Die Edmonton Oilers haben das erste Spiel ohne ihren verletzten deutschen Superstar Leon Draisaitl am Dienstagabend im Rogers Place mit 5:3 gegen Verfolger San Jose Sharks gewonnen. Die Lücke, die eigentlich nicht zu füllen ist, schloss Edmonton an diesem Abend dank eine Menge Secondary Scoring mit fünf unterschiedlichen Torschützen. Ryan Nugent-Hopkins etwa traf aus Draisaitls Lieblingsposition im Powerplay. Derweil gab Oilers-Trainer Kris Knoblauch eine neue Wasserstandsmeldung zur Ausfalldauer von Draisaitl ab.

Oilers füllen die Lücke als Kollektiv

Mit Spannung war erwartet worden, wie Edmonton im ersten Spiel ohne Draisaitl reagieren würde, wie die Oilers den Scoring-Touch des Kölners kompensieren würden. Die Antwort: Fünf unterschiedliche Torschützen und 13 Spieler, die mindestens einen Scorerpunkt verbuchten. Oder anders gesagt: Die Lücke in der Spitze wurde mit viel Tiefe versucht zu füllen.

„Exakt. Wir werden nicht in jedem Spiel fünf Tore schießen können, aber es ist schön, wenn Jungs etwas beitragen“, sagte Power Forward Zach Hyman (1-0-1). „Niemand wird Leon ersetzen können. Er ist einer der besten Spieler der Welt. Wir haben als Kollektiv funktioniert, jeder hat sein Spiel auf ein höheres Niveau gehoben und etwas beigetragen.“

„Wir hatten darüber gesprochen, dass niemand seinen Platz einnehmen kann. Wir müssen das also bis zum Ende der regulären Saison gemeinsam schaffen und schauen, wo wir landen. Heute haben wir es gut gemacht, was wichtig war“, so Center Adam Henrique (0-2-2). „Wir müssen darauf aufbauen und es konstant zeigen. Ich würde am liebsten da rausgehen und einfach Leon sein, aber so funktioniert es nicht. Heute war es ein Schritt in die richtige Richtung.“

„Die Beiträge von allen waren wichtig heute. Je länger die Saison dauert, desto mehr brauchst du von jedem einzelnen Spieler“, betonte auch Verteidiger Connor Murphy (1-0-1). „Immer, wenn ein Star-Spieler ausfällt, dann müssen seine Minuten von anderen gespielt werden. Alle müssen sich zeigen. Das bedeutet nicht, genau dasselbe Spiel zu kopieren, sondern seine eigenen Stärken einzubringen. Es ist ein Klischee, wenn man sagt, dass dann jeder etwas beitragen muss. Aber es ist wahr.“

Auch Coach Knoblauch schlug in dieselbe Kerbe: „Es wird immer Verletzungen geben. Jede Verletzung ist eine Chance für einen anderen Spieler. Solange andere Spieler sich steigern, wird alles gut werden.“

Leistungssteigerung im dritten Drittel

Zu diesen zählte etwa Ryan Nugent-Hopkins, der im Powerplay den Lieblingsplatz von Draisaitl im rechten Faceoff-Kreis einnahm und einen Querpass von Connor McDavid per Direktabnahme zum 1:1 verwandelte (11.). Murphy (12.) und Vasily Podkolzin (15.) drehten das Spiel - insgesamt fielen drei Tore binnen 4:18 Minuten.

SJS@EDM: Nugent-Hopkins übernimmt im Powerplay den Platz von Draisaitl und trifft per Direktabnahme

Im zweiten Durchgang aber kamen die Sharks zum Ausgleich. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Oilers-Torwart Connor Ingram (27 Saves, 90 Prozent Fangquote) erwies sich in dieser Phase als sicherer Rückhalt.

„Er hat großartig gespielt, den Spielstand bei 3:3 gehalten und uns eine Chance gegeben, zu gewinnen“, lobte Hyman seinen Schlussmann.

