Die (Playoff-) Hoffnung lebt bei den New Jersey Devils! Im Hudson-River-Derby landeten die Gäste aus Newark am Mittwochabend einen wichtigen 6:3-Auswärtssieg bei den New York Rangers im Madison Square Garden. Mit Nico Hischier (1-1-2) und Timo Meier (1-0-1) waren zwei Schweizer Stürmer unter den Torschützen.

Hischier bricht den Bann mit Baseball-Tor

Die Devils gaben mit 39:18 Torschüssen klar den Ton an. Alleine im ersten Drittel waren es 17:2 Schüsse, trotzdem stand nach 15:20 Minuten ein 0:1-Rückstand auf der Anzeigetafel. Erst nach 16:14 Minuten brach für New Jersey der Bann, als Hischier im Powerplay zuschlug. Der Kapitän lauerte im Powerplay vor dem rechten Pfosten, nahm einen hoch abgefälschten Puck gekonnt aus der Luft ab und traf per Baseball-Schwung zum 1:1 (17.).

„Ich habe nie Baseball gespielt. Der Sport ist bei uns nicht gerade groß“, grinste Hischier. „Der Puck war direkt vor mir und ich wollte ihn nicht am höchsten Punkt treffen. Ich musste also warten, bis er ein wenig runterkommt, habe dann meinen Schläger dranbekommen und er ist reingegangen. Es ist ein großartiges Gefühl.“

NJD@NYR: Hischier schlägt den Puck im Powerplay aus der Luft ins Tor

Mit seinem 195. NHL-Treffer überholte Hischier Zach Parise für die fünftmeisten in der Franchise-Geschichte (Devils, Rockies, Scouts). Gleichzeitig ermöglichte er seinem Teamkollegen Jesper Bratt den 500. NHL-Scorerpunkt. Der Schwede ist erst der fünfte Spieler in der Franchise-Geschichte nach Patrik Elias, John MacLean, Travis Zajac und Kirk Muller, dem dieses Kunststück gelingt.

Arseny Gritsyuk stellt bei 19:16 die verdiente Führung her, als er nach einem Coast-to-Coast-Solo zum 2:1 traf (20.).

„Das Tor am Ende hat ein Ausrufzeichen gesetzt, denn es war ein gutes Drittel von uns“, atmete Devils-Trainer Sheldon Keefe auf. „Wir hatten unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben zurückgeschlagen.“

Brown bestätigt aufstrebendes Powerplay

Nach dem erneuten Ausgleich der New Yorker brachte Connor Brown New Jersey mit dem zweiten Powerplay-Tor an diesem Abend (2/4, 50 Prozent Erfolgsquote) erneut in Führung (32.).

Hischier verzeichnete bei diesem Treffer den sekundären Assist und machte damit sein 111. Multi-Punkte-Spiel in der NHL perfekt, womit er auf Rang acht der Franchise-Historie mit Aaron Broten gleichzog.

„Unser Powerplay ist solide. Wir bleiben dran“, sagte Brown über das zehntbeste Überzahlspiel der Liga (22,9 Prozent Erfolgsquote), das seit der Olympia-Pause sogar auf 32,3 Prozent (2.) kommt.

Meier und Hughes tragen zum Derbysieg bei

Im dritten Drittel baute Meier die Devils-Führung auf 4:2 aus (47.). Der Power Forward fand den freien Puck und schleuderte ihn technisch anspruchsvoll mit einer 360-Grad-Drehung um die eigene Achse ins Ziel.

NJD@NYR: Meier setzt nach, dreht sich um 360 Grad und staubt ab

Meier verzeichente mit fünf Torschüssen die meisten an diesem Abend - gleichauf mit Jack Hughes, der für das 5:3 verantwortlich zeichnete, als mit einem wuchtigem Schlagschuss traf (54.).

„Ich hatte heute so viele Chancen. Ich wollte dieses Tor unbedingt schießen und die Arena anstecken“, berichtete Hughes, der seit seinem Goldenen Tor für die USA im Finale der Olympischen Spielen 2026 in elf Spielen auf satte 18 Scorerpunkte (6-12-18) kommt.

Bratt veredelte den Derbysieg schlussendlich mit dem 6:3 (57.).

„Wir haben gut gespielt und haben unseren Gameplan gut umgesetzt. Am Ende war es ein verdienter Sieg“, fasste Hischier die 60 Minuten zusammen.

„Immer, wenn du sechs Tore schießt, dann war es ein guter Abend. So viele davon hatten wir in dieser Saison nicht“, freute sich Keefe.

5-0-1 lautet die Devils-Bilanz aus den letzten sechs Duellen mit dem großen Rivalen. Den erneuten Derbysieg kostete auch Hughes voll aus: „Es macht immer Spaß im Garden. Es ist eine unglaubliche Atmosphäre, Eisfläche und Fans. Es waren viele Devils-Fans hier. Es macht immer Spaß, hier zu spielen.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt

New Jersey hat in den letzten neun Spielen eine 7-2-0-Bilanz und konnte drei Spiele in Serie gewinnen. Der Trend zeigt für die Devils also klar nach oben.

„Es zeigt uns, zu was wir in der Lage sind. Wir wollen hier Konstanz aufbauen und für den Rest der Saison unseren Stil spielen“, sagt Hischier. „Wir müssen daran glauben, in jedem Spiel hart arbeiten und uns als Mannschaft gut fühlen. Der Glaube kehrt zurück, dass wir ein gutes Hockey-Team sind.“

Ähnliches: Die Lage der Liga - ein Monat vor Beginn der Playoffs

Allerdings muss New Jersey einen klaffenden Rückstand von zehn Punkten auf den zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference aufholen.

„Es ist nicht leicht, weil wir so viel Rückstand haben“, weiß Hughes, aber: „Wir gehen es von Spiel zu Spiel an und wollen einfach weiter gewinnen. Wir wollen hungrig bleiben, denn erstens sind wir seit Jahren eine Mannschaft, die konkurrenzfähig ist und zweitens ist es nicht vorbei bis es vorbei ist. Es ist noch viel Hockey übrig. Wenn wir einen Lauf starten, dann weißt du nie, was noch passieren kann. Was wir kontrollieren können, ist, dass wir so viele Spiele gewinnen wie möglich und dabei unser bestes Hockey spielen. Wir wollten die New Jersey Devils mit Stolz repräsentieren.“

Auf ihrem Fünf-Spiele-Roadtrip gastieren die Devils nacheinander bei den Washington Capitals, Dallas Stars, Nashville Predators und Carolina Hurricanes.

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