Schaefer on ice

Vor dem Start der NHL Preseason 2025/26 am 20. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: New York Islanders

Nach dem Verpassen der Stanley Cup Playoffs im vergangenen Frühjahr (35-35-12 zu 82 Punkten, Rang sechs in der Metropolitan Division) richten sich die Augen der Fans der New York Islanders in diesen Tagen, so kurz vor dem Beginn der Preseason, wieder erwartungsvoll nach vorne.

Doch so groß die Vorfreude auf die neue Spielzeit nach den eishockeyfreien Monaten auch ist, bleiben bei den New Yorker Vorstädtern dennoch einige Fragen offen, deren Antworten sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig darstellen.

Nach einem Sommer voller Veränderungen in der Führungsetage und bei der Förderung junger Talente sind alle bei den Islanders grundsätzlich bereit, ein positives sportliches Zeichen zu setzen. Doch die Erfolgsaussichten hängen von einigen entscheidenden Faktoren ab, deren Auswirkungen sich noch nicht absehen lassen. Alle Augen im Umfeld des Klubs werden zunächst auf Matthew Schaefer gerichtet sein, dem vielgepriesenen Nummer-1-Pick der Islanders aus dem NHL Draft 2025.

Matthew Schaefer von New York Islanders gedraftet

Der 18-jährige Senkrechtstarter hat mehrfach deutlich gemacht, dass es sein klares Ziel ist, am 9. Oktober beim Auftaktspiel in die Saison 2025/26 gegen die Pittsburgh Penguins in der Startaufstellung zu stehen. Auch wenn es naheliegend wäre, dass der junge Verteidiger besser noch ein weiteres Jahr in der OHL verbringen sollte, scheinen die Verantwortlichen der Islanders ihm einen direkten Einstieg in die NHL durchaus zuzutrauen.

General Manager Mathieu Darche hat jedenfalls schon einmal öffentlich seine feste Absicht bekundet, Schaefer in der Preseason ausgiebig in der NHL-Formation zu testen. Gut gebrauchen könnte das Team die Verstärkung, denn die Verteidigung der Islanders wurde in der letzten Saison durch zahlreiche Verletzungen stark geschwächt, und die Aussicht auf eine Top-4-Verteidigung mit Schaefer, Adam Pelech, Ryan Pulock und Alexander Romanov ist verlockend.

Ein junger, dynamischer Verteidiger wie Schaefer könnte genau den Schub bringen, den diese Abwehr dringend benötigt. Ob er sportlich wirklich schon so weit ist, wie es sich die Islanders wünschen, bleibt jedoch vorerst noch ein paar Wochen abzuwarten.

Ein weiteres Fragezeichen ergibt sich vor Saisonstart bei den Special Teams der New Yorker. Es ist kein Geheimnis, dass diese in der vergangenen Saison miserabel waren. Platz 31 sowohl im Powerplay als auch im Penalty Killing ist in der NHL ein sicheres Rezept für sportliches Scheitern – und genau das ist den Islanders widerfahren, als sie die K.o.-Runde am Ende doch recht klar verpassten.

In einem von den Verantwortlichen als bedeutend eingestuften Schritt holten die Islanders die Assistenztrainer Ray Bennett und Bob Boughner nach Long Island, um in diesen Disziplinen das Ruder herumzureißen. Boughners Erfolgsbilanz bei den San Jose Sharks, wo er das Penalty Killing von 2019 bis 2022 auf den zweitbesten Wert der Liga (84,0 %) brachte, spricht für sich.

Im Powerplay dürfte die Verpflichtung von Jonathan Drouin für den dringend benötigten Schub sorgen. Der Spielmacher erzielte in der vergangenen Saison in nur 43 Spielen für die hochkarätigen Colorado Avalanche zwölf Powerplay-Punkte. Den Islanders fehlte bislang ein echter Quarterback im Überzahlspiel, und Drouins Qualitäten könnten der Schlüssel sein, um das Offensivpotenzial auszuschöpfen.

