Die Ottawa Senators mussten am Mittwochabend in der Capital One Arena einen herben Rückschlag im Rennen um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs 2026 hinnehmen und sich den Washington Capitals mit 1:4 geschlagen geben. Der deutsche Superstar Tim Stützle erzielte den einzigen Treffer für die Gäste, die sich insbesondere über zehn Minuten im zweiten Drittel ärgerten.

Nur Stützle trifft für Ottawa

Vom rechten Faceoffpunkt spielte Claude Giroux einen scharfen Pass vors Tor. Dort ging Stützle auf das rechte Knie runter, streckte den linken Fuß nach vorne und lenkte den Puck mit der Kelle zwischen den Beinen artistisch ins Tor (58.). Das 1:2 kurz vor Schluss mit einem Extra-Angreifer auf dem Eis aber sollte das einzige Senators-Tor an diesem Abend bleiben.

Stützle beendete damit seine Mini-Durststrecke von zwei Spielen ohne Scorerpunkt. Davor hatte er in 14 Spielen in Folge immer gepunktet (8-11-19) und führte Ottawas Aufholjagd federführend an.

Auch an diesem Abend ließ der 24-jährige Stürmer aus Viersen nichts unversucht. Bei 21:09 Minuten Eiszeit verbuchte Stützle mit vier Torschüssen die meisten aller Senators-Spieler, gewann 62,5 Prozent seiner Faceoffs und teilte vier Checks aus.

OTT@WSH: Stützle lenkt den Puck unmittelbar vor dem Tor artistisch ins Ziel

Am Ende aber stand auch ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

„Gerade ist es echt ätzend“, so Stützle. „Wir hatten genug Chancen. Sie haben genau das gemacht, was wir eigentlich machen wollten und haben schnell gespielt, als wir den langen Wechsel hatten. Sie haben uns in die Banden gehämmert und den Aufbau erschwert. Wir haben jedes Mal den Puck verloren.“

Mit 35:25 Torschüssen hatte Ottawa einen klaren Schuss- und Chancen-Vorteil. Washingtons Torwart Logan Thompson aber erhielt die Auszeichnung „First Star of the Game“ nicht ohne Grund (34 Saves, 97,1 Prozent Fangquote).

„Ich muss ihren Torwart loben, er hat ein paar wichtige Paraden gezeigt“, sagte Stützle. „Aber insbesondere im Powerplay müssen wir mehr zum Tor ziehen und dem Torwart die Sicht nehmen. Da dürfen wir nicht nur auf den Außen bleiben. Das gilt für uns alle. Auch bei 5-gegen-5 müssen wir vor dem Tor sein und Schüsse durchbekommen.“

Zehn verflixte Minuten

Der Knackpunkt im Spiel der Senators war im zweiten Drittel. Binnen 10:04 Minuten gingen die Capitals in Führung. Alex Ovechkin, der beste NHL-Torjäger aller Zeiten, stellte seinen rechten Schlittschuh in einen perfekten Winkel, sodass ein harter Pass von Rasmus Sandin unhaltbar abgelenkt wurde (29.). Ein Schuss von Tom Wilson aus spitzem Winkel vom linken Flügel erwischte wiederum den ansonsten starken Torwart Linus Ullmark (21 Saves, 91,3 Prozent Fangquote) auf dem falschen Fuß (39.).

„Wir waren in zehn Minuten im zweiten Drittel nicht gut, was uns das Spiel gekostet hat. Es war aber ganz allgemein nicht gut genug, so einfach ist das. Zu diesem Zeitpunkt in der Saison brauchst du diese Playoff-Einstellung“, haderte Ottawas Verteidiger Thomas Chabot. „Sie haben gut gespielt und uns mit unseren eigenen Waffen geschlagen. Das kann passieren. Es ist, wie es ist. Wir hatten viele Chancen und hätten viele Tore schießen müssen. Da müssen wir Thompson loben. Er hat gut gespielt und wichtige Paraden gezeigt.“

OTT@WSH: Ovechkin lenkt den Puck mit dem Schlittschuh zum 1:0 ins Tor

„Wir haben genug gegeben, um zu gewinnen“, befand auch Senators-Trainer Travis Green. „Es waren zehn Minuten im zweiten Drittel, in denen wir nicht unser bestes Hockey gespielt haben. Wir haben die Pucks nicht hinter sie gespielt, waren ein wenig müde beim Checking und haben mehr Zeit in unserer Zone verbracht, als wir wollten. Daraus haben sie Kapital geschlagen. Ihr Goalie hat im ersten Drittel gut gehalten. Wir hatten genug Chancen, um zwei bis vier Tore zu schießen. Es ist eine enttäuschende Niederlage. Es war ein hart-umkämpftes Spiel mit uns auf der Verliererseite.“

Mittendrin, statt nur dabei

Zwei Empty-Net-Treffer von Aliaksei Protas (59.) und Cole Hutson (60., im Powerplay) schraubten den Endstand auf 4:1, was deutlicher klingt, als es war. Für Ottawa bedeutet dies einen Rückschlag im Playoff-Rennen in der Eastern Conference.

„Unser Spiel heute hat uns nicht gefallen, aber wir haben schon morgen die Chance, es besser zu machen. Das wird ein wichtiges Spiel werden. Wir wollen eine Antwort geben“, fordert Chabot vor dem Back-to-Back-Heimspiel am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 0 Uhr MEZ) gegen die New York Islanders. „Wir müssen als Mannschaft eine Antwort geben“, so der Abwehrchef der Senators. „Wir sind stolz darauf, wie wir spielen. Leider sind wir heute ein wenig davon abgekommen. Wir wollen sichergehen, dass wir morgen eine Antwort geben.“

Ottawa (34-24-9) hat fünf Punkte Rückstand auf die beiden Wildcard-Plätze in der Eastern Conference, die aktuell von den Boston Bruins (37-23-8) und den Detroit Red Wings (37-23-8) gehalten werden.

Noch am 24. Januar hatten die Senators neun Punkte Rückstand. Seitdem kommen sie in 16 Spielen auf eine 11-3-2-Bilanz. Zuletzt wurden fünf von sechs Spielen gewonnen.