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Die Boston Bruins müssen mindestens noch ein Spiel auf den Gewinn der Presidents' Trophy als bestes Team der regulären Saison 2022/23 warten. Grund dafür ist die überraschende 1:2-Heimniederlage am Dienstag gegen die Nashville Predators. Damit endete zugleich die jüngste Siegesserie des NHL-Tabellenführers aus Massachusetts nach sieben Spielen.

"Es ist uns nicht gelungen, unseren gewohnten Standard zu erreichen. Die Abläufe und die Details haben nicht gestimmt. Das alles hat uns vom Erfolgsweg abgebracht", führte Bruins-Kapitän Patrice Bergeron als Gründe für die Pleite vor eigenem Publikum im TD Garden an. Sein Stürmerkollege Brad Marchand stimmte dieser Einschätzung zu. "Wenn wir unsere normale Leistung abrufen, regelt sich meistens alles ganz von selbst. Das war diesmal nicht der Fall. Natürlich wäre es schön gewesen, die Presidents' Trophy heute Abend zu holen. Doch das haben wir leider nicht geschafft", sagte er.
Nach Ansicht von Bostons Trainer Jim Montgomery ist das schwache Powerplay eine wesentliche Ursache dafür gewesen, dass seine Schützlinge zum vierten Mal in dieser Saison ein Heimspiel nach regulärer Spielzeit verloren haben. "Wenn man in Überzahl auf der Höhe ist, entwickelt man Gefahr vor dem gegnerischen Tor und nutzt seine Chancen. Nashville ist es allerdings gelungen, die Pucks nach unseren Schüssen aus der Gefahrenzone zu bringen", analysierte er. Keine ihrer fünf Gelegenheiten bei numerischer Überlegenheit konnten die Bruins nutzen, um einen Treffer zu landen.

NSH@BOS: Glass schießt das erste Tor des Spiels

Lange Zeit blieb die Begegnung torlos. Erst in der Schlussphase des zweiten Drittels brach Predators-Angreifer Cody Glass den Bann. Er überwand Bostons Schlussmann Linus Ullmark mit einem Schuss aus dem Slot zur 1:0-Führung. Cole Smith erhöhte 1:19 Minuten vor Spielende auf 2:0. Der Anschlusstreffer zum 1:2 durch David Pastrnak zwei Sekunden vor der Schlusssirene kam zu spät, um die Niederlage noch abzuwenden.
"Das war ein komisches Spiel und definitiv nicht unsere beste Vorstellung", befand Bruins-Goalie Ullmark. "Aber zumindest im letzten Drittel haben wir uns ins Zeug gelegt und auf ein Tor gedrängt. Leider haben wir nicht rechtzeitig getroffen", meinte er.
Die nächste Gelegenheit, sich die Presidents' Trophy zu schnappen, besteht für Boston am Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 1 Uhr MESZ). Dann empfangen sie Liga-Schlusslicht Columbus Blue Jackets.
Für die Predators hat sich durch den doppelten Punktgewinn bei den Bruins die Aussicht auf die zweite Wildcard für die Stanley Cup Playoffs in der Western Conference verbessert. Weil die Winnipeg Jets am Dienstag bei den San Jose mit 0:3 den Kürzeren zogen, hat Nashville etwas Boden gut gemacht auf den ärgsten Konkurrenten. Der Rückstand beträgt jetzt nurmehr drei Zähler. Hinzu kommt, dass die Predators noch zwei Spiele in der Hinterhand haben.

Der starke Auftritt der Gäste bei den Bruins war umso bemerkenswerter, da mit den Verteidigern Roman Josi und Alexandre Carrier sowie den Stürmern Ryan Johansen, Filip Forsberg und Matt Duchene ein komplettes Feldspieler-Lineup aus Verletzungsgründen nicht zur Verfügung stand.
Aber die wackeren Predators ließen sich von den widrigen Umständen nicht entmutigen und boten dem Favoriten erfolgreich Paroli. "Wir haben versucht, die Zahl der Puckverluste niedrig zu halten, um Boston keine Gelegenheit zu einfachen Angriffen zu geben. Darüber hinaus haben wir die Räume vor unserem Tor eng gemacht und alles getan, um Schüsse zu blocken. Genau diesen Einsatz braucht man", sagte Nashvilles Coach John Hynes.
Als bärenstarker Rückhalt präsentierte sich einmal mehr Torhüter Juuse Saros. Ihm gelangen 35 Paraden. Pech für ihn, dass ihm Pastrnak praktisch im letzten Augenblick den zweiten Shutout in dieser Saison zunichtemachte.
Die Predators sind immer dann im Vorteil, wenn sie nach zwei Dritteln vorne liegen. 24-1-3 lautet ihre eindrucksvolle Matchbilanz im Anschluss an eine Führung nach 40 Minuten.
Blueliner Ryan McDonagh freute sich über den Coup in Boston. "Das ist ein tolles Gefühl. Wir hatten es mit der Herausforderung zu tun, gegen das beste Team der Liga spielen zu müssen. Auf unseren Einsatz können wir stolz sein", betonte er.
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Am Ende fiel es auch nicht ins Gewicht, dass die Predators wie ihr Kontrahent fünf Powerplays ungenutzt ließ. "Dafür hat unser Penalty-Killing einen ausgezeichneten Job gemacht", hob Angreifer Glass hervor.
Die nächste knifflige Aufgabe steht den Predators am Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 1 Uhr MESZ) bevor, wenn sie in der PPG Paints Arena bei den Pittsburgh Penguins gastieren. Sollte dabei erneut ein Sieg herausspringen, würden die Aktien von Nashville im Hinblick auf die Playoff-Qualifikation weiter steigen.