte NHL.com/de zahlreiche Interviews mit deutschsprachen NHL-Profis. In dieser Ausgabe: Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers

Hallo Leon! Wie war dein Sommer?

Wir haben einen Safari-Trip in Kenia gemacht, das war etwas ganz Besonders. Es war einzigartig und wirklich großartig. Ich war mit meiner Frau unterwegs, es war unsere Hochzeitsreise nachdem wir im Jahr zuvor geheiratet hatten. Wir wollten einfach mal etwas anderes machen, und es war sehr speziell.

Was war denn der Höhepunkt des Höhepunkts der Reise?

Die Kultur, das war beeindruckend zu sehen. Wir haben viel gelernt. Die Tiere waren richtig cool. Wir haben einen Löwen gesehen, der war so groß wie dieser Raum hier. Das war fast schon einschüchternd.

Wie war dein Sommer aus Hockey-Sicht? An welchen Skills hast du gearbeitet?

Ich habe einfach mein Handwerk perfektioniert. Wahrscheinlich gibt hier jeder dieselbe langweilige Antwort, denn man versucht, sich in allen Bereichen zu verbessern. Vielleicht achtet man besonders auf das eine oder andere Detail. Insgesamt will man jeden Tag besser werden.

Im Jahr 2027 wirst Du im Rahmen der NHL Global Series Germany mit den Edmonton Oilers in Deiner Heimatstadt Köln spielen. Was bedeutet dir das?

Das ist etwas ganz Besonderes! Wenn du nach deiner Karriere eine Liste schreibst, was du alles im Hockey erleben durftest, dann wird das ganz weit oben stehen. Ich bin dort aufgewachsen, meine Familie und Freunde leben dort. Dass sie vor Ort sind und mir zuschauen, in regulären Saisonspielen, ist richtig cool. Das passiert nicht oft. Ich hatte ja schon das Glück, ein Vorbereitungsspiel in Köln spielen zu dürfen, was auch unglaublich war, aber das ist nochmal etwas anderes. Ich freue mich darauf und werde es genießen.

Leon Draisaitl spricht im Interview mit Sky Sport über die Global Series 2027 in Köln

Weißt du schon, wie viele Tickets Du besorgen musst?

Das wird eine große und lange Liste werden, aber das kriegen wir hin.

Welchen Gegner wünscht Du dir für die Spiele in Deutschland?

Es gibt natürlich ein paar offensichtliche Kandidaten, aber du weißt nie, was passieren wird. Noch ist nichts bestätigt, wir werden also sehen, wer es wird…

Was ist dir von dem Vorbereitungsspiel in 2028 in Erinnerung geblieben?

Für mich hat es sich nicht wie ein Testspiel angefühlt, denn es gab so viel Lärm und Freunde um diese Partie. Es war einzigartig, besonders und einfach so cool. Es waren so viele bekannte Gesichter da. Die Atmosphäre war großartig. Viele Spieler wussten gar nicht, wie sich die Fans in Europa verhalten. Sie fanden es total verrückt.

Wie gehst du mit dem Druck um, in Deutschland so ein großes Vorbild zu sein?

Das ist wirklich das, was ich immer sein wollte. Ich wollte ein Spieler sein, an den man sich erinnern wird. Natürlich müssen große Athleten und Stars auch mit viel Druck umgehen können. Ich setze mich ja auch selbst unter Druck und möchte der bestmögliche Spieler sein. Ich bin mir darüber im Klaren, dass das Erwartungen und Druck schürt. Ich bin stolz darauf, Deutscher zu sein, und nehme diese Verantwortung gerne an.

Tim Stützle wird schon in diesem Jahr in den Genuß von Global Series Spielen in Deutschland kommen. Wie siehst du seine Entwicklung und was erwartet ihn in Düsseldorf?

Er ist in vielen Bereichen gewachsen, aber das ist ganz normal. Er ist erwachsen geworden und hat sich zu einem Elite-Spieler entwickelt. Er ist ein fantastischer Eishockey-Spieler und wird noch besser werden. Es macht Spaß, ihm zuzusehen. Er ist ein toller Junge. Ich verbringe gerne Zeit mit ihm. 

Du hast die Welle von neuen deutschen Top-Talenten, die in die NHL gekommen sind, angeführt. Wie siehst du Moritz Seider, Tim Stützle, JJ Peterka und all die anderen, die dir gefolgt sind?

Das ist großartig für unser Land und unseren Hockey-Markt. Es ist verrückt, denn sie sind noch so jung und haben mich spielen sehen, als sie noch Kinder waren - ich bin aber auch nur fünf Jahre älter als sie. Es ist echt ein komischer Altersunterschied. Ich bin gerade im besten Hockey-Alter, aber sie sind jetzt schon Elite-Spieler. Wenn ein junger schwedischer Verteidiger in die Liga kommt, dann sieht er vielleicht zu (Victor) Hedman auf, der 35 Jahre alt ist. Oder (Macklin) Celebrini, der in der Nationalmannschaft mit Sid (Sidney Crosby) zusammenspielt, der 39 ist. Ihr versteht meinen Punkt oder? Das ist einzigartig.

JJ Peterka spricht im Interview mit Sky Sport über die Global Series 2027 in München

Wie ist das Verhältnis untereinander?

