Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel offen. Erneut war es Zacha (26.), der die Bruins in Führung brachte, diesmal nach einem perfekt getimten Zuspiel von Viktor Arvidsson. „Wir haben uns kurz angesehen, und ich wusste, dass er mich sieht“, erklärte Zacha. „Das war ein perfekter Pass.“
Doch Montreal ließ sich nicht abschütteln. Josh Anderson stellte nach einem harten Zweikampf vor dem Tor auf 2:2 (34.). Insgesamt zeigte sich das Heimteam vor allem im Forechecking aggressiv. Das war ein Faktor in diesem Duell, der laut Mike Matheson entscheidend war: „Wir wussten, dass sie ein Back-to-back-Spiel haben. Das wollten wir ausnutzen.“
Im Schlussdrittel neutralisierten sich beide Teams weitgehend, ehe die Verlängerung die Entscheidung bringen musste – mit dem besseren Ende für Montreal.
Historische Zahlen und ein Blick nach vorn
Neben dem dramatischen Spielverlauf sorgten zahlreiche Statistiken für zusätzliche Brisanz. Caufield ist nicht nur der erste 40-Tore-Schütze der Canadiens seit über 30 Jahren, sondern auch der erste US-Amerikaner in der Geschichte des Franchise, dem dieses Kunststück gelingt. Zudem war es bereits sein 13. Overtime-Treffer. Auch das ist ein Wert, der ihn in der ewigen Bestenliste amerikanischer Spieler weit nach vorne bringt.
Besonders bemerkenswert ist auch seine Bilanz gegen Boston: Sechs Tore in dieser Saison gegen die Bruins unterstreichen, wie sehr ihm dieses Duell liegt. Gegen Swayman traf er laut Statistik sogar zehnmal in elf Spielen.
Auch auf Seiten der Bruins gab es individuelle Highlights. David Pastrnak setzte seine beeindruckende Serie gegen Montreal fort und punktete im 14. Spiel in Folge gegen den Rivalen. Damit zog er mit der Klublegende Bobby Orr gleich.
Für die Canadiens sprechen zudem die Teamzahlen: Immer wenn die Torhüter eine Fangquote über 90 Prozent erreichen, ist Montreal nahezu unschlagbar (27-0-3). Diese Stabilität im Tor – kombiniert mit der wachsenden Offensivstärke um Caufield und Suzuki – macht das Team zu einem ernstzunehmenden Faktor im Playoff-Rennen.
Suzuki brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Das ist genau das, was Cole auszeichnet. 40 Tore sind wahrscheinlich erst der Anfang für ihn. Er ist ein Elite-Torschütze in dieser Liga.“
Und genau danach sah es an diesem Abend aus. In einem Spiel, das alles hatte – Tempo, Intensität, Wendungen und große Einzelmomente – war es am Ende Caufield, der den Unterschied machte. Für Montreal könnte dieser Sieg weit mehr bedeuten als nur zwei Punkte.