Einen stabilen Auftritt im Schlussdrittel belohnten Max Jones (45.) und Hyman (49.) mit zwei weiteren Treffern, der zu einem 5:3-Heimsieg führte.

„Nach einem schweren zweiten war es ein großartiges drittes Drittel“, befand Hyman. „Das war ein wichtiger Sieg. Wir hatten Momentum und konnten weiter Druck machen. Wenn du immer wieder solche Wechsel fährst und viel Zeit in der Offensivzone hast, dann arbeitest du deinen Gegner auf.“

„Wir haben hart und einfach gespielt“, pflichtete Henrique bei. „Sie hatten im zweiten Drittel gedrückt, haben im dritten Drittel aber unser Forechecking wieder etabliert, was sich für uns ausgezahlt hat.“

„Wir haben unser Spiel vereinfacht und direkter gespielt“, attestierte Knoblauch. „Wir haben Jungs gebraucht, die sich zeigen, denn niemand wird Leon ersetzen können. Das wird nicht passieren. Aber kollektiv mussten wir ein bisschen besser spielen. Alle drei Spieler in unserer vierten Reihe haben heute den Unterschied gemacht.“

Gemeint sind Max Jones (1-0-1), Henrique (0-2-2) und Trent Frederic (0-1-1), die es als vierte Linie kumuliert auf vier Scorerpunkte (1-3-4) brachten. Der Deutsche Josh Samanski centerte die dritte Reihe neben Podkolzin (1-0-1) und Kasperi Kapanen (0-0-0), blieb bei 10:53 Minuten Eiszeit aber ohne Torschuss und Scorerpunkt.

Edmonton (34-26-9) wehrte den Angriff von San Jose (32-28-6) ab und hat als Zweiter in der Pacific Division sechs Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz.

Draisaitl soll während der Playoffs genauer untersucht werden

Ins Rennen um die Stanley Cup Playoffs wird Draisaitl nicht mehr eingreifen können. Der 30-Jährige laboriert nach einem Check in die Bande von Ozzy Wiesblatt im Spiel gegen die Nashville Predators an einer nicht näher klassifizierten Unterkörperverletzung.

Ähnliches: Draisaitl fällt vermutlich bis Saisonende aus

Knoblauch gab am Dienstag weitere Details zu Draisaitls Verletzung und seiner erwarteten Rückkehr bekannt: „Ihr habt den Check sicher gesehen. Es fühlte sich nicht gut an, also ging in die Kabine, um sich untersuchen zu lassen. Das medizinische Team und Leon führten einige Tests durch, nur vorläufige Untersuchungen, um herauszufinden, wie es aussieht. Leon fühlte sich gut genug, um es zu versuchen, und es gab nichts Ungewöhnliches, nichts Dramatisches, das darauf hindeutete, dass etwas nicht in Ordnung wäre. Also hat es Leon noch einmal probiert. Offensichtlich hatte er wohl noch etwas Adrenalin in seinem Körper, und natürlich ist er der Kämpfer, der er ist, der schon früher mit leichten Beschwerden gespielt hat. Ich bekomme die Nachricht, dass er es versuchen will, dass er die Freigabe hat und spielen kann. Also spielt er einen Wechsel und spürt: ‚Nein, das fühlt sich nicht ganz richtig an‘, und war raus für dieses Spiel. Am nächsten Tag macht er ein MRT, und wir stellen fest, dass es etwas Ernsteres ist. „Derzeit orientieren wir uns am Ende der regulären Saison. Sobald die Playoffs beginnen, werden wir die Lage neu bewerten. Das ist der aktuelle Stand.“

Edmonton empfängt am Donnerstag (9 p.m. ET; Freitag 2 Uhr MEZ) die Florida Panthers zur Neuauflage der jeweils verlorenen Stanley Cup Finals 2024 und 2025.

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