Ich weiß, dass sie als Kinder zu mir aufgesehen haben und dass Timmy (Stützle) den Pfad folgen möchte, den ich als Stürmer eingeschlagen habe, was das Toreschießen und diese Dinge angeht. Aber ich bin nicht alt genug. Wir sind Freunde. Wir ziehen uns gegenseitig auf. Es ist einfach ein lustiger Altersunterschied.

Warum ist Deutschland so ein wichtiger Markt für die NHL?

Zunächst einmal weiß ich nicht, ob ich voreingenommen bin, aber ich halte das für wirklich clever. Ich glaube, hier steckt noch viel ungenutztes Potenzial. Ich glaube, dass die Menschen in Deutschland Sport-verrückt sind. Es ist ein ziemlich großes Land. Es gibt hier zwar bereits eine Eishockeykultur, aber sie ist noch nicht so weit entwickelt wie die in Russland, Schweden oder Finnland, wo Eishockey schon der Nummer-1-Sport ist. Ich glaube also, dass es viel Potenzial gibt, und ich freue mich sehr darüber.

Wie hat sich das Eishockey in Deutschland in den letzten zehn, 15 Jahren entwickelt?

Du weißt nie, wie weit so eine Entwicklung reichen kann. Das Wachstum ist aber schon einmal groß, auch wenn noch große Schritte vor uns liegen. Man muss nur mal auf die Schweiz schauen, die es geschafft haben, bei Turnieren konstant unter den besten fünf Mannschaften zu stehen. Das sollte der nächste Schritt für uns sein.

Bei den Edmonton Oilers ist die Erwartungshaltung immer eine hohe nach zwei Stanley Cup Finals in den letzten drei Jahren. Wie groß ist die Dringlichkeit, das ultimative Ziel jetzt erreichen zu müssen?

Genau deshalb haben wir im Sommer gewisse Entscheidungen getroffen. Wir kennen die Umstände, gleichzeitig kannst du nichts erzwingen, das hat noch nie funktioniert. Es ist also ein schmaler Grat. Diesen unbedingten Willen haben ja auch die 31 anderen Teams. Wir müssen es Schritt für Schritt angehen, als Mannschaft zusammenkommen, einen guten Start aufs Eis legen und ein gutes Team aufbauen.

Wie waren die Gespräche mit Eurem neuen Trainer Mike Babcock?

Er war überragend zu uns. Wir sind uns darüber bewusst, dass er eine gewisse Vorgeschichte mitbringt. Aber wir hatten großartige und ehrliche Gespräche über alles und haben alles auf den Tisch gelegt. Er wird etwas einbringen, was uns schon lange fehlt, und wird uns antreiben, besser zu werden. Er wird uns fordern. Jetzt gerade ist es das, was wir brauchen. Er wird sich gut einfügen.

Siehst Du bereits Unterschiede zwischen dem internen Umgang und der Außendarstellung?

Ja, ich habe mich auch schon mit vielen Leuten über ihn unterhalten. Hymes (Zach Hyman) hat jahrelang unter ihm gespielt. Es gibt viele positive Dinge über ihn zu sagen. Er hat in der Vergangenheit viel dazugelernt. Vielleicht würde er die eine oder andere Entscheidung heute anders treffen. Ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten.

Was erwartest du von der Steigerung von 82 auf 84 reguläre Saisonsspiele?

Ich denke, dass der Saisonstart die größte Herausforderung für alle Mannschaften sein wird. Du musst sofort voll da sein. Abgesehen davon sehe ich keine großen Unterschiede. Am Ende des Tages sind es zwei Spiele mehr, die jeder absolvieren muss.

Wenn du alle 84 Spiele spielst, dann wirst du Marco Sturm für die meisten NHL-Spiele eines Deutschen übertreffen. Was bedeutet dir die Jagd noch solchen Rekorden?

Das ist etwas Besonderes und ich bin stolz darauf, aber ich spiele dieses Spiel nicht um jemanden zu überholen. Natürlich spiele ich auch für mich, meinen Namen, mein Erbe als Hockey-Spieler. Ich möchte die bestmögliche Karriere haben und so viel gewinnen wie möglich. Aber ich war nie ein Fan davon jetzt Marco Sturm zu überholen und hinter mir zu lassen. Dafür respektiere ich ihn viel zu sehr für das, was er für unser Land geleitet hat. Andererseits bin ich natürlich stolz darauf, keine Frage.

Was hältst du von deinem deutschen Mitspieler Josh Samanski und seiner Entwicklung?

Ich bin wirklich beeindruckt. Er ist ein guter Hockey-Spieler. Die kommende Saison wird wichtig für ihn werden. Hoffentlich kann er den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und uns weiterhelfen.

Schau dir Josh Samanskis beste Spielzüge der Saison an

Glaubst Du, es hilft ihm, Dich in der Kabine zu haben?

Es würde mich schon freuen, wenn ich ihm helfen konnte, dass er sich besser fühlt und mit allen ins Gespräch kommt. Er ist ziemlich schlagfertig. Ein lustiger Junge. Er ist toll, er hat echt was zu bieten und es macht Spaß, mit ihm zusammen zu sein.

Was ist der Schlüssel für die Edmonton Oilers, um in dieser Saison Erfolg zu haben?

Ein guter Start! Wir müssen uns als Mannschaft und jeder einzelne seine Rolle finden. Das wird das Wichtigste für uns sein.

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