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Nashville besticht durch Top-Defensive

31 in 31: Predators stellen klanghafte Top-4-Verteidiger und ein finnisches Goalie-Tandem

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Nashville Predators

Bilanz 2017/18: 53-18-11, 1. Platz in der gesamten NHL 
Playoffs 2018: Western Conference Halbfinale (3:4 gegen die Winnipeg Jets) 
Trainer: Peter Laviolette, seit Mai 2014 
Neuzugänge: Dan Hamhuis (Dallas Stars), Connor Brickley (Florida Panthers), Rocco Grimaldi (Colorado Avalanche), Jarred Tinordi (Pittsburgh Penguins), Zac Rinaldo (Arizona Coyotes)
Abgänge: Mike Fisher (Karriereende), Harry Zolnierczyk (Springfield Falcons, AHL), Stefan Elliott (Pittsburgh Penguins), John Ramage (New Jersey Devils), Mark McNeill (Boston Bruins), Anders Lindback, Alexei Emelin, Brandon Bollig, Scott Hartnell, Vernon Fiddler, Cody Bass, Trevor Smith, Scott Valentine, Petter Granberg, Mathew O'Connor (alle Ziel unbekannt)

 

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In den letzten Jahren haben die Nashville Predators eine Mannschaft aufgebaut, die um den Stanley Cup mitspielen kann. Die Playoff-Qualifikation gelang zuletzt viermal in Folge. 2015 war für die Preds noch im Conference-Viertelfinale (2:4 gegen die Chicago Blackhawks) Schluss, 2016 ging es bis ins Conference-Halbfinale (3:4 gegen die San Jose Sharks). Daraufhin kam die Truppe aus Tennessee dem ultimativen Ziel ganz nah: 2017 scheiterte Nashville im Stanley-Cup-Finale (2:4 gegen die Pittsburgh Penguins). 2018 gewannen die Predators die Presidents' Trophy als beste Mannschaft der Hauptrunde, scheiterten als einer der großen Titel-Favoriten jedoch im Conference-Halbfinale (3:4 gegen die Winnipeg Jets).

"Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften", heißt es in einem Sprichwort. Nashville bringt für die Saison 2018/19 für beide Mannschaftsteile jede Menge Qualität mit an den Start. Beeindruckend ist vor allem die Verteidigung samt Goalie-Gespann. Mit dem wohl besten Abwehrbollwerk der NHL will Music City den Heißhunger auf den Stanley Cup stillen.

Video: NSH@WPG: Josi versenkt Onetimer vom Kreis

Symbiose aus defensiven und offensiven Fähigkeiten

Doch was genau macht die D-Corps der Predators eigentlich so stark? Neben der individuellen Klasse der einzelnen Spieler ist es vor allem die Symbiose aus Shutdown-Fähigkeiten sowie Torgefahr von der blauen Linie. In der Vorsaison kassierte "Smashville" gerade einmal 204 Gegentore und stellte die zweitbeste Defensive der Liga hinter den Los Angeles Kings (202). Hinzu kam das sechstbeste Penalty Killing mit 81,9 Prozent Erfolgsquote.

Am anderen Ende des Eises bringen die Abwehrspieler jede Menge Firepower mit: Unglaubliche 206 Scorerpunkte und damit 29,8 Prozent der Preds-Tore wurden von Verteidigern erzielt. Diesen NHL-Bestwert stellte Nashville nun schon dreimal in Folge auf: Zuvor gelang es 2015/16 mit 203 Punkten (1.) sowie 2016/17 mit 181 Punkten (1., wie San Jose). In der letzten Saison zählten die Predators außerdem zu einem von drei Teams in der Liga, die gleich zwei Blueliner mit 50 oder mehr Scorerpunkten stellten: P.K. Subban (16 Tore / 43 Assists / 59 Scorerpunkte) und Roman Josi (14/39/53). Das schafften sonst nur die Toronto Maple Leafs (Morgen Rielly und Jake Gardiner mit je 52 Punkten) sowie die Minnesota Wild (Ryan Suter, 51 und Matt Dumba, 50).

Zwei prominente Pärchen

Das erste Verteidiger-Tandem bilden Kapitän Josi und Ryan Ellis - zwei Abwehrspieler mit hervorragendem Zwei-Wege-Spiel. Der Schweizer stellte 2017/18 teaminterne Bestwerte in Sachen Eiszeit pro Spiel (24:28 Minuten) und Schüsse aufs Tor (253) auf. Der 28-jährige Berner erzielte mit sieben Powerplay-Treffern die meisten unter den Preds-Verteidigern. Sein kanadischer Nebenmann verpasste zwar 38 Spiele aufgrund einer Knieverletzung, kam aber dennoch auf 0,72 Punkte pro Partie, was hochgerechnet auf eine komplette Saison starke 59 Scorerpunkte ergeben hätte. Nashvilles Top-Duo geht zudem mit gutem Beispiel voran und dabei bis an die Schmerzgrenze: Kein Predators-Spieler blockte mehr Schüsse pro Spiel als Linksschütze Josi (1,6) und Rechtsschütze Ellis (1,9). Beide scheinen äußerlich verschieden, doch der 1,87 Meter große Josi ergänzt sich perfekt mit dem laufstarken 1,78 Meter messenden Ellis. Letzterer verlängerte in Music City vorzeitig und unterschrieb einen 50 Millionen US-Dollar schweren Achtjahresvertrag (6,25 Millionen/Jahr).