Weitere sportliche Verbesserungen sollen sich in der Saison 2025/26 aus der Weiterentwicklung bereits vorhandener Spieler ergeben. Einer von ihnen ist Simon Holmstrom, den die Islanders in der ersten Runde des NHL Draft 2019 auswählten. In drei Spielzeiten hat er inzwischen 200 Spiele bestritten und sich jedes Jahr gesteigert.

Im Vorjahr stellte er mit 20 Toren, 25 Assists und 45 Punkten neue Karrierebestmarken auf. Holmstrom unterzeichnete in dieser Offseason einen Zweijahresvertrag im Wert von 3,625 Millionen US-Dollar pro Saison und dürfte für den endgültigen Durchbruch bereit sein.

BUF@NYI: Holmstrom baut die Führung der Islanders im zweiten Drittel aus

Die Islanders erwarten zahlreiche aussichtsreiche Flügelstürmer im Trainingslager, doch Holmstrom sollte bereits einen Platz unter den Top-6 sicher haben. Er erzielte seine Zahlen weitgehend ohne Powerplay-Eiszeit. Sollte er zum Saisonstart mehr Einsatzzeit in Überzahlsituationen bekommen, dürften seine Werte weiter ansteigen. Die Aussicht, gemeinsam mit etablierten Kräften wie Mathew Barzal oder Bo Horvat zu spielen, könnte seinen Anteil am Mannschaftserfolg zusätzlich erhöhen.

Auch Maxim Tsyplakov, vor der Saison 2024/25 aus Russland verpflichtet, wusste in seiner ersten NHL-Saison zu überzeugen. Der 26-Jährige erzielte zehn Tore und 25 Assists bei durchschnittlich 15 Minuten Eiszeit pro Partie. Jüngst verlängerte er seinen Vertrag um zwei Jahre, um auf Long Island zu bleiben. Sollte er in diesem Jahr eine größere Rolle im Angriff übernehmen, ist eine Leistungssteigerung zu erwarten.

Zudem verpflichteten die Islanders Maxim Shabanov aus Russland, der in dieser Offseason einen Rookie-Vertrag erhielt. Ob er gemeinsam mit Landsmann Tsyplakov stürmen oder getrennt eingesetzt wird – beide „Maxims“ werden viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Angesichts eines alternden und teuren Kaders ist es für General Manager Mathieu Darche und Trainer Patrick Roy wichtig, junge, kostengünstige Talente zu entwickeln. Shabanov und Tsyplakov könnten dazu beitragen und zeigen, dass bei den Islanders mehr zu beobachten ist als nur Nummer-1-Pick Schaefer.

Voraussichtliche Aufstellung

Jonathan Drouin – Bo Horvat – Kyle Palmieri

Anders Lee – Mathew Barzal – Simon Holmstrom

Anthony Duclair – Jean-Gabriel Pageau – Maxim Shabanov

Maxim Tsyplakov – Casey Cizikas – Emil Heineman

Alexander Romanov – Tony DeAngelo

Adam Pelech – Ryan Pulock

Matthew Schaefer – Scott Mayfield

Ilya Sorokin

David Rittich

NSH@NYI: Sorokin erzielt ein Goalie-Tor

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Calum Ritchie (F) – Ritchie wurde am 6. März zusammen mit Verteidiger Oliver Kylington und zwei Draft-Picks im Tausch gegen die Stürmer Brock Nelson und William Dufour von den Avalanche verpflichtet. In der vergangenen Saison erzielte er in 44 Spielen für Oshawa in der OHL 70 Punkte (15 Tore, 55 Assists). Der 20-Jährige schaffte es zunächst in die Kader-Truppe aus Denver, wurde nach einem Tor in sieben NHL-Spielen jedoch wieder in die Juniorenliga zurückgeschickt. In New York ruhen nun große Erwartungen auf ihm.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Nach dem enttäuschenden Verpassen der Stanley Cup Playoffs 2025 ist die Rückkehr in die K.o.-Runde im kommenden Frühjahr das große Ziel der Islanders. Gelingt dies, wird man in New York mit der Reaktion der Mannschaft zufrieden sein. Alles andere wäre den Fans der Organisation wohl nur schwer zu vermitteln – zumal die Erwartungshaltung nach dem Schaefer-Coup im NHL Draft 2025 im Umfeld weiter gestiegen ist.

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