 

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Die zweite D-Line bilden Mattias Ekholm und P.K. Subban. Hier gibt der extrovertierte Subban den deutlich offensiveren Part. Der 29-jährige Kanadier stellte in der abgelaufenen Saison einen persönlichen Karriere-Bestwert in Sachen Tore (16) und Torschüsse (207) auf und hatte mit 25 Powerplay-Punkten die meisten in der Tennessee-Truppe. Der sozial sehr engagierte Subban zählt zu den absoluten Publikumslieblingen und wird übrigens auch das Cover des neuen NHL19-Spiels zieren. Ekholm hält derweil seinen Partner in der Defensive den Rücken frei (75 Hits und 117 Blocks in 2017/18), weiß aber ebenfalls, wo das Tor steht. Zehn Treffer und 24 Vorlagen (34 Scorerpunkte) belegen die Blueline-Fähigkeiten des 28-jährigen Schweden. Ähnlich wie bei Josi/Ellis ergänzen sich auch Ekholm/Subban: Ekholm misst 1,92 Meter und schießt links, Subban ist 1,83 Meter groß und schießt rechts.

Wie sich das dritte Pärchen zusammensetzen wird, ist noch offen: Matt Irwin (30), Neuzugang Dan Hamhuis (35, Dallas Stars) und der Schweizer Yannick Weber (29) konkurrieren um die letzten zwei Startplätze. Anders als die offensiv so wuchtigen Top-4-Reihen, schlüpft die dritte Linie eher in Shutdown-Rollen.

Video: MIN@NSH: Subban per Schlagschuss gegen Stalock im PP

"Rinne Wall" wie guter Wein

Tore verhindern ist vor allem auch der Job der Torhüter. Hier verfügt Nashville über ein vielversprechendes finnisches Goalie-Tandem mit dem erfahrenen Pekka Rinne (35) sowie dem talentierten Juuse Saros (23). 

Rinne gewann 2018 erstmals die Vezina Trophy als bester Keeper der Hauptrunde nachdem er zuvor bereits dreimal unter den Finalisten war (2011, 2012, 2015). Den Spitznamen "Rinne Wall", also "Rinne-Mauer", verdiente sich der souveräne Finne schon beim Playoff-Run 2017 und bestätigte seine außergewöhnlichen Leistungen jüngst mit 41 Siegen, einem Gegentorschnitt von 2,31 sowie einer Fangquote von 92,7 Prozent. Wie guter Wein scheint Rinne im Alter immer besser zu werden: Mit 35 Jahren war er der drittälteste Goalie in der NHL - und stellte mit acht Shutouts eine neue persönliche Bestmarke auf. Ebenfalls markant ist sein mitspielender Torwart-Stil. Kaum ein Schlussmann wagt mehr Ausflüge hinter das eigene Tor und kann so präzise Aufbaupässe spielen wie Rinne. Gerade für die Predators, die einen schnellen Breakout aus der eigenen Zone als taktisches Stilmittel verwenden, ist dies besonders wertvoll. 

Für Entlastung der Stammkraft soll Backup Saros sorgen. Der 23-Jährige lernt von einem der Besten und deutete sein Potenzial bereits an. In der abgelaufen Saison machte er 26 Spiele mit einem Gegentorschnitt von 2,44 sowie einer Fangquote von 92,5 Prozent. Die Zahl seiner Einsätze steigerte er in den letzten drei Jahren von einem auf 21 und auf nun 26. 2018/19 werden Saros über 30 Partien zugetraut. Damit nimmt er Rinne viel Arbeit ab und sorgt dafür, dass der Routinier fit bleibt. Dass Nashville langfristig mit Saros plant zeigt die Vertragsverlängerung um drei Jahre und 4,5 Millionen Dollar (1,5 Millionen/Jahr) in diesem Sommer.

Subban und der Lerneffekt

Die Predators verfügen über eines der besten Goalie-Tandems sowie die wohl ausgewogensten Top-4-Defensiv-Corps. Eine eingespielte Mannschaft mit großem Teamgeist, Talent und auch viel Tiefe in der Offensive will den Titel-Hunger nun endlich stillen und den Stanley Cup nach Nashville bringen. "Wir müssen unser Spiel auf ein neues Level heben und verstehen, dass es in den Playoffs kein Morgen gibt", fordert Subban. "Es passiert im Hier und Jetzt. Wir haben viele junge Spieler und ein junges Team. Wir müssen noch viel lernen, ich inklusive, auch ich lerne noch."

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